Olympus Tough 3000
Olympus Tough 3000

…lieber ein unverwüstliches Billigknipschen benutzen.

Ich habe auf meinen Segel- und Rucksackreisen immer auch etwas wasserdichtes, stossfestes, unempfindliches und meist billiges dabei. Früher waren das die Pentax WPi, W20 und W60. Die halten immer noch und fristen innerhalb der Familie immer noch ein anstrengendes Dasein, denn mit ihnen wird nicht zimperlich umgegangen.

Von Zeit zu Zeit löse ich die letzte Ihrer Art traditionsgemäss durch den Kauf einer “neuen” und durch Verschenkung der “alten” innerhalb der Familie ab. So etwa alle ein oder zwei Jahre, manchmal auch etwas länger oder kürzer – je nachdem was mir grade in die Hände fällt.

Heute war es mal wieder so weit: Eine Olympus Tough 3000 schaute mich mit blauen Augen sehnsüchtig an…der Preis war spottbillig – naja – jedenfalls fast. Die Featureliste überzeugte: 1GB interner Speicher, 12 MP (was fast schon ein Grund dagegen gewesen wäre, aber Olympus bekommt sowas hin), bis 3m Tiefe wasserdicht, bis 1,5m Stossfest, bis -10° betriebsbereit. Als Gimmick: 720p HD Video (max. 9MB/s als .h264-Stream im MP4-Container) und Bildstabilisator.

Ausgepackt, Akku reingeslegt und ein paar Testfotos und -Videos geknipst.

Fazit nach einer Stunde ausprobieren:

  • Die Kamera braucht scheinbar ewig um anzugehen oder zwischen Aufnahme- und Wiedergabemodus hin- und her zu wechseln
  • Die Kamera hat eine ausgezeichnete JPEG-Engine, gute Farben und einen sauberen Weissabgleich – bis ISO640 praktisch kein Nachbearbeiten nötig.
  • Bis ISO640 kann man die Bilder als sehr brauchbar bezeichnen, bei ISO800 oder gar 1600 wirds spannend, aber Farbrauschen is nich. Die Bilder sehen ordentlich geschärft immer noch gut genug für einen 13×18 print aus! Leider bügelt der Bildprozessor in den höheren ISOs alles platt was nicht bei drei auf der Karte ist.
  • Der Bildstabilisator hilft beim Videofilmen wie ein echtes Stativ und beim Fotografieren 1/30s in der Telestellung unverwackelt zu halten.
  • Richtig genial finde ich den Schwenkpanoramamodus, der aus drei Bildern nacheinander aufgenommen ein Panorama zusammenstitcht.
  • Die “Magic Filter” sind ganz nett – aber irgendwie nix besonders. Einer mit peppigen Farben, einer mit “abgelaufener-Film-Farben”, ein Telefisheyesimulator und ein Zeichnungsfilter. That’s it.
  • Die Menüführung ist übersichtlich, wenn man die Oly-Menüs gewohnt ist, jedoch liegen die Tasten für meine Finger zum Teil etwas zu dicht beieinander und haben keinen gut spürbaren Druckpunkt. Manchmal führt das dazu, dass man statt zu Zoomen den Videomodus aktiviert oder statt den Löschknopf zu drücken den Hilfeknopf erwischt.
  • Das Mikrofon ist auf der Rückseite angebracht und nunja – schlecht. Irgendwo muss bei einer unter 200 EUR Knipse eben gespart werden – noch dazu wenn sie dauerhaft wasserdicht sein muss.
  • Toll ist der GB interne Speicher – falls man mal seine Karte vergessen hat!

Das Oberflächenfinish ist genauso Blau wie meine Wanderschuhe – und die Cam genau das Richtige für den angedachten Zweck – Sauwetterbilder und -videos aus Situationen wo andere Kameras gnadenlos untergehen würden und vermutlich hält der kleine Knipskasten mehr aus als der Fotograf dahinter.