Ein superschönes, langes Wanderwochenende war das! Das Karwendelgebirge sah vom Rißtal mal wieder ein bisschen aus wie Bayrisch Kanada (bzw. Österreichisch Kanada) und das Wetter hat ebenfalls alle vier Tage lang mitgespielt.
Hier noch eine andere Perspektive an dem kleinen, reißend bis plätschernd dahinfliessenden Gebirgsbach namens „Riss„, etwa auf Höhe der alten Grenzstation in Vorderriß.
Auch der Sternenhimmel war wunderbar klar, leider hatte ich jedoch mein Tele mitsamt der Pentax Q daheim gelassen, so wurde dann einfach nur eine Momentaufnahme des Sternenhimels daraus. Da muß ich unbedingt nächstes Mal dran denken, dass ich den Astrofotokram einpacke…
Jetzt geht das Wochenende langsam zuende, Hoeneß hat gegen Abramovitsch im Elfmeterschiessen verloren und draußen scheint trotzdem die Sonne. Höchste Zeit für den Biergarten!
Madeira – diese kleine Insel mitten im Meer, etwa eine Tagesreise nördlich von Teneriffa.
Ein Freund hatte gestern erzählt, dass er demnächst dorthin fliegen werde. Da fiel mir dieser irre Törn von Malaga nach Gran Canaria wieder ein, auf dem wir einen Zwischenstop in Funchal eingelegt hatten.
Zeit einen kleinen Blog-Artikel darüber zu schreiben.
Comic aus Beton
Madeira und speziell Funchal wird gerne von Kreuzfahrtschiffen, Weltumseglern und Atlantiküberquerern aus aller Welt angelaufen. Manche Crews verewigen sich an der Hafenmole mit einem Graffitti.
So wird die Mole unfreiwillig zu einer Art Comic aus Beton. Im Hintergrund sieht man die grossen Kreuzfahrtdamfer, welche (zum Glück) an ihrem eigenen Kai liegen.
…und das war erst der Anfang.
Wir kamen nach einer 3 oder 4 tägigen Überfahrt, auf der wir Sturm, Sonne, bungalowhohe Wellen und spiegelglatte See erlebt hatten, einen dicken Fisch gefangen und verspeist und tagelang nichts als Wasser gesehen hatten im Hafen von Funchal an und hatten Glück, dass wir schon nach kurzer Zeit an einer Warteboje einen Platz im Päckchen in der Marina ergattern konnten.
Blick auf Funchal
Ich erinnere mich, dass die Farben und das Leben in der Stadt ein Fest für meine Augen war. Endlich wieder herumlaufen, andere Menschen sehen, grünes, gelbes und rotes sehen! Wow! War das Klasse nach dem ganzen Blau-Grau des Meeres! Dinge die näher waren als 5 Seemeilen und filigraner als Wolkenfetzen. Nur die Zivilisation kam mir nach der Ankunft eine Weile seltsam fremd vor. Etwa so, als käme man zum ersten Mal vom Land in eine Großstadt.
Auf diesem Törn habe ich auch zum ersten Mal die Thor Heyerdahl gesehen – noch vor ihrer Runderneuerung, die von Oktober 2007 bis Mai 2009 stattfand. Sie war ja auch nicht zu überhören. Grade in der Nacht als wir im Stadthafen von Santa Cruz auf Teneriffa Festgemacht hatten lief dort eine Riesenparty. Worüber wir a) nicht böse waren und b) ne Runde mitgefeiert haben.
Einen genialeren Törn-Abschluss hätte es nicht geben können.
Diese Fotos entstanden im Hafen von St. Malo auf dem Weg zum Hafenmeister. Wir lagen im Päckchen neben dieser alten Yacht mit ihren Holzaufbauten, verchromten Edelstahlwinschen und -relingstützen. Eine echte Augenweide. Schon etwas ergraut, mit Patina versehen, aber immer noch Tiptop in Schuss und Segelfertig wie am ersten Tag!
Jedes Mal wenn wir an Land gingen oder vom Landgang zurück auf unser Schiff wollten mussten wir über diese Yacht klettern – natürlich gingen wir, wie es sich gehört, meistens über den Bug des anderen Schiffes an Bord unseres Segelbootes.
Ein Bild vom klassischen Steuerrad aufzunehmen hab ich mir aber nicht verkneifen können – auch wenn ich dafür mal über das Heck laufen musste.
Steuerrad
Den Namen des Bootes habe ich leider nicht mehr im Kopf – aber es war ein schönes Schiff und als solches wird es mir auch noch eine ganze Weile im Kopf bleiben.
Neu und alt im Päckchen
Falls jemand von euch den Namen des Schiffes oder des Eigners kennt schickt mir doch freundlicherweise eine kurze Nachricht oder schreibt einen Kommentar hierzu.
„Akinom“ hieß die Segelyacht, auf der ich zusammen mit 7 weiteren Crewmitgliedern und 2 Skippern zwei Wochen zwischen Französischer und Englischer Kanalküste einen aufregenden, spannenden, erholsamen und schönen Urlaub verbringen durfte.
„Akinom“ ist nichts anderes als „Monika“ rückwärts geschrieben. Aber „Monika Rückwärts“ konnte nur vorwärts. Und zeitweise nichteinmal das. Schon am ersten Tag bei der Schleusung aus dem Bassin Vauban in St. Malo hinaus ins Meer fiel die Schiffsschraube der Akinom ins Schleusenbecken.
Gemerkt haben wir das freilich erst, als das Kommando „Alle Leinen Los“ beim Ablegen in der Schleuse längst ausgeführt war und wir den Gashebel auf Vorwärtsfahrt einstellten und darauf warteten, dass das Schiff nun langsam Fahrt aufnimmt. Tat es aber nicht.
Einfahrt in die Schleuse am Mittwochmorgen
Wir waren die vorletzten die in die Schleuse gefahren waren. Zum Glück! Nicht auszudenken was es für eine Massenkarambolage gegeben hätte, wenn wir wie sonst üblich die ersten in der Schleuse gewesen wären! Schnell war klar: der Antrieb ist kaputt. Vielleicht Schraube weg. Das Getriebe jedenfalls schien zu funktionieren, denn man hörte die Gänge einrasten und die üblichen Laufgeräusche von sich geben.
Die Yacht hinter uns begann schon zu beschleunigen, als ich dem ahnungslosen und etwas hektischen Skipper ein lautes „STOP!“ zurief – der Kerl muss sich auch gedacht haben: „Was sind denn das wieder für Dilettanten da vorne?!“. Um ein Haar hätte das Nachbarschiff unsere Akinom ordentlich von hinten genommen…
Während unsere Skipper noch damit beschäftigt waren herauszufinden, warum wir keine Vorwärtsfahrt machten, zeitgleich der Crew Anweisungen zuriefen das Schiff ordentlich abzufendern und den Schleusenwärtern klarzumachen, dass sie schnellstmöglich die Leinen wieder festmachen müssen, trieben zwei Schiffe orientierungslos in der Schleuse, eines von beiden weil es keinen Antrieb mehr hatte, das andere weil es keinen Raum zum Manövrieren mehr besass. Den Strömungen, die beim Öffnen der Schleusentore auftreten hilflos ausgeliefert.
Irgendwann bekam der aufgeregte Skipper hinter uns sein Schiff mit röhrender Maschine irgendwie an uns vorbei, verbog bei dieser Gelegenheit aber leider mit seinem Buggeschirr eine unserer Relingstützen an Steuerbord (für die Landratten: die rechte Seite des Schiffes wenn man vom Heck zum Bug schaut) und fuhr aus der Schleuse raus. Dennoch hatten wir ziemliches Glück, dass nicht mehr passiert ist!
Schlussendlich hatten wir uns einmal um 180 Grad gedreht und hingen wieder an Achterleine und Vorleine sicher an der Schleusenwand. Ein Loch im landzugewandten Schleusentor konnte unser Actionfenderman grade noch verhindern indem er buchstäblich in allerletzter Sekunde eine Gummiwurst zwischen Bugkorb und Torwand schob.
Die Akinom wird aus der Schleuse bugsiert
Die Skipper hatten inzwischen bei den Schleusenwärtern einen Schlepper organisiert, der uns nach zwei Fahrstuhlfahrten in der Schleuse wieder an unserem angestammten Liegeplatz im Bassin Vauban zurückschleppte. Für die Crew war danach der Segeltag erstmal gelaufen.
Die Crew verbrachte den verbliebenen Nachmittag mit stadtbummeln und diskutieren über den Schraubenverlust und später mit Vorbereitungen für einen verspäteten Nachmittagskaffee.
Die Schraube ist weg
Die beiden Skipper machten sich nachdem mit einer wasserdichten Kamera unter das Schiff getaucht worden und der Schraubenverlust dokumentiert war auf zum Hafenmeister um Kranmöglichkeiten auszuloten, die Anschriften und Öffnungszeiten des Volvo-Penta-Händlers ausfindig zu machen und einen Hafentaucher für den nächsten Tag zu organisieren um die Schraube zu suchen.
Abends gingen wir dann alle gemeinsam in ein ganz ausgezeichnetes Restaurant in der Altstadt von Saint Malo, das unser Skipper von einem früheren Törn her kannte. Das Essen versöhnte uns mit den turbulenten Ereignissen des ersten Segeltages und gab Kraft für die nächsten Taten.
Mont Saint Michel
Nachdem Sonntag Abend schon klar war, dass wir Montag mit Sicherheit nicht ablegen würden, schickten die Skipper die Crew auf Landgang zum Mont Saint Michel. Der frühaufstehende Teil der Crew fuhr mit dem Bus, zwei weitere Crewmitglieder und ich wollten, noch etwas geschafft von der langen Anfahrt am Wochenende, ausschlafen und dann mit den beiden Skippern in einem Mietwagen gegen Mittag nachkommen.
Ein Teil des Parkplatzes vor dem Mont St. Michel
Schlussendlich sind wir dann zu Dritt ohne die Skips im Mietwagen bis etwa 3km vor St. Michel gefahren (bis der Stau anfing) und sind das letzte Stück gelaufen. Aber das ist dann eine andere Geschichte. Nur soviel: Es war ein lustiger Tag auf diesem von Touristenameisen völlig überlaufenen Kathedralenfelsen, der heutzutage von modernen Euro-Piraten bewohnt wird. Sehenswert war es aber auf alle Fälle.
Am Dienstag ging dann alles recht schnell: Boot aufklaren, um 14 Uhr war Krantermin im Nachbarbecken, dass vom Bassin Vauban durch eine Zugbrücke getrennt ist.
Die 450 PS unseres Schleppers
Dummerweise war die Hydraulik der Zugbrücke defekt, sodass die Brücke von Hand hochgekurbelt werden musste und wir uns ganz am Rand zwischen Kaimauer und Zugbrückenspitze durchquetschen mussten. Wir kamen dennoch halbwegs pünktlich zum Krantermin an. Nicht zuletzt wegen des Schlepp-RIBs mit seinen starken Aussenbordern mit 450 PS.
Akinom und 400 T Kran
Anschliessend wurde unsere Bavaria 50 cruiser von einem völlig überdimensionierten 400 Tonnen-Kran mühelos aus dem Wasser gehoben, der Volvo-Penta-Techniker war auch schon da und innerhalb von 1 Stunde war die Akinom wieder im Wasser.
Dann kam die Nachricht, dass die Brücke heute wegen technischer Probleme nun doch nicht mehr öffnen würde.
Zwangspause am Kai
Die technischen Probleme bestanden darin, so erfuhren wir später, dass kein Personal mehr vorhanden war um die Brücke hochzukurbeln. „Technik“ die begeistert. Also legten wir uns nach ein wenig Manövertraining neben dem Schiffskran an die Pier und warteten auf die Brückenöffnung am nächsten Morgen.
Mittwochmorgen, die Klappbrücke ist offen!
Mittwoch früh klappte endlich alles: die Brücke ging auf, die Schleusung klappte problemfrei und auch der Propeller blieb dran und nach einer zeitweise sehr ungemütlichen Überfahrt mit Böen bis 7 Beaufort und Kreuzseen mit Wellenhöhen zwischen 2,5 und 3m erreichten wir völlig kaputt aber irgendwie glücklich den Hafen in Plymouth.
Die Akinom in Plymouth
An dieser Stelle wäre dieser Teil der Geschichte eigentlich zu Ende. Wenn unser Co-Skipper und „Schraubentaucher“ 😉 in St. Peter Port auf Guernsey nicht nach Muscheln an der Kaimauer getaucht wäre…
Seit Montag bin ich wieder zurück von meinem Kanalsegeltörn. Aufregend war’s! Schön war’s! entspannt war’s auch!
Und wie immer zu kurz. VIEL zu kurz. Aber so ist das mit Urlaub eben meistens.
Mit dabei waren diesmal, in fotografischer hinsicht, unter anderem meine Nikon D5100, von der ich nach dem Törn begeisterter denn je bin. Was die kleine alles mitgemacht hat! WOW (Vorsicht! Persönliche Einschätzung!)
Das perfekte Tool für die qualitativ hochwertige Segel- und Reisefotografie. Besonders begeistert war ich von der Selbstauslöserfunktion und dem Klappdisplay. Beim Selbstauslöser hat man die Möglichkeit Vorlaufzeiten zwischen 1 und 20 Sekunden auszuwählen und sogar festzulegen wie viele Aufnahmen anschliessend gemacht werden sollen. 1-9 Aufnahmen kann man einstellen. Das Klappdisplay erleichtert die Bildgestaltung aus ungewöhnlichen Perspektiven immens.
Objektivmässig habe ich mich dieses Mal für mein Tamron 17-50/2,8 ohne VC, das Nikon AF-S 80-200/2,8 mit TC17e, das AF-S 50/1,4 und das 10,5er Fisheye entschieden. Damit habe ich praktisch alle Eventualitäten abgedeckt gehabt.
Kielboot „Gigi“ vor der Mündung des River Yealm
Tja – und nun bin ich wieder zuhause, sortiere die Bilderflut ein wenig vor (der Nachteil, wenn das Knipsen wieder so richtig Spass gemacht hat!), schnibbel die 35 Minuten HD-Footage auf erträgliche 5 Minuten herunter und schreibe mal wieder einen Blog-Eintrag.
Fototechnisch scheint in der Welt in den letzten zwei Wochen nicht allzuviel neues passiert zu sein:
– Nikon hat einen ganzen Haufen neue Kompaktknipsen vorgestellt, darunter die neue P7100 und eine Wasserdichte mit GPS, genannt AW100. Leider immer noch nichts konkretes zur spiegellosen Nikon und zur langersehnten D800…Da kann ich meine D700 ja noch ein Weilchen behalten. 😉
– Bei Canon gibts ausser drei neuen Kompakten nur Gerüchte – z.B. über die 5D Mk III, die vielleicht oder vielleicht auch nicht im Oktober angekündigt werden wird.
Achja – fast hätte ich es vergessen: Mein Ersatz-USB-Kabel für meinen defekten WT-2 ist angekommen. Aber das ist dann eine neue Geschichte. Ebenso wie die Stories über den Propellerverlust in der Schleuse von St. Malo und die putzwütigen Geldautomaten und ein Wrackmuseum auf Guernsey.
Bleibt dran – ab jetzt gehts wieder etwas regelmässiger weiter auf diesem Blog.
Heute auf einer Stadtführung der lustigen Art bekam ich eine Ecke im Hofbräuhaus zu sehen, die ich bis jetzt noch nicht kannte. Der Maßkrug Tresor. „Was es nicht alles gibt“ dachte ich mir so…
Wer nur Quartalssäufer ist hat hier allerdings keine Chance einen Becherstellplatz für seinen Bierkrug zu ergattern.
Da muss man schon zweimal die Woche einen Löten gehen, den Wirt gut kennen und auch etwas Glück haben. Mindestens.
Wenn man dann Stammkunde ist und einen Platz erhält kann man das Fach für 2 EUR im Monat mieten. Toll. 🙂
Baustelle hinter dem Polizeipräsidium und die eingepackte Frauenkirche
…ganz München? Naja – zumindest hatte ich den Eindruck, dass in der gesamten Innenstadt zur Zeit die Erde aufgerissen wird.
Hinterm Polizeipräsidium: klaffende Erdlöcher vor der renovierungsbedürftigen Frauenkirche.
An der Post bzw. Hinter dem Sport Scheck: Modder und Bagger soweit der Zaun reicht…
Baustelle hinterm Sport-Scheck
Haus Oberpollinger: weg.
Karstadt Haus Oberpollinger? History.
Auf dem Weg vom Isartor zum Viktualienmarkt: Baustelle.
Noch eine Baustelle…
Wohlgemerkt: alle diese Orte lagen so dicht beieinander, dass man sie auf einem gemütlichen Abendspaziergang durch die Innenstadt sehen kann…Ein Bild von dem Baustellenfiasko am Stachus hab ich dabei noch gar nicht in diesem Beitrag verarbeitet – wer weis: vielleicht findet ihr ja noch mehr Baustellen?