Dr. Lonnie Smith in der Unterfahrt

Was für ein unglaubliches, klanggewaltiges Jazzkonzert! Vielen Dank dass ich das erleben durfte!

Es war eines von diesen Konzerten bei denen man am Schluss denkt: „Was war denn das grade eben?“

Thank you, Dr. Lonnie Smith! Thank you, Jonathan Kreisberg! Thank you, Joe Dyson!

Zugegeben: Ich kannte die Band gar nicht und die Hammond B3 Orgel nur von meinen ollen Motown- und Deep Purple Konserven. Live hatte ich sie noch nie gehört.

Erst wollte ich auch nicht hingehen, weil mir der Eintritt mit 36 € sehr hoch erschien. Weil dafür „nicht mal“ eine Hornsection dabei war. Ja, nicht mal einen Bassisten hatten die. Trotzdem hab ich mich überreden lassen. Zum Glück! Denn was dieses Trio auf der Bühne bewirkt ist nicht von dieser Welt!

Der pure Wahnsinn!

Noch nie habe ich so eine klanggewaltige, groovige, mal 60er und mal elektronisch-futuristische Dreierkombo mit der Dynamik eines klassischen Orchesters gehört wie diese. Und die machen das teilweise seit über 50 Jahren! Echt unfassbar was dieser Blue Note Recke und seine Mannen da in den Klangraum katapultiert haben.

Ihre Interpretationen von „50 Ways to leave your lover“ und „My favourite Things“ haben mich schier weggeblasen und klingen in meinem Kopf noch immer nach.

Nach dem Konzert kaufte ich mir die CD. Seitdem läuft sie immer und immer wieder. Das wird sicherlich noch eine ganze Weile so weitergehen. Bis ich endlich genug habe.

Werde ich jemals genug davon haben?

Zwischendurch habe ich mit meiner Pentax K-1 und dem guten, alten silbernen FA 77/1,8 Limited ein paar Bilder aufgenommen, aber ehrlich: Ich wär fast nicht dazu gekommen, hätte es fast vergessen. So sehr hatte mich die Musik im komfortablen Schwitzkasten!

Schaut euch diesen Mann mit seiner B3, dem Leslie, seinem ausgezeichneten Drummer Joe Dyson und dem Held an der Gitarre, Jonathan Kreisberg, an, wenn er in Eurer Gegend ist.

Oder hört Euch sein aktuelles Album „Evolution“ auf einer guten Anlage oder mit exquisiten Kopfhörern an, wenn ihr Jazz mögt. Ihr werdet es geniessen! Da bin ich ganz sicher. Wenn nicht jetzt, dann vielleicht in ein paar Jahren. Definitiv!

Neues Titelbild

Für mehr ist im Moment keine Zeit. Für weniger aber auch nicht. Daher gibts heute bloß ein neues Blogtitelbild.

Das Foto entstand bei einer Reise nach Wien und zeigt die Fillgradergasse in der Nähe des Museumsquartiers.

Aufgenommen wurde das Bild mit meiner alten Pentax 645 auf einem abgelaufenen Fuji Velvia Rollfilm.

Deckenbeamer ohne Kabel

In diesem Artikel werde ich beschreiben, wie man einen Deckenbeamer ohne umständliche Verkabelung anschliessen kann.

Dank einer Kombination aus Google Chromecast, Bluetooth-Audioverbindung mit apt-x und Funk-LED-Leuchtmitteln reichen ein einziges Stromkabel und drei kleine Löcher in der Decke aus um einen Beamer an der Decke zu betreiben.

Kein Schlitzeklopfen oder Kabelkanäle verlegen nötig.

Doch von Anfang an: Ich habe keinen grossen Fernseher und möchte auch keinen grossen Fernseher im Wohnzimmer stehen haben. Dennoch möchte ich das Heimkino nicht missen.

Also kaufte ich mir vor einiger Zeit einen kompakten Beamer.

Jedesmal, wenn ich einen Film „in groß“ sehen wollte war dann die folgende Prozedur angesagt:

  1. Beamer auf ein altes Lampenstativ montieren
  2. Stativ an der richtigen Stelle aufbauen
  3. Bild auf die Projektionsfläche (Wand) ausrichten und scharfstellen
  4. Stromkabel anschliessen
  5. HDMI-Kabel ansschliessen
  6. Das Audiokabel für den Rückkanal zur Stereoanlage anschliessen
  7. Film vom Abspielgerät abspielen.
  8. Am Ende alles wieder aufräumen

Da dies, wie ihr sicher bemerkt habt, ziemlich umständlich ist, vereinfachte ich die Prozedur: Statt alles immer wieder auf- und abzubauen stellte ich den angeschlossenen Beamer nach Gebrauch einfach in eine Ecke und schaltete lediglich die Mehrfachsteckdose aus.

Unglücklicherweise sah das nicht besonders aufgeräumt aus und alle stolperten regelmässig über die Füsse des Lampenstativs.

Am liebsten also eine Deckenmontage. Allerdings finde ich Kabelkanäle an der Decke nicht sonderlich hübsch. Auch nicht diese superflachen.

In einen weiteren Optimierungsschritt versuchte ich daher die Anzahl der Kabel zu reduzieren. Der Beamer würde neben einer Deckenlampe montiert werden. Strom wäre also über ein kurzes, nicht störendes Kabel am Montageort vorhanden.

Die Stromquelle konnte ich nutzen, weil die Philips Hue Deckenlampe drahtlos ein- und ausgeschaltet werden kann. Es wäre schliesslich fatal, wenn die Lampe leuchten muss, damit der Beamer läuft! Gleichzeitig wäre es genauso fatal wenn der Beamer anginge sobald man die Deckenbeleuchtung einschaltet. Aber auch das ist kein Problem, weil der Beamer, wenn der Strom eingeschaltet wird nicht automatisch angeht, die Lampe jedoch schon.

Das Audiokabel habe ich durch eine Bluetooth-Funkstrecke mit apt-x ersetzt, was ganz ausgezeichnet funktioniert. Sowohl in Sachen Latenz als auch von der Qualität her. Der Versuch, das HDMI Kabel durch drahtlose HDMI-Bridges zu ersetzen scheiterte leider an Preis und Qualität. Erst gab es keine zuverlässigen Lösungen, dann waren sie mir zu teuer (~200 EUR+). Und man hätte ein weiteres Stromkabel zum Betrieb der Empfangsseite am Beamer gebraucht und somit ein HDMI-Kabel durch ein Stromkabel ersetzt und nichts gewonnen.

Bei der Betrachtung meiner Anwendungsfälle kam die Idee auf, dass sich das Problem durchaus auch mit drahtlosen TV-Sticks lösen lassen könnte. Die Anwendungsfälle sind:

  • Spielfilme und Serien von Amazon streamen
  • Filme von DVD oder NAS abspielen
  • Games von der Playstation oder Wii zocken
  • Bei iTunes gekaufte oder geliehene Filme abspielen
  • Webseiten anzeigen
  • Bilder Slideshows abspielen
  • Youtube Videos wiedergeben
  • Watchever sollte nach Möglichkeit auch unterstützt werden (optional, da der Dienst angeblich wohl eh demnächst eingestellt werden soll)
  • Präsentationen vom Notebook oder Tablet aus anzeigen
  • Die Übertragungslösung muss Beamerseitig über USB mit Strom versorgt werden können, da ein weiteres Stromkabel oder eine klobige Verteilerdose unbedingt vermieden werden soll.
  • Die Wiedergabe sollte von allen möglichen Geräten möglich sein. Zumindest jedoch von:
    • Android Smartphone & Tablet
    • Mac OS X
    • iPhone, iPad
    • Evtl. auch mit Linux, Windows 7++ und ggf. Windows Phone 8.1++ (optional)
  • Wiedergabe der Videomedien mit einer Auflösung von min. 720p mit min. 30fps.

Ausprobiert habe ich dann die folgenden Stick-Lösungen:

  • FireTV Stick
  • Apple TV (trotz 220V Anschluss, aber die hatte ich nunmal schon)
  • Chromecast
  • RenkCast (DLNA/Airplay Stick von Renkforce/Conrad)

Das vorläufige Ende vom Lied war: Die Apple TV flog aus der Konkurrenz raus, weil sie weder Amazon Videos streamen noch über USB mit Strom versorgt werden kann und eigentlich auch nur mit Apple Geräten sinnvoll verwendet werden will. Der Renkforce lief mir zu instabil und zu langsam und die EZShare App wirkte etwas altbacken und schlecht gepflegt. Der FireTV Stick schliesslich ist dem Chromecast auf den ersten Blick recht ähnlich, hat aber einige deutliche Unterschieden unter der Haube:

  • Apps werden auf dem Stick installiert statt auf dem Smartgerät
  • Eine Fernbedienung ist nötig um den FireTV zu bedienen.
  • Unterstützt nur Miracast, was qualitativ nicht optimal ist. (hohe Anforderungen an Abspielhardware, oft  hohe Latenz, Ruckler und asynchrone Video/Audio Spuren)
  • Man benötigt ein Amazon-Konto statt einem Googlekonto

Und so fiel die Wahl auf den auch nicht so ganz perfekten (weil neugierigen) Chromecast Stick, der aber inzwischen tatsächlich alle Usecases ausser den Punkt mit der Playstation/Wii erfüllt. Und das ganz ohne Fernbedienung und von jedem Gerät auf dem entweder der Chrome Browser, die Chromecast App oder Android läuft.

So hängt der Beamer nun an der Decke, nur mit einem Stromkabel angeschlossen und alles funktioniert tadellos, ohne ruckeln und ohne Gestänge zwischen Bild und Betrachter.

Links Zum Weiterlesen (englisch):

Screen mirroring with Chromecast

Chromecast vs. Miracast

Miracast explained: How is it different from Chromecast and AirPlay?