Leica-R an Nikon?

Ein neues Tutorial zum Umbau von Leica-R Objektiven auf Nikon-F Bajonett ist jetzt auf pawlikviewing.com verfügbar.

Ihr findet es unter „Seiten“ –> „Umbau Leica-R auf Nikon Bajonett“

OK – ganz neu ist es nicht, ich hatte es ursprünglich für foto.kafenio.org geschrieben. Aber immer noch aktuell! 🙂

Reise zurück in die Zukunft

Noch fliessen die Wörter für den Blog. Also nutze ich die Zeit für einen ersten Artikel zum Frühstück.

Ziemlich genau vor einer Woche bin ich von meinem 6 monatigen Ausflug ins Canon-Lager von der 5D Mark II wieder zurück zu meiner guten „alten“ Nikon D700 gewechselt.

Das gab einen Aufschrei in der Bekanntenszene! 🙂

„Aber WARUM?! Ist die 5DII nicht viel besser?“

Ja ist sie. Na und?

Was nützt einem die wirklich ganz hervorragende Bildqualität der 5DII wenn man, so wie ich, schon zuviele Systeme, Bedienkonzepte, Qualitäten, Dynamikumfänge, High-ISO-Eigenschaften, Geschwindigkeiten, Sucher und Kameras ausprobiert hat und weis wie gut „richtig Gut“ sein kann?

Wenn man dann doch keine Lust auf einen halbernsthaften Einstieg in die Videowelt hat, weil Fotografie das Hobby ist und die Videowelt so komplett anders funktioniert?

Wenn man sobald einen an der „Neuen“ etwas nervt wieder mit den anderen Systemen vergleicht?

Wenn man doch einfach nur Bilder machen möchte ohne über die Technik, ein fehlendes Knöpfchen, ein fehlendes Feature nachzudenken?

Genau: Nichts.

Ausschlaggebend für den Kauf und den Wechsel nach 6 Monaten war interessanterweise der gleiche Grund. Ich hatte die 5DII angeschafft um sie 5 Jahre oder länger zu Benutzen. Vor dem Kauf war ich mir sicher, dass sie als einstelliges Canon Modell solide verarbeitet ist und dank Auflösung und Videofunktion hinreichend Zukunftssicher ist. Damals wusste ich noch nicht, dass meine Festplatte doppelt so schnell voll laufen würde, obwohl ich in der ganzen Zeit nur einen Print mit 150x100cm gedruckt habe (der Rest war kleiner…) und mir 12MP eigentlich immer für alles genug erschienen…

Vielleicht hätte ich auch nicht den Original Canon Batteriegriff kaufen sollen, der bei der ersten Montage durch Bruch des fimschig verarbeiteten Plastikzahnrades gleich gar nicht mehr von der 5DII herunter wollte. Obwohl ich ihn nicht besonders fest angezogen habe!

Vielleicht habe ich mich auch einmal zuviel über die nicht durchdachte implementierung der Auto-ISO-Funktion der 5DII geärgert. Vielleicht war es auch das Banding, dass beim Pushen von ISO3200++ Dateien bei der 5DII schon nach +0,5EV deutlich zu sehen ist. Oder der Autofokus, der viel Kontrast braucht um Treffsicher zu sein? Oder das Autofokusmodul, dass es mir verbietet einen 2x Telekonverter an ein Objektiv mit f=4 zu schrauben, nicht weil nicht genug Licht zum Scharfstellen vorhanden wäre sondern weil Canon errechnet, dass der AF bei Blende 8 (2x f=4) nicht mehr funktionieren darf und der AF dann gar nicht erst versucht scharf zu stellen.

Auch das Blitzsystem ist bei Canon etwas merkwürdig undurchdacht, ganz abgesehen vom fehlenden Einbaublitz zum Fernsteuern von Remote Blitzen…

Kurz: die Liste der nervigen Kleinigkeiten hat sich zu einem Vertrauensverlust in die Marke und Qualität sowie zu der untrüglichen Erkenntnis gemausert, dass Canon Ingenieure die Kameras spätestens alle zwei Jahre austauschen (wahrscheinlich schon früher), sie selten Benutzen (und wenn wahrscheinlich im grünen Modus) und sie offensichtlich nicht bis zuende durchdenken.

Ich mag durchdachte Technik. Und ich mag Kameras mit denen ich einen Nagel in die Wand hauen kann. Notfalls. Ich mag auch Kameras mit denen ich auf Veranstaltungen bei bescheidenen Lichtverhältnissen mit lichtstarken Objektiven ohne Blitz arbeiten kann ohne auf 0,5 EV korrekt belichten zu müssen.

So – und da bin ich nun wieder bei Nikon. „Built like a tank“, „Solid as a rock“. Und diese Kamera wird mich jetzt begleiten bis sie auseinanderfällt oder etwas Besseres unbedingt notwendig werden wird. Die Farben aus der Kamera und die Lautstärke des Auslösegeräuschs werde ich verkraften. Für ersteres habe ich RAW und kann noch ein wenig über in die Kamera ladbare Tonwertkurven tricksen, für letzteres habe ich eine „Camera Muzzle“ die den Spiegelschlag auf eine erträgliche Lautstärke dämpft, wenn das wirklich mal nötig sein sollte (auf Vorträgen beispielsweise oder im Theater).

Auch mein AF-D 35-70/2,8 macht Spass, aber das ist dann eine andere Geschichte.