Die liebenswürdige Sony Nex 7 ist da!

Weihnachten ist für mich in diesem Jahr am 30.12. gewesen. Eigentlich wollte ich mir bei Gravis eine neue Videoschneidemaschine besorgen, doch dummerweise bin ich vorher “nur mal ganz schnell” beim Fotoladen vorbeigelaufen. Und hängengeblieben.

Ich dacht’ mir: schaust mal was es so neues aus Thailand gibt – und FALLS sie die Nex 7 da haben (und sie hatten noch eine) KÖNNTE ich ja mal gucken ob die Software jetzt etwas flotter geworden ist…Und – Ja, ist sie. Und ein Zeiss 24/1,8 stand ebenfalls herum und wollte mit, das wusste ich vorher aber auch noch nicht. Jackpot! Und die Kamera wollte gar nicht mehr aus meiner Hand raus – schlimmer noch: ICH wollte sie nicht mehr WEGLEGEN!

Ganz ehrlich: Ich konnt nicht anders als den Videoschnittmaschinenkauf auf irgendwann VIEL VIEL später zu verschieben und stattdessen einen Videofotomaschinenkauf draus zu machen. Dieses neue Wunderdings der Sony und Zeiss’schen Kamerabaukunst mit nach Hause nehmen…Ja, so war das Weihnachten Anno 2011.

Kaum war die erste Runde in der Stadt gedreht sind mir natürlich ein paar Dinge aufgefallen. Positive wie negative. Auch interessantes, und irrelevantes:

- Die Abdeckklappen über HDMI und Mikrofoneingang sind geteilt aufklappbar und solide verarbeitet, jedoch nicht abgedichtet.

- Der elektronische Viewfinder ist super!

- Das Menü ist was für Geschichtsprofessoren – soviel kann man gar nicht auswendig lernen, dass man alles wiederfindet.

- Einige Funktionsbelegungen an den zahlreichen Softkeys, Funktionstasten und Rädchen sind doppelt belegt, andere hingegen gar nicht zu finden. Unter bestimmten Voraussetzungen kann man manche Einstellungen auch gar nicht benutzen. Ich hoffe das ändert sich vielleicht noch mit der nächsten Firmware…

- Auto-ISO in M funktioniert nicht *schmoll*

- Adaptierte Objektive bekommt man zum Laufen, wenn man die Option “Auslösen ohne Objektiv” irgendwo in irgendeinem der Untermenüs anschaltet.

- Man kann die Funktionsbelegung der oberen beiden Räder leider weder ändern noch vertauschen noch die Drehrichtung verändern.

- Leider kann man in den Einstellungen die Anzeige auf “Auto” stellen, was zur Folge hat, dass wenn man die Kamera ans Auge hebt der Sucher erst mit einer kurzen Verzögerung “anspringt”, oder aber man stellt die Einstellung auf “Viewfinder” – dann wird auf dem Display gar nichts mehr angezeigt und man muss jedesmal durch den Sucher gucken für Preview, Aufnahme und Menü. Alternativ kann man die Einstellung auch auf “LCD-Display” (das, nebenbei bemerkt, erstaunlich gross, klappbar und qualitativ top ist) stellen, dann ist der Sucher jedoch leider überflüssig, da man dann nur noch das Display nutzen kann (für alles)

Olympus hat damals bei der Einführung des VF-2 auch zunächst nicht gerafft, dass die Wiedergabe bitteschön auf dem LCD erfolgen soll und ansonsten einfach der Sucher aktiv ist. Vielleicht kommt das ja in der nächsten Firmware noch…

- HD-Video ist Top! Man hat die Wahl zwischen verschiedenen FullHD-Auflösungen und Bitraten. Das höchste der Gefühle ist 1080p50 mit 28MB/s in AVCHD Progessive, die Bildqualität ist bestechend gut. Ein Testimport der AVCHD Files in Final Cut Pro X klappte auf anhieb und flott.

- Der AF funktioniert im Videomodus mal gut, mal pumpt er ein wenig, funktioniert aber ansonsten tadellos, flott und leise – auch während der Aufnahme. Das Bild wird bei nicht stabilisierten Objektiven elektronisch stabilisiert, was ganz ausgezeichnet funktioniert. Mit den beiden Rädern auf der Oberseite der Kamera kann man jederzeit vor, während und nach der Filmaufnahme die Blende verstellen und die Belichtungskorrektur verändern. Toll!

- Etwas gewöhnungsbedürftig ist, dass eine manuelle Fokussierung im Filmmodus nur bei eingestellter manueller Fokussierung möglich ist, nicht jedoch im hybriden, “DMF” genannten, AF/MF Modus.

- Firmware ist 1.00, da besteht also noch Hoffnung.

- Diese Spielzeugfeatures wie “Schwenkpanoramamodus” oder “3D Stereo Bild Modus” oder die Unmengen an “Motivprogrammen” sind ja wirklich ganz witzig, aber das kennt man ja schon von den älteren NEXen.

- Der Blitzschuh nervt. Proprietärer Mist, den hätte Sony von Minolta nicht wirklich übernehmen müssen. Wo bekommt man eigentlich preiswerte Mittenkontakt-auf-scheiss-Minolta-Blitzkrampfschuh-Adapter her? Gibts die unkaputtbaren, mit viel Metall gefertigten von Hama von früher noch irgendwo? Oder hat am Ende vielleicht sogar noch einer von euch so einen Adapter zu Hause liegen, den er nicht mehr braucht?

- Das Zeiss 24/1,8 ist definitiv der Wahnsinn! Knackscharf schon bei offener Blende, sauber verarbeitet, schnell fokussierend und unhörbar leise. Toll!

 

Später mehr.

Nikonrumors meint: Da kommt vielleicht noch was in 2011…

Nikonrumors Website

Nikonrumors Website

Nikonrumors ist der Meinung, daß nächstes Wochenende (3./4.12.) womöglich doch noch ein Announcement von Nikon kommen wird.

Ausserdem schreiten die Aufräumarbeiten im thailändischen Nikon-Werk wohl gut voran und die alternative Fertigungsstätte soll deutlich schneller hochgezogen worden sein als ursprünglich geplant, sodass man fast einen Monat früher als geplant Anfangen kann mit der Fertigung.

Da kommt evtl. nicht nur das Announcement der D800 sondern vielleicht auch noch vereinzelt ein paar D800 Kameras in die Shops in diesem Jahr? Den SB-910 Blitz sowie ein 16-85 für DX halte ich allerdings für unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher klingt da schon das AF-S 85/1,8. Lassen wir uns überraschen.

Neues zu Sony Nex 7 und Zeiss 24/1,8

Sony Nex 7

Sony Nex 7

Gestern hatte ich sie zum ersten Mal in Händen: Die neue Sony Nex 7. Auf der Sauter Hausmesse am Sony Stand. Sie war gar nicht so einfach zu bekommen – es herrschte ein regelrechter Belagerungszustand.

Was mir richtig gut gefallen hat ist der elektronische Sucher, der Monitor, die Verarbeitungsqualität und die Bildqualität (der Sensor ist einfach der Wahnsinn, erste High-ISO Checks auf dem Kameradisplay sahen entgegen allgemeiner Forenmeinung sehr gut aus!). Womit ich nicht so zufrieden bin ist die Trägheit der Kamera, das für mich äusserst gewöhnungsbedürftige, zu verspielte Userinterface  und das unübersichtliche Menü. An letzteres könnte ich mich wohl noch gewöhnen, aber nicht an die Verzögerungen beim Verstellen der Blende und der Belichtungskorrektur oder dem Druck auf den Auslöser sowie bei der Navigation in den Menüs. Gut gelöst ist auch die Unschärfeverstärkung beim Fokussieren als Hilfe für manuelles Fokussieren.

1000 EUR ist diese Kamera aus meiner Sicht zum jetzigen Zeitpunkt daher nicht Wert, eher 500-650. Und ein DSLR-Killer oder Leica M Ersatz ist sie auch nicht. Noch nicht.

Jedoch denke ich, dass sie als Zweitkamera durchaus viele Freunde finden wird. Vermutlich auch unter den Leica M Benutzern, die einfach eine Kamera für alles haben wollen, was mit einer M nicht oder nicht so gut geht: Makro, langes Tele und Superweitwinkel.

Ich sehe die Nex 7 als Studie, was aktuell mit moderner Technik möglich ist und als Wegweiser wohin die Reise gehen könnte. Das Gerät hat noch einige Ecken und Kanten, macht aber Lust auf die nächsten Generationen von Spiegellosen in der Zukunft. Rein von den Specs und Features auf dem Papier ist die Nex 7 jeder verfügbaren mFT Kamera haushoch überlegen – allein schon deshalb, weil es bisher weder Olympus noch Panasonic bisher geschafft haben eine Kamera mit Klappdisplay, AVCHD Video, eingebautem EVF und APS-C Sensor, eingebautem Blitz und mindestens zwei Einstellrädern und mit Kompaktkameraformfaktor zu konstruieren.

Begeistert hat mich auch das neue Zeiss 24/1,8 zur Nex-Serie. Auch das 30er Makro und das 50/1,8 ist einen Blick wert. Mit diesen drei Brennweiten hat Sony endlich ein komplettes Lineup mit Top Festbrennweiten für den Reportagebereich auf dem Markt, das die Zooms lichtstark ergänzt.

Der Standmitarbeiter liess durchblicken, dass aufgrund der Überschwemmungen in Thailand vermutlich nicht damit zu Rechnen sei, dass die Nex 7 vor Januar 2012 in Stückzahlen im Handel verfügbar wird. Dies deckt sich mit den im Internet kursierenden Vermutungen.

Na dann – schaun mer mal.

Nikon D800 wohl nicht mehr in 2011 erhältlich

Wie Nikon am 4. November bekanntgegeben hat wurden die Ziele für 2011 wegen der Flutkatastrophe in Thailand heruntergesetzt. In der Präsentation heisst es unter anderem:

“Financial impact by floods based on the above plans…Negative impact – Sales: 65.0 billion yen…”

weiterhin heisst es:

“Alternative production is scheduled starting in December 2011 in Nikon group plants worldwide and partner factories in Thailand…Nikon Thailand expects to gradually resume its operation starting in January 2012…It is planned that the full-scale production is restored at the end of March, 2012.”

Ob Nikon die D800 dennoch vorzeitig ankündigen wird ist fraglich, da Nikon hier in der Regel keine langfristigen Vorhersagen macht sondern Produkte erst ankündigt wenn sie oder kurz bevor sie im Handel erhältlich sind. Noch dazu hat es wenig Sinn, wenn man sich das Weihnachtsgeschäft mit einer langfristigen Ankündigung kaputt machen würde.

Ich rechne daher in diesem Jahr nicht mehr damit, dass die D800 im Laden erhältlich sein wird und tippe auf Januar 2012. Traurig bin ich deswegen nicht, für einen 36 MP Boliden ist meine Festplatte ohnehin zu klein, aber neue Kameras sind halt doch immer irgendwie faszinierend. ;-)

Blick in die Blogrunde Ende Oktober 2011

Es ist wieder Freitag, für viele der Start in ein langes Wochenende. Zeit für einen kurzen Rundblick in die Fototechnikszene.

Was kommt? Was gibts neues?

Die lautesten Fotonews kommen diesmal aus Thailand: Vom Hochwasser sind nicht nur die Menschen und Festplattenhersteller in Thailand sondern auch diverse Fabriken von und Canon, Nikon und Sony betroffen, die Roadmaps kommen zum Teil erheblich durcheinander.

Nikons Ankündigung der D800 lässt daher weiterhin auf sich warten, evtl. gibt es um den 9. November hierzu mehr Neuigkeiten.

Die Sony Nex-7 kommt später als ursprünglich geplant, evtl. Dezember oder Januar. Sony hat auf der Nex-7 Seite jedenfalls den Hinweis auf die Lieferbarkeit “Mitte November 2011″ erstmal entfernt.

Im Systemkamera-Forum werden derweil schonmal vorsorglich die High-Iso-Eigenschaften der 7er aufgrund einer “Hands-On Preview” einer vorserien-Nex von dpReview kritisiert. Der dpReview Vorab-Test mit nicht finaler Firmware könnte ein geschickter Schachzug der Sony Marketings sein um den Absatz der 5n anzukurbeln, oder Sony hat’s tatsächlich im High-Iso-Bereich mal wieder vergeigt. Warten wirs ab. Bislang ist das alles noch Spekulation über ungelegte Kameras.

Zeiss stellt im Rahmen der PhotoPlus Expo in New York sein neues Zeiss Distagon 2/25 T* für Canon (ZE) und Nikon (ZF.2) vor. Mal wieder ein toll gerechnetes und gefertigtes Objektiv aus dem Hause Zeiss, aber ohne Autofokus. Preislich wie brennweitenmässig liegt das neue 25er in der Nähe des Nikon AF-S 24/1,4, das aber AF und mehr Lichtstärke besitzt. Ich verstehe nach wie vor nicht, warum Zeiss sich nicht endlich auch mal an hochwertig verarbeitete Autofokusobjektive für Canon und Nikon und ggf. Pentax herantraut. Damit würde Zeiss meiner Meinung nach ein regelrechter Durchbruch im oberen Qualitätssegment gelingen, da Sigma, Tokina und Tamron hier nichtmal ansatzweise an die von Zeiss gebotene Qualität heranreichen.

Lustig war auch das YouTube Video über den Panoramaball, den ich allerdings nicht für so gut gehalten habe, dass er mir einen eigenen Blog-Artikel wert gewesen wäre. Die Bildqualität lässt doch sehr zu wünschen übrig. Dennoch eine nette Spielerei und eine lustige Idee. Hier der Link zum Video: http://www.youtube.com/watch?v=Th5zlUe6gOE

Für etwas Aufsehen (und anschliessend schnelles wegsehen) hat bei mir die Nachricht gesorgt, dass YongNuo nun (endlich) mit dem YN460-RX und -TX ein TTL-fähiges Funkblitzsystem für Nikon und Canon auf den Markt gebracht hat. Preislich ist das Set bestehend aus Sender und Blitzgerät mit eingebautem Empfänger im Vergleich zu den RadioPopper oder Pocketwizard-Lösungen relativ günstig, jedoch muss man Abstriche bei den Funktionen machen: Lediglich drei Kanäle kann man vom Sender aus ansteuern, davon ist jedoch nur einer TTL-fähig und die anderen beiden ausschliesslich manuell einstellbar. Immerhin können so bis zu 16 Blitzgeräte angesteuert werden, die Reichweite gibt der Hersteller mit bis zu 200m an. Ob dies in der Praxis tatsächlich immer zuverlässig funktioniert ist allerdings fraglich.

Auch bei Lytro’s Lichtfeldkamera kommt langsam etwas Bewegung rein. Die ersten Kameras können bestellt werden, jedoch leider nur solange man über eine amerikanische Adresse verfügt. Die Kamera an sich sieht ein bischen wie ein alter Diabetrachter oder ein Kaleidoskop aus, das Userinterface beschränkt sich auf drei Knöpfe: Ein/Aus, Zoomknopf und Auslöser. Dafür ist sie relativ günstig zu haben. dpReview hat einen “first look” gepostet.

Bleiben die Spiegellosen Systemkameras mit Kompaktknipsensensor: Die Pentax Spielzeug-Q liegt, erwartungsgemäss, wie Blei in den Regalen der Fotohändler. Dort ist sie allerdings nicht alleine, denn die Nikon 1 Serie leistet ihr gute Gesellschaft. Ebenfalls wie zu erwarten. Wenn schon spiegellos, dann bitteschön zukunftssicher, mit vernünftiggrossem Sensor und wenn, dann nicht zu Mondpreisen! So wird das nix.

Zum Schluss noch eine kleine Vorankündigung: ein Freund von mir hat mir gestern einen kleinen, pfiffigen Blitzdiffusor vorbeigebracht, genannt “Strobella” – hierzu wird es in den nächsten Tagen vielleicht noch einen gesonderten Artikel geben, sobald ich ausreichend Zeit hatte ihn auszuprobieren. Erster Eindruck: Totaaaaal Süüüß! Da wird mein Blitz zum Cocktailglas!