Die Pentax Q hab ich ja damals ziemlich belächelt, als sie für roundabout 750 EUR rauskam. Ach was – heimlich ausgelacht hab ich Pentax, dass sie das Mirrorless-Konzept für den Alltag vergeigt hatten (Zu der Zeit wusste ich noch nicht, dass Pentax das mit der K-01 nochmal wiederholen würde).
Was ich damals nicht bedacht hatte: der erstaunlich gute Minisensor birgt ein paar handfeste, rattenscharfe Vorteile für bestimmte fotografische Nischen. Für Makro oder Astrofotografie zum Beispiel.
Ich hab ja wirklich lange gerätselt, warum Pentax eigentlich diese viel zu kleine Miniknipse namens Pentax Q, quasi den digitalen Nachfahren der Pentax Auto 110, in die Welt gesetzt hat, bis ich neulich mit ein paar Freunden zu fortgeschrittener Stunde auf dem Balkon stand um Sterne zu gucken.
Ein 7×50 Fernglas war definitiv nicht genug um irgendwas zu sehen und auch meine schnell herbeigeholte Nex-7 mit 1,7x Telekonverter und 300/2,8 Tele waren nicht genug um die Ringe vom Saturn auch nur ansatzweise im 100%-Crop erahnen zu können.

Also hab ich ein bisschen nachgedacht: „Wat machste?“ Nikon J1? Neee – viel zu teuer und der Sensor auch nicht wirklich klein genug. Für weniger Geld bekommt man auch ne Olympus mit ähnlichem Crop-Faktor (2 statt 2,7x). Aber 2x crop + 1,7x TC + 300mm sind nur 1020mm. Fast ein bisschen wenig für die ganz weit entfernten Sachen.
Geht noch mehr? Jup! Die Pentax Q ist zur Zeit die einzige Systemkamera mit 5,5x Cropsensor UND Wechselbajonett UND extrem kleinem Auflagemaß sodaß ich mein Nikon-Tele daran verwenden kann. Aus der Q + TC17eII + AF-I 300/2,8 wird so ein hübsches 2805mm Fernrohr.
Heute war der Nikon-Pentax-Q-Adapter und die Q dann da – und ich musste natürlich gleich ein wenig rumprobieren, was man so mit umgerechnet 2805mm Brennweite alles anstellen kann.
Fazit: Eigentlich Immer noch nicht genug Brennweite für Astrofotos, aber immerhin kann man im 100%-crop die Saturnringe sehen! Wenn jetzt auch noch besseres (=weniger diesiges und weniger Großstadtbeleuchtetes) Wetter gewesen wäre, dann wäre das Bild vielleicht auch noch ’nen Tacken schärfer geworden. So bin ich aber auch schon extrem zufrieden mit dem Ergebnis. 🙂
Auch der Mars war zu sehen:
Ich habe übrigens noch NIE eine so hochintegriert verarbeitete Digitalkamera gesehen – da kann im Gehäuse eigentlich kein einziger Millmeter mehr ungenutzt sein. Und RAW kann sie auch. Damit muss ich meine Meinung zur Pentax Q wohl etwas revidieren. Das wird mir beim K-01 Türstopper hoffentlich nicht passieren. 🙂
Gute Nacht(-fotos)!