Fotos per WLAN direkt auf iPhone, iPad und Beamer

iPad, Shuttersnitch und WLAN-Hotspot

iPad, Shuttersnitch und WLAN-Hotspot

Neulich, es ist schon ein paar Monate her, erzählte ich einem befreundeten Fotografen von der Hochzeit eines Freundes und wie ich die Gäste dazu gebracht habe, sich selbst auf der Party zu fotografieren.

Die Idee war einfach: Ich hatte eine Nikon D2x mit WLAN-Adapter, genannt WT-2, einem Blitz und einem Tamron 17-50/2,8 vorkonfiguriert an prominenter Stelle im Saal platziert. Die Kamera sendete nun, sobald jemand ein Bild gemacht hatte das JPEG File direkt per WLAN auf den Beamer, der, wenn keine Fotos gemacht wurden, im Saal die Diashow mit Szenen aus dem Leben des Hochzeitspaars in einer Endlosschleife zeigte.

Ein kurzer Hinweis per Mikrophon genügte und die Nummer war geritzt – es klappte besser als erwartet. Jeder schnappte sich im laufe des Abends mal den unkaputtbaren Fotobackstein (“schliesslich hat man nicht alle Tage die Gelegenheit mal mit einem echten Profibrikett Fotos zu machen” usw…) und machte ein paar Schnappschüsse von der Party.

Und ich konnte mich entspannt zurücklehnen und den Abend einfach geniessen. :)

“Wie geht das noch von der Cam in Richtung iPad mit Software, quasi live?” schrieb mich der Fotofreund gestern an. Meine Antwort war etwas ausführlicher, sodass ich mir gedacht habe: Das könnte a) vielleicht auch andere interessieren und b) mach doch einen Blog-Artikel draus.

Und während ich diese Zeilen schreibe erreicht mich schon die nächste Anfrage eines Lesers, der den etwas älteren Artikel “Zickenterror” gelesen hatte.

Hier also nun eine etwas ausführlichere Einführung zu diesem Thema

Alle bis dato produzierten DSLR und Mirrorless-Kameras mit Ausnahme der Nikon Coolpix S51c haben eines gemeinsam: Sie können kein WLAN. Für manche Kameramodelle gibt es sogenannte “Wireless Transmitter”(Nikon) oder “Wireless File Transmitter”(Canon). Diese unterstützten jedoch meistens nur die Pro- oder SemiPro Gehäuse der Hersteller und sind extrem teuer. Die billige Alternative zum WLAN Versand von Bildern heisst “Eye-Fi” – eine SD-Card mit WLAN-Modul. Leider besitzen alle derzeit verfügbaren WLAN-Lösungen so ihre Tücken.

Die Spezial-WLAN-Adapter der Hersteller – Viele Nachteile, einige Vorteile.

Die Spezialhardware wie Nikons WT-Serie oder Canons WFT’s ist allerdings in der Regel nicht kompatibel zur nächsten Kamerageneration und exorbitant teuer im Vergleich zu einem handelsüblichen WLAN Stick. Eine löbliche Ausnahme macht hier der WT-4 von Nikon, der sowohl an der D300 als auch an D300s, D700, D3, D3x und D3s verwendet werden kann. Vermutlich wird er aber zur nächsten Kamerageneration bereits nicht mehr kompatibel sein. Schlimmer noch: die Firmware der älteren Adapter wie z.B. die des Nikon WT-2 (zur D2x und D2xs) wurde seit Jahren nicht mehr überarbeitet, was zur Folge hat das nur veraltete Verschlüsselungsalgorithmen verwendet werden können. Wer zwingend WPA oder WPA2 verwenden möchte guckt hier voll in die Röhre. Auch Übertragung nach den neueren 802.11g oder n Standards ist für diesen Adapter nicht verfügbar, was für heutige Verhältnisse zu extrem langsamem Datentransfer führt.

Die aktuellen Neupreise für diese Spezial-WLAN-Adapter liegen derzeit zwischen 450 und 800 EUR. Wenn man bedenkt, das WLAN in Computern, Tablets und Smartphones seit Jahren Standard ist, so ist das eigentlich eine Unverschämtheit. Vor allem bei Profikameras, die mehrere Tausend Euro kosten eigentlich nicht mehr Nachvollziehbar. “Abzocke” würden viele Fotografen vielleicht sagen. “Spezialanwendung” würden vermutlich die Kamerahersteller antworten.

Die Vorteile der Speziallösungen liegen in

  • der Verarbeitung,
  • der guten Sendeleistung,
  • der wetterfesten Abdichtung und
  • dem perfekt abgestimmten Zusammenspiel mit der Kamera.
  • Man kann mit dem WT-2 beispielsweise wählen welche Dateien übertragen werden sollen: Nur JPEGs oder nur die RAWs/TIFFs oder beide Dateitypen.
  • Eine Konfiguration der Übertragungsparameter ist auch vor Ort übers Kameramenü möglich
  • Auch kann man auswählen ob alle Bilder sofort automatisch übertragen werden sollen oder nur diejenigen, die zum Übertragen markiert wurden.
  • Übertragungen werden automatisch nochmal gestartet, sobald wieder eine WLAN-Verbindung zur Verfügung steht oder der Transfer aus einem anderen Grund nicht erfolgreich war.
  • Zum Teil ist auch eine Fernsteuerung der Kamera per WLAN von einem Computer aus möglich.

Es bietet sich für unseren Zweck an, kleine JPEGs zur direkten Übermittlung zu speichern und die RAWs für die Nachbearbeitung am Rechner auf der Karte zu belassen. Falls man den WLAN Uplink mal verlieren sollte sind die meisten Spezialadapter in der Lage die Bilder später zu übertragen, wenn die WLAN-Verbindung automatisch wieder hergestellt wurde.

Eye-Fi – die derzeit einzige günstige Alternative, aber längst nicht Perfekt.

Eine Eye-Fi SD-Karte hat ein paar Vorteile: Auch mit ihr kann man Bilder per WLAN übertragen. Fast jede Kamera mit SD- oder CF-Kartenslot wird unterstützt (CF mit nicht abschirmenden Kartenadapter). Alle gängigen WLAN Standards und Verschlüsselungsverfahren werden unterstützt. Und sie ist günstig! Gradezu Spottbillig, wenn man mit den Spezialadapterpreisen vergleicht: Ab ca. 50 EUR bekommt man das günstigste Eye-Fi Modell neu.

Nicht alles ist Rosa – denn die Eye-Fi hat auch ein paar gravierende Nachteile. Diese sind kurz zusammengefasst:

  • WLAN-Reichweite und -Geschwindigkeit abhängig vom Kameragehäuse.
  • Die Karte muss vorher an einem PC mit Internetanschluss und Spezial-Eye-Fi-Software eingerichtet werden, man kann also die Einstellungen auf der Karte in den meisten Kameras nicht einfach nach Bedarf vor Ort ändern sondern muss bereits vorher wissen, welche WLAN-Konfiguration on Location verfügbar ist.
  • Und die Eye-Fi kann nicht zwischen unterschiedlichen Dateitypen zur Übertragung unterscheiden – sie sendet entweder alle Bilder auf der Karte oder das Bild bzw. das Bilderpaar (falls RAW+JPEG aufgezeichnet werden), dass für den Versand markiert wurde.
  • Auch unterstützt sie nicht eine erneute Übertragung, falls die Verbindung mal verloren geht oder die Übertragung fehlschlägt.
  • Eine Fernsteuerung der Kamera über die Eye-Fi ist nicht möglich.

Erste Wahl in Sachen Useability sind also nach wie vor die herstellereigenen WLAN-Adapter.

Chinesische Firmen bauen doch sonst immer alles nach…

Nicht so in diesem Fall – Bis heute gibt es keinen billigen Nachbau der offiziellen WLAN-Adapter. Warum weis ich leider nicht. Evtl. liegt es daran, dass die Copyshops den Markt hier als nicht Massentauglich einschätzen. Nunja – so ist es nun einmal. Ich behaupte aber mal ganz frech, dass man in spätestens 5 Jahren keine Profikamera mehr ohne eingebauten drahtlosen Übertragungsweg wird verkaufen können.

Nun hat man sich also für einen WLAN Adapter entschieden.

Wie gehts jetzt weiter? Eigener mobiler Hotspot!

Damit ich ortsunabhängig bin und trotzdem vorher alles einrichten kann habe ich immer meine eigene WLAN-Infrastruktur dabei. Diese besteht für Präsentationszwecke aus einem mobilen, Akkubetriebenen Huawei 3g-UMTS-WLAN-Router für die Hosentasche, den man im Handyladen um die Ecke vertragsfrei für ca 99 EUR kaufen kann und der sich bequem über ein Webinterface vom iPad oder PC konfigurieren lässt. Bei bedarf kann man den Internetzugang über UMTS aktivieren. Ausserdem ein USB-Ladekabel.

Ich betreibe den mobilen Hotspot jedoch meist mit deaktiviertem 3G Internetzugang, dies verlängert die Akkulaufzeit unglaublich. Nur im WLAN-Hotspot Modus betrieben reicht eine Akkuladung ca. 6 Stunden, genug für eine Abendparty. Braucht man doch mal mehr Akkulaufzeit schliesst man den Huawei-Router einfach per USB an der nächsten Steckdose oder dem nächsten USB-Steckplatz an – oder man lädt den Akku mit einem mobilen USB-Akkuladegerät wieder auf.

Wer noch einen alten WLAN-DSL-Router herumliegen hat kann natürlich auch diesen vorkonfiguriert auf eine Veranstaltung mitnehmen – jedoch ist hierfür in der Regel eine Steckdose am Veranstaltungsort nötig. Praktischer und flexibler ist da der mobile Hotspot, den man einfach in der Hosentasche oder im Rucksack mit sich rumtragen kann.

Der Vorteil: Mit einem eigenen Hotspot der nur für den Zweck der Bildübertragung eingerichtet wird kann man auch mit der älteren WEP-48bit-Verschlüsselung arbeiten – oder sogar einen komplett offenen Hotspot betreiben ohne sich Sorgen um die langfristige Sicherheit des Hotspots machen zu müssen. So funktioniert dann auch die Kommunikation zwischen iPad und D2x/WT-2.

Zur Präsentation der Fotos und der Weiterverbreitung: Shuttersnitch – oder XnView!

Ich verwende auf dem iPad und iPhone die App “Shuttersnitch”. Dabei handelt es sich im wesentlichen um eine geschickte Kombination aus FTP-Server, cleverer Diashowsoftware, Exif-Viewer, programmierbarem Store-and-Forward-Proxy und Bildbetrachter. Einziger Nachteil: Videos können noch nicht wiedergegeben werden. Das Feature wurde aber im Shuttersnitch Forum bereits vor einiger Zeit gewünscht und wird vermutlich irgendwann kommen.

Die Software ist zwar mit 12,99 EUR für i-Verhältnisse relativ teuer, aber jeden Cent wert! Und absolut gesehen ist das nicht viel Geld für ein erstklassiges Stück Software wie dieses.

Zu den Key-Features gehören für mich die intelligente Diashow, die als Endlosschleife alle Bilder im Folder nacheinander anzeigt, wahlweise mit KenBurns-Effekt, Rahmen und Überblendungen.

Es wird, sobald ein neues Foto per FTP in der App eintrifft, sofort das neueste Bild angezeigt und anschliessend mit der Endlosschleife fortgefahren, in die dann auch das neue Bild automatisch aufgenommen wird. Richtig gut ist auch die Möglichkeit die Bilder von der App aus sofort an eine oder mehrere weitere Applikationen oder Server zu verteilen gelöst. Dazu gehört z.B. die Weiterleitung an Flickr, Facebook, Dropbox, Smugmug oder Zenfolio sowie an eMail-Empfänger und FTP-Server. Man kann über die sogenannten “Aktionen” die Bilder auch vor der Weiterleitung nochmal automatisch bearbeiten. Insgesamt also eine sehr durchdachte App.

XnView ist eine kostenlose Windows-Alternative. Der Bildbetrachter-Tausendsassa bietet die Möglichkeit Diashows mit Ordnerinhalten zu zeigen. Jedoch sind die Fähigkeiten bei weitem nicht so ausgeklügelt wie beim Shuttersnitch. So wird die Bilderliste des Ordners nur einmal pro Durchlauf neu geladen. Das heisst: unter Umständen muss man erst sämtliche im Ordner befindliche Dateien ansehen bevor das neue Bild einmal gezeigt wird. Auch die Weiterverteilungs- und automatisierten Bearbeitungsmöglichkeiten bietet XnView nicht oder nicht in dem Umfang wie der Snitch. Dennoch eine annehmbare kostenfreie Lösung.

Den FTP-Server muss man unter Windows allerdings selbst konfigurieren. Der Filezilla Server macht dies relativ einfach und ebenfalls für 0 EUR ohne weiteres Möglich.

Natürlich kann man sich den WLAN-Router auch sparen, wenn man seinen Laptop mitnimmt, jedoch ist die Konfiguration eines WLAN-Hotspots unter Windows ein echter, abendfüllender Krimi und nicht jeder hat die Zeit und die Lust sich damit rumzuärgern. Und auch die Reichweite ist in der Regel bei einem vernünftigen WLAN-Router etwas besser als beim Laptop.

Und wie kommen die Bilder nun auf den Beamer?

Ganz einfach: mittels der verfügbaren VGA, HDMI oder DVI Adapter für iPhone und iPad schliesst ihr das Gerät an einen Fernseher oder Beamer an und schon seht ihr die Ausgabe des Bildschirminhaltes oder wahlweise die Diashow im Vollbildmodus.

Falls ihr euren Laptop benutzt, sollte er einen HDMI oder DVI Ausgang besitzen, damit die Bildqualität nicht zu sehr leidet.

Das war’s.

Falls ihr andere Erfahrungen gemacht habt oder noch bessere Lösungen kennt: schreibt mir einfach.

Zickenterror: D2X und iPad/iPhone

Gestern Abend habe ich ein paar Stunden damit zugebracht zu versuchen meine D2X inkl. WT-2 dazu zu überreden Bilder wireless ans iPad zu schicken. Utopisch? Ein Ding der unmöglichkeit – und ein Tolles Beispiel dafür, wie sich “lückenhafte Unterstützung von Standards” in das Wort “totale inkompatibilität” übersetzen lässt.

Das Problem wird durch winzige Implementierungslücken bei beiden Produkten verursacht. Wenn man das iPad als Hotspot mit WEP oder ohne Verschlüsselung verwenden könnte oder das iPad Ad-Hoc Netze sauber unterstützen würde gäb es kein Problem. Ebensowenig, wenn der WT-2 WPA oder WPA2 Verschlüsselung könnte oder die neuere Version der Ad-Hoc-Spec implementiert hätte.

Die Software ShutterSnitch auf dem iPad oder auch FTP OnTheGo würden jedenfalls einwandfrei funktionieren. Wenn man nur die beiden Geräte dazu bringen könnte miteinander zu reden – ohne zusätzlichen WLAN Router!

Theoretisch kann Nikon’s WT-2 WLAN. Schaut man genauer hin kann er WLAN aber nur ein bischen. Kein Wunder – die Technik hat sich in der Zwischenzeit weiterentwickelt. Nikon hat per Firmware aber nicht nachgebessert. So unterstützt der WT-2 zwar sowohl Infrastruktur-Netze nach 802.11 b/g als auch Ad-Hoc-Verbindungen, jedoch nur mit den Verschlüsselungsarten “unverschlüsselt”, “WEP 64bit”. “WEP 128bit” und “TKIP”, nicht jedoch WPA oder WPA2.

Nachdem fast alle heutzutage betriebenen WLAN Hotspots aus Sicherheitsgründen nur noch mit WPA oder WPA2 Verschlüsselung arbeiten fällt die Option, den WT-2 in den heimischen WLAN-Hotspot einzuklinken und darüber mit dem iPad zu kommunizieren weg. Zumindest solange wie man keinen zweiten Hotspot aufsetzt oder das heimische WLAN-Netz durch WEP unsicherer macht. Die Infrastrukturvariante ist aber vor allem auch deshalb keine Option, weil man seinen Hotspot unterwegs selten mit dabei hat. Sicherlich – es gibt mobile Hotspots. Noch ein Gerät, dass aufgeladen werden muss. Noch ein Gerät das funktionieren muss. Noch ein Gerät das potentiell kaputtgehen kann. Und auch nur ein Workaround, eine Krücke, weil beide Hersteller, sowohl Apple als auch Nikon, bei ihren Produkten mist gebaut haben.

Theoretisch ist das iPad ein Tablet Computer. Theoretisch sollte das iPad auch WLAN können. Jedoch kann man das iPad nicht als Hotspot konfigurieren oder Ad-Hoc-Verbindungen zu Geräten aufbauen, die mit einer etwas älteren Version des Standards arbeiten. Was soll denn der Unsinn?!

Das iPhone kann immerhin seit IOS 4.3 auch als “Persönlicher Hotspot” betrieben werden. Wireless Tethering heisst das im Fachjargon. Wenn man nicht grade Telekom-Kunde ist, bei denen Tethering standardmässig erstmal verboten ist. Das iPad (ebenso wie das iPhone (2G) und iPhone 3G) kann das trotz gleichem IOS Versionsstand aber nicht.

Ein weiteres Problem beim Hotspot im iPhone ist, dass er nur mit WPA arbeitet und keine anderen Verschlüsselungsarten unterstützt. Man kann nicht mal einfach einen offenen WLAN-Hotspot ohne Verschlüsselung mit dem iPhone erstellen! Nichtmal WEP wird unterstützt. Was für eine grandiose halbe Sache!

Neben der Abhängigkeit ob der Netzbetreiber Tethering erlaubt ist also auch noch die implementierung der Standards bei Apple lückenhaft und trotz gleicher Betriebssystemversion auch noch gerätespezifisch. In Summe betrachtet macht dies das iPad für viele Zwecke unbrauchbar und verkompliziert das Handling enorm. Useability sieht jedenfalls anders aus.

iPad ist doof. Zu allem fähig, aber zu nix zu gebrauchen.

In der Folge habe ich beschlossen das iPad einfach für diesen Zweck wieder in die Ecke zu pfeffern und stattdessen meinen guten alten eeePC wieder aus der Mottenkiste zu kramen, wenn ich meine D2X mit WT-2 zur Bildübertragung benutzen will und keine Lust habe mein MacBook mitzuschleppen.

Hey Nikon – wenn ihr grad ein bischen Zeit habt baut doch bittschön mal WPA in den WT-2 ein!

Und Hey Apple – wenn ihr mal was richtig geiles machen wollt, dann baut mal einen standardkonformen Hotspot in euere eBookreadersoftware!

Danke.

Ebay und der Wireless Transmitter

Nikon WT-2

Nikon WT-2

Ebay ist auch nicht mehr das, was es mal war. Kaum noch Schnäppchen, irreführende Angebote, zickige Verkäufer, mitunter wochenlange Versandzeiten und ein inzwischen zur Unbrauchbarkeit verkommenes Bewertungssystem – so macht das keinen Spass mehr.

Mein letzter Kauf war wiedereinmal so ein Reinfall – wie die drei vorangegangenen Käufe. Eigentlich hätte ich es besser wissen sollen. Aber wie sagt der Volksmund so schön: aus Erfahrung wird man Klug. Lernen durch schmerzen.

Ich habe also einen Nikon WT-2 ersteigert. Der Preis klang üblich für dieses nicht allzu oft angebotene Stück Fotohardware in gutem gebrauchten Zustand.

Beim studieren des Angebotes fand ich keinen Hinweis darauf, dass der Wireless Transmitter für meine D2X der dort angeboten wurde irgendwelche Funktionsstörungen hatte. Ja nichteinmal einen Hinweis darauf, dass er defekt oder unbrauchbar sein könnte. Die Bilder stimmten auch nicht mit dem Lieferzustand überein. Ebay im Jahre 2011 wie es leibt und lebt.

Immerhin erhielt ich die Ware schnell – was ja auch nicht mehr unbedingt normal ist im grössten Ramschkaufhaus des Internets.

Nach dem Auspacken stellte ich fest: Der USB-Stecker ist nicht mehr vorhanden. Also schrieb ich den Verkäufer an. Dieser schaltete auf Stur und verwies auf seine Annonce bei ebay, wo unten im ganz klein gedruckten (etwa 2cm unter dem fett gedruckten “funktioniert einwandfrei”) Stand, dass der USB-Stecker beschädigt sei.

Beschädigt?! Da war überhaupt kein Stecker mehr! Lediglich 4 kleine Drähte lugten noch aus dem Kabel an der Stelle hervor wo einstmals ein gekröpfter USB-Stecker hätte sein müssen. Auf eine weitere Streitfall-Öffnen-Odyssee bei ebay hatte ich echt keinen Bock mehr. Ich habe daher einen etwas unkonventionellen Weg eingeschlagen:

Ich kündigte meinen ebay-Account mit verweis auf die Gründe, schrieb der Verkäuferin eine letzte Dankesmail und schraubte dann den WT-2 auf. Wenn ich schon Bastelware angedreht bekomme, dann will ich wenigstens Spass haben und zumindest versucht haben das Gerät selbst zu reparieren. “Wenn ichs versaue kommt das Teil eben in die Tonne, aber dann habe ich wenigstens was gelernt” dachte ich mir…

Das Aufschrauben ist eine einfache Operation: 6 Schrauben lösen, WLAN-Antenne abklemmen, USB-Kabel ausbauen. Mit passendem Werkzeug und etwas Geschick leicht zu bewerkstelligen.

Anschliessend bin ich mit den Teilen des WT-2 zu meinem Lieblings Nikon-Servicepoint in München gelaufen, habe das USB-Kabel als Ersatzteil nachbestellen können und bin in Urlaub gefahren.

Kurz vor der Abreise bekam ich einen Anruf vom Servicepoint, dass das Ersatzteil nicht wie ursprünglich 15 EUR sondern 90 EUR kosten würde und ob ich es unter diesen Umständen immer noch haben möchte. Ja, wollte ich. Auch wenn 90 EUR für ein USB-Kabel schon eine ziemliche Frechheit sind. Aber was solls. Die Reparatur deswegen abzublasen wollte ich denn auch nicht. Und das Kabel selber löten kam aus Kosten- und Zeitgründen auch nicht in Frage.

Zwei Tage später lag in meiner email-Inbox die Nachricht, dass das Ersatzteil abgeholt werden kann. Montag dieser Woche habe ich es dann endlich abgeholt, eingebaut – und: Der WT-2 funktioniert wieder! Happy End einer ansonsten etwas unerfreulichen ebay-Geschichte.

Wenns nach mir geht die letzte dieser Art. Was ich mit dem WT-2 eigentlich machen wollte? Das ist eine andere Geschichte, die ich euch (hoffentlich) in ein paar Wochen erzählen kann.

Zurück an Deck…

Zurück an Deck

Zurück an Deck

Seit Montag bin ich wieder zurück von meinem Kanalsegeltörn. Aufregend war’s! Schön war’s! entspannt war’s auch!

Und wie immer zu kurz. VIEL zu kurz. Aber so ist das mit Urlaub eben meistens.

Mit dabei waren diesmal, in fotografischer hinsicht, unter anderem meine Nikon D5100, von der ich nach dem Törn begeisterter denn je bin. Was die kleine alles mitgemacht hat! WOW (Vorsicht! Persönliche Einschätzung!)

Das perfekte Tool für die qualitativ hochwertige Segel- und Reisefotografie. Besonders begeistert war ich von der Selbstauslöserfunktion und dem Klappdisplay. Beim Selbstauslöser hat man die Möglichkeit Vorlaufzeiten zwischen 1 und 20 Sekunden auszuwählen und sogar festzulegen wie viele Aufnahmen anschliessend gemacht werden sollen. 1-9 Aufnahmen kann man einstellen. Das Klappdisplay erleichtert die Bildgestaltung aus ungewöhnlichen Perspektiven immens.

Objektivmässig habe ich mich dieses Mal für mein Tamron 17-50/2,8 ohne VC, das Nikon AF-S 80-200/2,8 mit TC17e, das AF-S 50/1,4 und das 10,5er Fisheye entschieden. Damit habe ich praktisch alle Eventualitäten abgedeckt gehabt.

Kielboot "Gigi" vor der Mündung des River Yealm

Kielboot "Gigi" vor der Mündung des River Yealm

Tja – und nun bin ich wieder zuhause, sortiere die Bilderflut ein wenig vor (der Nachteil, wenn das Knipsen wieder so richtig Spass gemacht hat!), schnibbel die 35 Minuten HD-Footage auf erträgliche 5 Minuten herunter und schreibe mal wieder einen Blog-Eintrag.

Fototechnisch scheint in der Welt in den letzten zwei Wochen nicht allzuviel neues passiert zu sein:

- Nikon hat einen ganzen Haufen neue Kompaktknipsen vorgestellt, darunter die neue P7100 und eine Wasserdichte mit GPS, genannt AW100. Leider immer noch nichts konkretes zur spiegellosen Nikon und zur langersehnten D800…Da kann ich meine D700 ja noch ein Weilchen behalten. ;-)

- Von Sony kam die Ankündigung zweier neuer Nex Systemkameras, gennant Nex 7 (full featured) und Nex 5N (klein und leicht) sowie einem Adapter mit Phasen-AF für die Adaptierung von Alpha-Objektiven ans Nex-System und ein Satz Objektive (bitter nötig!).

- Bei Canon gibts ausser drei neuen Kompakten nur Gerüchte – z.B. über die 5D Mk III, die vielleicht oder vielleicht auch nicht im Oktober angekündigt werden wird.

Achja – fast hätte ich es vergessen: Mein Ersatz-USB-Kabel für meinen defekten WT-2 ist angekommen. Aber das ist dann eine neue Geschichte. Ebenso wie die Stories über den Propellerverlust in der Schleuse von St. Malo und die putzwütigen Geldautomaten und ein Wrackmuseum auf Guernsey.

Bleibt dran – ab jetzt gehts wieder etwas regelmässiger weiter auf diesem Blog.