Verzeichnung des Tamron 17-50/2,8 non-VC

Das Tamron 17-50/2,8 hat einige Vorzüge: Es ist preiswert zu bekommen, hinlänglich gut (wenn auch mit viel Plastik, aber dennoch straff) verarbeitet, im Zentrum schon bei Offenblende knackscharf, relativ klein und leicht (im Vergleich zum AF-S 17-55/2,8) und etwas abgeblendet eine Granate.

Die Nachteile? Vignettierung, weiche Ränder bei Offenblende und Verzeichnung. Warum mir das egal ist? Weil weiche Ränder entweder nicht bildwichtig sind oder man blendet ab und Vignettierung und Verzeichnung sind mit einem Klick in Lightroom weg:

Ohne Korrektur:

Mit Korrektur in LR:

Ansonsten wurde bereits genug über das Objektiv geschrieben, da enthalte ich mich mal einer identischen eigenen Meinung. 🙂

Wer weiterlesen möchte kann ja mal bei Klaus Schroiff’s ganz hervorragend gemachter „photozone“ vorbeischauen *klick*

Tilten und Shiften mit der Olympus E-PL1

Günstiges Tilt-Shift
Günstiges Tilt-Shift
Günstiges Tilt-Shift

Eigentlich wollte ich sie verkaufen. Eigentlich. Aber erst wollte sie keiner haben und dann hab ich mir gedacht: für das bischen Geld, dass ich noch für meine Olympus E-PL1 bekommen würde kann ich sie auch noch ’ne Weile behalten.

So lag sie denn 3 Monate in ihrer blauen Schachtel in einer Ecke herum, bis mir heute Früh wieder einfiel, dass da noch diese Tilt- und Shift-Adapter irgendwo in einer Kiste sein müssten…

Also habe ich flugs die E-PL1 (der Akku war noch fast voll – trotz der langen Lagerung!), einen Ersatzakku, die beiden Adapter und das Samyang 14/2,8 geschnappt und bin ab zur Arbeit.

Vor und nach Feierabend bin ich dann ein wenig um den o2-Tower in München herumgeschlichen und habe ein paar Bilder geknipst…Hei was für ein Spass (siehe unten)! 🙂

Wenn man bedenkt, wieviel Euros man für ein Original Canon TS-E (1250-2100 EUR je nach Modell) oder ein Nikon PC-E Nikkor (1400-1800 EUR je nach Modell) hinblättern muss ist die E-PL1 inkl. 14er und Adapter ein echtes Schnäppchen. Da kann man sich dann auch noch für ein paar EUR mehr ein altes gebrauchtes PC Nikkor mit 35mm oder 28mm dazu kaufen, falls man in der Produktfotografie mal sowohl Shift als auch Tilt gleichzeitig benötigt.

Einen Shift-Adapter bekommt man um die 129 EUR, den Tilt-Adapter um die 150 EUR. Das Samyang/Walimex/Falcon 14er ist jetzt auch keine Linse aus der Reihe „Superteuer“ mit rund 300 EUR ist man dabei. Und eine neuwertige Olympus PEN bekommt man ebenfalls für kleines Geld, solange man nicht das neueste Modell haben muss. Sensortechnisch hat sich in der PEN seit der E-P1 ohnehin nicht so viel getan, sodass man durchaus auch auf ältere Modelle zurückgreifen kann.

Wenn man das Budget grosszügig plant ist man wohl ungefähr bei der Hälfte des Kaufpreises eines der o.g. billigeren Tilt-Shift-Objektive.

Für Hobbyisten die lust auf Tilten und Shiften haben ist das eine echte Alternative zu den teuren Profiteilen, die gebraucht selten und wenn dann immer noch reichlich teuer zu haben sind.

Kein jackpot mehr – endlich!

Der MVV hat einen neuen Fahrkartenautomaten installiert, der nicht nur QR-Codes scannen kann sondern auch Geldscheine als Wechselgeld zurück gibt und sogar EC-Kartenzahlungen akzeptiert!!!

Dieses Feature hab ich jedesmal vermisst wenn ich meine Streifenkarte wieder mit nem 20ger zahlen musste und der Automat wie ein einarmiger Bandit beim Jackpot Münzen als Wechselgeld ausspuckte.

Danke, MVV München!

Silver Star – das Zeiss Biogon T* 25/2,8

Silberling

Das Zeiss Biogon T* 25/2,8


Zeiss Biogon T* 25/2,8
Zeiss Biogon T* 25/2,8

Der kleine Silberling macht echt Spass – und er hat mir die Frage beantwortet ob man 25er noch besser bauen kann als das Voigtländer 25/0,95! Antwort: Ja, das geht! 🙂

Am ganzen Objektiv klappert und scheppert nichts. Nichtmal minimales Spiel irgendwo. Ein Blendenring der leichtgängig und zielsicher einrastet, ein Fokusring der sich butterweich und leicht gedämpft bewegen lässt. Schönes silbernes Finish an der Oberfläche.

Kurz: das ideale 35er-Äquivalent für meine M8 (Ok – ganz genau eigentlich 33mm). Und es macht einfach Spass es zu benutzen. Knackige Schärfe schon bei offener Blende, abblenden erhöht lediglich die Schärfentiefe. Die Verzeichnung ist recht gering und das Bokeh – eine Augenweide! Etwas zu Zeiss-Cremig eventuell, aber definitiv fluffig wie arktische Gänsedaunen!

Ein Applaus für den „Silver Star“! 🙂

Sicherlich: Das Objektiv ist nicht neu – im Gegenteil: Es ist zurzeit schwer zu bekommen. Aber dennoch wollt ich das mal ganz kurz schreiben. Vielleicht ist dies ja der letzte Bericht zu diesem grossartigen Objektiv? Wer weis.

Achja: Wer lust hat weiterzulesen, hier ein paar links:

Und hier nun noch ein paar Knipsbilder. Die meisten bei offener Blende.

Aus Zeitmangel…

Eine Weile ist’s schon her, dass ich das letzte Mal etwas auf dem Blog gepostet habe.

Aus Zeitmangel wird’s aber noch etwas dauern, bis es wieder „Speck“ gibt.

Wie oft liest man entschuldigende Worte in dieser Art? Eigentlich bedeutet die Begründung „aus Zeitmangel“ doch nur folgendes:

„Ich kann/darf/will mir für XYZ grade keine Zeit nehmen, weil mir anderes wichtiger ist“

Ich finde aber „Aus Zeitmangel“ klingt da doch irgendwie besser. ‚Mal im Ernst: Man möchte als Ausredner ja nicht vergraulen sondern vertrösten und es dem Gegenüber so schonend wie möglich beibringen, oder? 😉

Damit die Warterei auf den nächsten Artikel nicht so schwer fällt, hier schonmal eine kleine Themenauswahl für die nächsten Postings:

Bis Bald!

Das optimale System – Teil 3: Makro

Orchidee
Orchidee
Orchidee

Teil 1 drehte sich um die Theaterfotografie, Teil 2 um Sport, höchste Zeit sich dem Feld der Makrofotografie zuzuwenden. Der viertliebste Schauplatz von Otto-Normal-Kamerabenutzer neben Architektur, Enkelkinder– äh: Peoplefotografie und Landschaftsablichtung.

Was ist denn vor allem wichtig in der Makrofotografie? Nun, ich würde behaupten: Schärfentiefe und Auflösung. Welche Kamera bietet hier den Grössten Vorteil? Die mit dem kleinsten Sensor – sollte man meinen.

Zugegeben, in Zeiten digitaler Nachbearbeitung verschwimmen die Grenzen etwas. Focus Stacking macht bislang undenkbare Schärfentiefe in der Makrofotografie möglich. Auch mit Balgen und Kleinbildkameras lassen sich so einige Sachen anstellen. Vorteile kann auch ein Tilt-/Shift-Objektiv bieten, weil man die Schärfeebene wie benötigt ins Bild legen kann. Und dennoch haben sogar Kompaktknipsen dank ihrer winzigen Sensoren und dem vergleichsweise geringen Preis in der Makrofotografie durchaus ihre Berechtigung.

Leider haben die meisten Kompaktknipsen aber auch gravierende Nachteile. Viele verfügen nicht über einen Blitzschuh, für die Wenigsten gibt es Ringblitze, wie sie bei Makromenschen so gern verwendet werden um die Szene gleichmässig auszuleuchten. Auch rauschen die Sensoren recht schnell (oder verlieren Details durch zu heftige Entrauschungsalgorithmen), sobald man sich auch nur ein bißchen von der Nennempfindlichkeit wegbewegt. Megapixelrennen sei dank…In der Tat lassen sich aber z.B. mit Kameras wie der Nikon P7000, einer Canon G7-12 oder ähnlichen Kompaktkameras erstaunlich gute Ergebnisse erzielen – wenn man etwas mitdenkt. Leider jedoch gibt es keine Wechselobjektive für Kompaktknipsen, was den Einsatzbereich und die mögliche Zubehörverwendung etwas einschränkt.

Die Kameras mit den nächstgrösseren Sensoren sind die des Micro FourThirds und FourThirds Systems. Hervorragende Wechselobjektive, die schon bei offener Blende bis in die Ecken knackscharf sind und eine Bildqualität die definitiv auf Augenhöhe mit den APS-Cs und KB-Sensoren unserer Zeit ist. Darüberhinaus bieten Micro-FourThirds und FourThirds (Olympus, Panasonic) Kameras bei gleicher Blende und äquivalentem Bildwinkel mehr Schärfentiefe als ihre grossen Kollegen von der DX und FX Front. Von Mittelformat ganz zu schweigen. Das i-Tüpfelchen sind abgedichtete Gehäuse und Objektive bei Olympus z.B. die E-3 und E-5 und die Objektive der Top-Pro-Serie, die es einem auch bei „Schietwetter“ ermöglichen Fotos zu machen ohne das die Kamera den Geist aufgibt. Und nicht nur gegen Spritzwasser ist die Abdichtung gut, auch in staubigen Gegenden hat sie ihre Vorteile. Der wird, falls er sich doch mal beim Objektivwechsel auf den Sensor verirrt von Olympus‘ ausgezeichneten Sonic Wave Filter Sensorreiniger wieder vom Sensor geblasen.

Da kommt kein anderes System wirklich mit. Sicher – es gibt auch für DX und FX irrsinnig gute, teure und weniger teure Objektive für die Makrofotografie. Nikon hat ein ganzes Makroblitzsystem auf dem Markt und aktuell nicht weniger als 3 Makroobjektive im Sortiment: AF-S 105/2,8 VR, AF-S 85/3,5  DX VR und AF-S 60/2,8.

Sogar bei Pentax wird das ganz ausgezeichnete 100er Makro auch in der Wasserdichten DFA WR Reihe weitergepflegt – inkl. passendem Ringblitz. Ergänzt wird das Makroangebot auch und nicht zuletzt durch das DA 35/2,8 Makro, das zwar nicht dicht, dafür aber superklein und leicht ist. Ganz Pentax-like zum Mitnehmen eben.

Canon hat ein spitzenmässiges 100er Makro im Programm, auch ein f=2,5 50mm Compact Makro mit Abbildungsmaßstab 1:2 ist dabei für den kleinen Geldbeutel. Mit einem der beiden Canon 250D oder 500D Achromaten (nicht zu verwechseln mit der 500D Kamera aus dem gleichen Hause) werden noch grössere Abbildungsmaßstäbe möglich.

Dank Wetterfestigkeit und den Vorteilen bei der Schärfentiefe sowie den bei tiefen Kamerastandpunkten nicht unvorteilhaften Klappdisplays bei vielen Kameras der E-Serie halte ich allerdings Olympus für das am besten geeignetste Makro-System, dass man derzeit für Geld kaufen kann. Nicht zuletzt weil es mit dem 35er Makro ein spottbilliges, hochleistungsstarkes Makro gibt und für den besonderen Geschmack das ganz ausgezeichnete 50/2er Makro vom gleichen Hersteller. Auch für Micro FourThirds gibt es mit dem 45/2,8er Leica-Panasonic-Makro ein ganz ausgezeichnetes Objektiv mit Traumbokeh und knackiger Schärfe.

Dank des geringen Auflagemasses lassen sich darüber hinaus die Makro-Objektive der meisten anderen Hersteller einfach Adaptieren – inkl. Okularadapter für Mikroskope…Nicht uninteressant, denn auch das Blitzsystem ist en Par mit denen der anderen Hersteller.

Wer jetzt aber schon „seine“ Kamera und „sein“ System gefunden hat, dem aber die Originalen Makros zu teuer sind für den gibt es durchaus auch von Sigma und Tamron günstige Alternativen zur Hausmarke. Manchmal billiger, manchmal besser, ab und zu beides. Für ganz kleines Geld kann man sich auch einen Satz Zwischenringe besorgen und so aus seinem normalen Objektiv ein Makro machen – unter inkaufnahme einer schlechteren Abbildungsleistung. Aber Makros kann man wirklich mit so ziemlich jedem System anfertigen. Mit dem einen besser, mit dem anderen weniger gut.

Nochwas vergessen? Ach ja: Have fun!

Botanik, Berge und noch etwas.

Findet jeden G-Punkt!
Findet jeden G-Punkt!
Findet jeden G-Punkt!

Ein paar Fotos vom Wochenende. Ausschliesslich mit der D5100 entstanden.

Als kleinen Nachtrag zum Artikel von Vorgestern noch ein paar Anmerkungen:

Das Ding ist in vielen Punkten noch genialer als ich gedacht hab…

Unerwähnt war im Artikel bisher:
– Die Kamera hat einen Quietmode und auch bei normalen Auslösungen einen sehr leisen Verschluss!
– Extrem hoher Dynamikumfang in den RAWs, kommt fast an die D700 ran, mit ausreichend Headroom in den Lichtern!
– Sehr genaue Belichtung, sehr guter automatischer Weissabgleich, super Farben – das ist Olympus Niveau – aber zum Glück nicht so Rot!
– Lustige Spezialeffekte wie Color-key, Pointillismusfilter, Miniatur-Effekt, High-Key, Low-Key und Silhouette, auch im Videomodus!
– Knackscharfe 16MP Bilder!
– Flotter AF, fast wie bei ner Grossen! 🙂

Nachteile/ärgerliches, aber nichts weltbewegendes:
– Blöderweise wie bei den mini-Nikons inzwischen leider üblich: Kein eingebauter AF-Motor. Für Video mit manueller Scharfstellung nicht weiter schlimm aber zum Fotografieren ohne AF-S oder AF-I Linschen absolut doof…
– Akkulaufzeit ist bei Videobenutzung unterirdisch…es reicht grade so für nen 3/4 Wandertag. Besser gleich nen Dritt- und Viertakku dazu bestellen!
– Leider kein reinzoomen bei der Bildwiedergabe auf 100% mit 1 Klick…Man muss schon die +-Taste solange drücken bis man die gewünschte Vergrösserung sieht.
– Interner Blitz, aber keine CLS Fernsteuerung der Nikon Blitze mit dem internen Blitz leider…
– Leider keine einblendbaren Gitterlinien im Sucher, immerhin aber im Liveview-Bild.

Ausserdem:

Neue Kamera von Panasonic: GF3 angekündigt.

Neues Objektiv von Panasonic: Summilux 25/1,4 angekündigt

Neues von Pentax (naja – nicht wirklich neu…)

Soviel für Heute – guten Start in die Arbeitswoche / den Urlaub!

Die ultimativen Gründe für eine M.

M8 mit einem 1954er Summicron f=5cm
M8 mit einem 1954er Summicron f=5cm

Oh-je! Jetzt ist es schon wieder passiert. Es musste ja so kommen. Wer einmal damit anfängt…tja. Selbst schuld. Ab und an muss es auch mal eine völlig blödsinnige Entscheidung sein, die man trifft. Etwas absolut irrationales. Etwas, das so total keinen Sinn macht, dass man die Hände über dem Kopf zusammenschlägt und sich anschliessend fragt: Ja, hätt’s des denn jetzt wirklich gebraucht?

Und dabei hatte ich mich so aufgeregt! Damals. Über meine schwarze M8. Und Leica. Und die M9. Habe die Frage aufgeworfen ob Messucher im Zeitalter der digitalen Fotografie überhaupt noch einen Sinn hat. Anschliessend meine schwarze M8 losgeworden. Über eine M9 nachgedacht. Idee wieder verworfen, zu viele Kinderkrankheiten. Und jetzt das!

Anfang der Woche habe ich mir eine silberne Leica M8 geschossen. Und seither Nervenfieber. Die Welt kann so schön und schrecklich zugleich sein. Sie sah so hübsch aus. Matt silbern schimmernd, präzise gefertigt und mit klaren, schönen Linien. Und jetzt ist sie da. Der Beginn einer Liebesgeschichte?

Fies, wenn die Fotografie wieder solchen Spass macht. Toll wenn man wieder aktiv dazu gezwungen wird nachzudenken, bevor man auslöst. Schön, wenn dann (trotzdem?) ein Bild gelingt. Herzzerreissend die Zeit in der man nicht Fotografieren kann. Doch was ist es denn jetzt eigentlich, was die Fotografie mit einer M ausmacht?

Hier nun also meine ultimative Liste der echten Vorteile des Leica M Systems:

  1. Menschen lassen sich gern von einer M fotografieren!
  2. Mit einer M hat man überall ein Gesprächsthema. Eine wahre Kommunikationsmaschine.
  3. Man muss vorher nachdenken, sonst kommt nix g’scheidts bei raus.
  4. Eine M sieht gut aus.
  5. Messucher ist toll! Man weis nie genau was auf dem Bild ist bis man die Wiedergabetaste gedrückt hat, aber meistens passt es! Und manchmal sogar besser als gedacht. 🙂
  6. Tolle, kleine, exzellent verarbeitete Objektive mit herrlichem Bokeh, knackiger Schärfe und Charakter…
  7. Top low-ISO Performance – unglaublich detailreiche Auflösung, interessante Farben
  8. M8/M8.2 ideal geeignet für IR-Fotografie
  9. Gute Bedienbarkeit und
  10. Das Fotografieren mit einer M macht einfach Spass!

Mal sehen wie lange mein Silberling diesmal bleiben darf, bevor ich mich wieder über sperrige Handhabung, nicht zuende gedachte Features, dejustierte Messucher, spinnende Elektronik, miese High-ISO-Performance und anderen Unfug aufregen werde. Aber solange es Spass macht, macht es eben Spass!

Widerstand ist zwecklos. Eine Leica eben. 😉

Das optimale System – Teil 2: Sport

Aufnahme eines Triathleten
Aufnahme eines Triathleten
Aufnahme eines Triathleten

Was ist denn nun das OPTIMALE SYSTEM für Sportaufnahmen?

Wie im letzten Artikel schon beschrieben gibt es die unterschiedlichsten Sensorformate, stärkere und schwächere Autofokusmodule, schnellere und weniger schnelle Bildfolgen, unterschiedliche Objektivlineups, Preise, Kameramodelle, Gewichtsklassen und Featuresets der Kameras.

Die wichtigsten Fragen zur Materialauswahl für Sportaufnahmen sind jedoch: „Welche Sportart möchte ich ablichten?“ und „Wo möchte ich diese Sportart wie ablichten?“. Es versteht sich von selbst, dass für ein Schachturnier andere Systemvorteile und Kenntnisse wichtiger sind als z.b. für ein Eishockeyspiel, einen Triathlon oder eine Segelregatta.

Schach!

Für Schach in einem schlecht beleuchteten Kellerraum brauche ich vor allem High-ISO Fähigkeiten und lichtstarke Objektive. Da wären wir eher beim Thema „Das optimale System für Theaterfotografie“. Extrem kurze Verschlusszeiten, schneller AF oder langes, lichtstarkes Tele spielen bei Schach praktisch keine Rolle.

Torschuss beim Spiel EHC München gg. Eisbären Berlin
Torschuss beim Spiel EHC München gg. Eisbären Berlin

Eishockey und andere Hallensportarten

Anders sieht es schon aus, wenn man seine Lieblingseishockeymannschaft fotografieren möchte. Hier sind kurze Verschlusszeiten unter 1/500s gefragt. High-ISO-Fähigkeiten sind ebenfalls von Vorteil, weil meistens in nicht optimal ausgeleuchteten Hallen gespielt wird. Je nachdem von wo aus man fotografiert sind Brennweiten zwischen 14mm und 400mm (KB-äquivalent) sinnvoll.

Einen Torschuss von der Mitte der Seitenbande aus zu fotografieren geht in der Regel mit 135mm (an KB) sehr gut. Hier bleibt genug Raum fürs Croppen oder eine Ausreichend grosse Übersicht der Spielsituation. Die Anforderungen an den AF sind moderat, wenn man sich in das Spiel hineindenkt, bestimmte Situationen vorausahnt und man nicht wilde Action auf dem Spielfeld in Schnappschussmanier ablichten möchte.

Dennoch: Ein guter AF und schnelle Bildfolge jenseits der 5fps können hier gelegentlich Vorteile bringen, wenn man z.b. einen auf sich zufliegenden Spieler verfolgen will oder eine Serie davon machen möchte. Das gute ist: Das Spielgeschehen ist auf das Spielfeld beschränkt.

Um möglichst cleane Files zu bekommen und weil ich hier keine unendlich langen Brennweiten benötige verwende ich für Hallensport gerne meine Nikon D700. Kleinbildsensor und extrem agiler Autofokus bieten mir hier den nötigen Spielraum nach oben. Darüberhinaus Freistellungspotenzial, Zuverlässigkeit, Treffsicherheit und hohe Dynamik. Mit einem 2,8er Telezoom wie z.b. dem AF-S 80-200/2,8 und einem Weitwinkelzoom bin ich für jedes Hallenturnier bestens gerüstet. Auto-ISO und M mit der Einstellung 1/500s und Blende auf Offenblende + 1 und ab geht die Lucie. Je nach Lichtverhältnissen und Bildidee kann es auch sein, dass ich bei Offenblende oder stärker abgeblendet, mit etwas längerer oder kürzerer Belichtungszeit oder höherer ISO fotografiere.

Blitzen ist für mich in der Sportfotografie fast immer tabu, ausser ich habe zuvor das Einverständnis des Sportlers erhalten oder es ist keine Wettkampfsituation…Ich hab mal gesehen wie ein blitzender Fotograf von einem geblendeten Eishockeyspieler vermöbelt wurde. Kein schöner Anblick. 🙂

Langes Tele in der Segelfotografie
Langes Tele in der Segelfotografie

Segeln, Surfen, Kiten und andere long Tele Knipsereien.

Beim Segeln, Surfen oder Kiten kann man als Fotograf selten mitten ins Geschehen hinein, weil die Kombatanten nicht behindert werden dürfen. Meist sind grössere Distanzen zu überbrücken. Entweder vom Ufer oder vom Begleitboot aus. Will man nun Gesichtsausdrücke oder Action an Bord einer Yacht einfangen ist langes Tele oft der einzige Weg der ans Ziel führt. Lange Telebrennweiten haben darüberhinaus den Vorteil, dass man die oft dicht an dicht segelnden, surfenden oder kitenden Teilnehmer durch Freistellung voneinander trennen kann – oder aber durch abblenden eine extreme Nähe zwischen den Teilnehmern herstellen kann, die so in der Realität nicht vorhanden war.

In der long Telephoto Fotografie zählt vor allem eines: 1/1000s, viel Brennweite und ausreichende Lichtstärke zur Freistellung! Oder aber extremes Weitwinkel oder Fisheye für Shots an Bord oder nah am Objekt. Für Reportagen helfen auch ein 85er mit cremigem Bokeh für Details und ein 28-105er Allroundzoom für Gruppenportraits, Momente und Szenen (KB-äquivalent).

Wenig Licht ist meistens kein Thema. Jedoch muss man die langen Teles noch aus der Hand halten können, da das Begleitboot meist mehr oder weniger unruhig schwankt. Aus diesem Grund verwende ich in der Segelfotografie vorzugsweise Kameras mit APS-C Sensorformat. Kleinbildkameras bieten hier eigentlich nur Nachteile: statt einem 300/2,8 muss es ein 500/4 oder 200-400/4 sein – das aber wiegt so viel, dass man es kaum sinnvoll aus der hand fahren kann. Man muss auch stärker Abblenden um die Ränder scharf zu bekommen oder die gleiche Schärfentiefe wie mit APS-C zu erhalten. Das zermalmt den scheinbaren Rauschvorteil zu einem nicht ganz so wichtigen Kriterium.

Olympus mit seinem 2x Crop wäre vermutlich auch eine interessante Lösung, jedoch ist hier das 150/2 schwer zu bekommen und das 300/2,8 so teuer, dass ich es praktisch nie probiert habe. Auch kommt man bei diesigem Wetter um ISO800 bei FT meistens nicht herum, wenn man etwas abblenden muss (z.b. blende 4) – was bei Olympus auch schon wieder etwas grenzwertig ist. Aber ja – gehen würde das schon! Und dank der guten Abdichtung der Kameras und Top-Pro-Objektive wäre das System wie gemacht für derartige Anwendungszwecke.

Die Frage ist bei Olympus allerdings auch noch, wie lange Olympus das FT System noch unterstützen wird. Zukunftssicherer und mit besserem Gebraucht- und Neuwarenmarkt, falls man das Hobby mal ad Acta legen oder erweitern möchte scheinen hier Nikon und Canon zu sein. Für Canon und Nikon bekommt man überall Ersatz – für Olympus und Pentax & Co nicht unbedingt.Nicht unwichtig bei der Investition in der Preislage eines Kleinwagens. Dass es innerhalb des FT Systems keine Kameras mit grösseren Sensoren z.b. für andere Anwendungszwecke gibt schränkt die flexibiltät des Einsatzbereiches zusätzlich ein.

Die Wasserdichtigkeit spielt auch eine nicht unwesentliche Rolle bei diesen Sportarten. Wer „nah ran“ und gerne mit Weitwinkel direkt aus dem Wasser heraus arbeitet, der sollte über ein Unterwassergehäuse oder eine entsprechende wasserdichte Kompaktknipse als Zusatzkamera nachdenken. Ich habe zu diesem Zweck beim Segeln oft meine alte Pentax W60 oder eine Olympus PEN im Ewamarine-Beutel mit dabei!

Aufnahme eines Triathleten
Aufnahme eines Triathleten

Triathlon und andere Sportarten mit vorhersehbarer Action

Bei Leichtathletikwettbewerben wie dem Triathlon, Radrennen, Galopprennen oder ähnlichen Sportarten, bei denen man vorausahnen kann, an welchem Punkt Action passieren wird ist AF-Geschwindigkeit nicht so wichtig – man kann diese Sportarten mit etwas Übung sogar mit manuell Fokussierten Objektiven fotografieren. Dennoch: Auch hier ist es hilfreich, wenn man einen flotten AF und eine flotte Serienbildfunktion in der Kamera hat und ein Lichtstarkes Telezoom und ein Weitwinkelzoom verwendet um auch mal ungeplante Szenen einfangen zu können ohne lange Warten zu müssen.

Auch hier bietet APS-C durchaus Vorteile, weil man statt mit einem 300/2,8 mit einem 80-200/2,8 losziehen kann und trotzdem genug Freistellungspotential, aber weniger Schleppgewicht auf der Schulter hat.

Marathonläufer
Marathonläufer

Fazit: Es kommt auf den Sport an. Man kann Wissen mit Technik ausgleichen und umgekehrt. Mein Lieblingssystem für diese Art der Fotografie ist Nikon. Nicht zuletzt, weil ich sowohl APS-C Bodies als auch Kleinbildgehäuse des gleichen Herstellers mit meinen Objektiven verwenden kann und der sagenhaft gute AF schon so manches Bild ermöglicht hat, das mit einer nicht ganz so flotten 5DII oder Pentax K20 nicht drin gewesen wäre. Bei Canon müsste man für einen vergleichbaren AF schon in die 1er Klasse aufsteigen und dementsprechend tiefer in die Tasche greifen – und mehr schleppen.

Nichts desto trotz ist die 5DII auch für die meisten Sachen vollkommen ausreichend. Sie bietet vor allem den Vorteil, dass man einfach die hälfte der Fläche wegcroppen kann ohne dass man zuwenig Auflösung für einen A4-Print befürchten muss – so spart man sich den zusätzlichen APS-C Body. Jedoch ist das AF Modul nur in der Mitte wirklich sporttauglich treffsicher. Bei den anderen AF-Feldern ist es immer ein wenig tricky, aber immer noch besser als bei Pentax. Und die 5DII ist nicht speziell geschützt gegen Spritzwasser oder Regen. Hier punktet Olympus als reines Sportsystem – für diesen Einsatzbereich ist es eine tolle Sache. Solange man die Nachteile nicht als störend empfindet. Aber druckreife JPEGs aus der Kamera haben schon auch einen gewissen charme!

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