Kleinbild-SLR reloaded: Olympus OM-D E-M5

Olympus OM-D E-M5 in AktionVor einigen Wochen bekam eine gute Bekannte von mir ihre neue, silberne Olympus OM-D E-M5 geliefert. Einen Tag später traf ich sie zufällig (naja – ok: nicht ganz zufällig) im Park mit ihrem neuen Spielzeug. Eigentlich konnte ich es kaum erwarten sowohl meine Bekannte als auch ihr neues Knipsi mal (wieder) zu sehen.

Seitdem bin ich hin- und hergerissen, spiegellos wieder zurück zu Olympus zu Wechseln oder doch meine Nex-7 zu behalten, die mir bis jetzt schon so viel Freude bereitet hat (Sony-Schrottservice mal ausgenommen).

Keine einfache Entscheidung. Hätte ich nicht noch ein paar Fotojobs zu fotografieren dieses Jahr und somit keinen zweiten Nikon-Body gebraucht hätte ich sie evtl. einfach mal gekauft, die “OMG” (Oh My God) eine Weile ausprobiert und mich anschliessend für die Nex oder die Oly entschieden. Aber so wurde das leider nichts. Zum Glück gibts Freunde und Bekannte (inzwischen hat sich ein weiterer Freund eine OM-D zugelegt), bei denen man ab und zu mal ein bisschen die Cam ausprobieren darf. :)

Mein erster Eindruck? Schaut superschick aus, fast wie meine silberne Pentax MX damals. Sehr Flott in jeder Hinsicht, der eingebaute Elektronische Sucher begeistert und ist nochmal einen ganzen Tick besser und reaktionsschneller als der VF-2 von Olympus oder gar der eingebaute EVF der Nex-7.

Die Bildqualität ist deutlich besser als bei allen vorherigen Olympus mFT-Kameras. Sie fühlt sich ausgesprochen wertig und kompakt verarbeitet an und liegt trotz meiner nicht ganz kleinen Pranken ziemlich gut in der Hand. Alle bildwichtigen Bedienelemente sind vorhanden und leicht zugänglich, die Drehräder rasten definiert ein (klarer Vorteil gegenüber der Nex-7!), lediglich der Wiedergabe-Button ist etwas umständlich zu erreichen. Olympus konnte durch das zweite Rädchen auf der Kameraoberseite sogar auf diese blöde kombinierte Drehrad-Wippe verzichten, die mich immer so genervt hat. Der Akku hält ewig, da ist es zu verschmerzen, dass die E-M5 nicht mehr die guten alten BLS-1 Akkus aus der E-P-Serie unterstützt.

Richtig cool fand ich auch den s/w-dramatic-tone Filter. Manchmal steh ich auf so einen Unfug. Ehrlich! :)

Ja, was gibts sonst noch? Olympus hat es natürlich mal wieder nicht hinbekommen, den Blitz ins Gehäuse einzubauen (irgendwas hebt sich Olympus ja immer für die Zukunft auf), aber immerhin gehört ein taschentauglicher Aufsteckblitz zur E-M5 dazu, mit dem man auch andere Blitze fernsteuern kann. Das ist aber auch schon der einzige negative Kritikpunkt, den ich bisher entdecken konnte.

Ansonsten ist alles drin: EVF eingebaut, Klappdisplay dran, Videomodus drin, 16MP Auflösung, rauschverhalten bis ISO3200 akzeptabel, Farben toll und der Autofokus sehr flott (ich hatte den Eindruck: einen ganzen Tick flotter als bei der Nex-7).

Insgesamt die beste mFT Kamera, die man je kaufen konnte und für die man als Micro Four Thirds Fan, falls man denn zur Zeit noch eine bekommt, sicherlich gerne die happigen 1299 EUR (inkl. Kit) auf den Tisch legt. Das ist in etwa der Preis den man für eine E-3 ohne Spiegelsucher hätte zahlen müssen als sie rauskam – und genau in dieser Liga spielt die E-M5 auch.

Nebenbei bemerkt ist die OM-D die erste digitale Kamera, die dem alten, praktischen 70er Jahre Kleinbild-Spiegelreflex-Formfaktor wirklich folgt, sowohl vom Gewicht als auch von der Grösse her – obwohl sie weder Kleinbild noch Spiegelreflex ist.

Das macht diese kleine Knipse umso sympathischer.

Neuigkeiten von der Sauter Hausmesse

Werbung für die Sauter Hausmesse auf deren WebseiteFreitag und Samstag war wieder einmal Hausmesse bei Foto Sauter in München. Alle namhaften Kamerahersteller waren vertreten. Auch HapaTeam und Kaiser Fototechnik hatten einen Stand und sogar Walimex war mit einem Koffer voll Objektiven dabei.

Nikon – wie gewohnt Top.

An den Ständen von Nikon im 1. Stock gabs einen Check & Clean Service, den ich auch gleich mal in Anspruch genommen habe. (Canon hatte auch so einen Tisch, aber der Nikon-Man war einfach freundlicher…). Danke!

Eine D800 war ebenso wie die D4 (die ich persönlich viel spannender finde als die 800…) am Stand vorhanden, auch einige Big Guns wie z.B. das AF-S 300/2,8 VR oder das 200-400/4 waren da. Die D4 hab ich mir kurz angesehen, vieles hat mir gut gefallen, manches nicht. Die Kamera macht nicht mehr so einen panzerstabilen Eindruck wie ihre Vorgänger. Das Auslösegeräusch ist  nicht mehr so hübsch wie bei der D3/s/x, der AF-Umschalter ist der gleiche wie bei der D800, also dieser AF/M-Schalter mit Funktionstaste – muss man mögen. Und ansonsten ist das Teil ein echter Profikracher. Wie nicht anders zu erwarten war. Sehr lecker.

Sony: Nett aber machtlos

Am Sonystand war eine erfreulich kompetente, freundliche Mitarbeiterin anwesend, mit der ich mich eine Weile unterhalten habe. Definitives rausgelassen hat sie nichts (logisch!). Aber an den entscheidenden Stellen nichts gesagt, dass hat sie. ;-) Ich denke wir bekommen im Laufe des Jahres noch ein hübsches 85/1,4er Zeiss für die Nex präsentiert. Und vermutlich auch die bereits kolportierte alpha 99, vermutlich mit Kleinbildsensor – Photokina heisst das Stichwort.

Vielleicht auch eine lichtstarke Normalbrennweite, aber wohl eher etwas später. Auch die Lieferengpässe vieler Nex-Objektive sollen wohl langsam der Geschichte angehören, Sony hatte wohl Probleme bei der Umstellung des Warenwirtschaftssystems (ist das die neue Ausrede, nachdem Thailand langsam in Vergessenheit gerät?). Warten wirs ab.

Meine Augenmuschel für die Nex-7 ist jedenfalls immer noch nirgendwo zu bekommen, angeblich weil alle Teile sofort dafür benutzt werden um neue Kameras zu bauen – echt cool wäre es gewesen, wenn man kurz unter den Tresen gegriffen hätte und einen Ersatz hervorgezaubert hätte, aber wir sind ja bei Sony…

Das Interessanteste war noch die Info, dass ein Firmwareupdate für die Nex-7, dass vermutlich auch das Magenta-Vignettierungsthema beheben soll, unmittelbar bevorsteht, jedenfalls nicht mehr lange auf sich warten lassen wird.

Genau genommen gabs am Sony Stand also wie gewohnt viele Ausreden und weiterhin keine Lösungen. Stattdessen die Frage ob ich nicht Lust hätte eine “Profi-DSLR” von Sony zu kaufen. “Sie glauben doch nicht im Ernst, dass ich mit ein paar tausend Euro in ein System wechsle, bei dem ich einen so miesen Service und so schlechte Teileverfügbarkeit bekomme wie bei Sony, oder?” “Ja – wir wissen, da müssen wir noch eine ganze Menge verbessern, wenn wir ins Profisegment einsteigen wollen…”. Na hoffentlich passiert das bald, denn den Ruf ruiniert man sich extrem schnell, baut ihn aber nur mühsam wieder auf. Die Vorschusslorbeeren hat Sony bei mir jedenfalls schon voll aufgebraucht.

Pentaxfan

Superlustig auch der Auftritt des Promoters am Pentax-Stand. Ein richtig enthusiastisch redender Fanboy war das, leider war er nicht in der Lage zu verstehen, warum Pentax unbedingt eine Kleinbild-DSLR bauen muss, auf die nicht nur das halbe Digitalfotonetz spätestens seit der istDS wartet – bzw. wenn das mit den Systemwechseln so weiter geht: gewartet hat.

Daß er bei mir nur ein müdes Lächeln auf die Frage erntete wie mir der neue K-01 Türstopper gefällt konnte er auch nicht begreifen. Wenn der Kerl denn nur mal eine Minute still zugehört hätte statt zu Quasseln, dann hätte er es vielleicht verstanden. Schade jedenfalls, dass der nette, freundliche Pentax-Promoter mit der James-Brown-Wuschelkopffrisur nicht mehr für Pentax unterwegs ist. Mit dem hatte man immer viel Spaß und er hat einen guten Eindruck für die Marke Pentax hinterlassen, auch wenns Produkttechnisch mal nicht so viel neues zu Erzählen gab.

Leicafreundlich

Bei Leica war ich auch kurz, das komplette Kamera-Lineup wurde auf echtem Holz präsentiert. Tolle Sache. Die M9-p ist schon ein Leckerbissen. Wenn, ja wenn da nicht… Aber eines Tages…!

Was mir jedenfalls extrem positiv aufgefallen ist: Leica hat diesen überheblichen Leica-Promoter von der letzten Hausmesse gegen einen sehr freundlichen, aufmerksamen und kompetenten Herrn, ich schätze er war um die Vierzig, ausgetauscht. Der andere war ja auch echt nicht zum Aushalten mit dem Unfug, den er da verzapft hat. Sehr schön – nächstes Mal schaue ich gerne wieder vorbei!

Fuji X-Pro 1zigartig

Bei Fuji am Stand gabs die X-Pro 1 zu befummeln, immerhin mit den 18er und dem 60er Objektiven, das 35er war ausverkauft und nichtmal der Standmitarbeiter konnte eines bekommen.

Ultrakurzfazit: Ich verstehe den Hype nicht. Der AF ist bestenfalls unterdurchschnittlich, der Sucher im Vergleich zur Olympus OM-D E-M5 und Sony Nex 7 ein gruseliger Peepshowsucher mit Gucklochfunktionalität. Allerdings finde ich das Hybrid-Thema nach wie vor spannend, mal sehen was Fuji da noch draus macht. Die 1600 EUR ist die X-Pro 1 meiner Meinung nach jedenfalls zurzeit so nicht Wert, und auch die Verarbeitung wirkt nicht so hochwertig, wie ich das erwartet hätte.

Olympusüberfüllt

Bei Olympus hätte ich fast auch noch vorbeigeschaut, doch leider war der Andrang wegen der OM-D E-M5 so gross, dass ich meine Fragen gestrichen habe. Wie ich später hörte, soll das Standpersonal wohl extrem unbegabt gewesen sein. Von daher war die Entscheidung wohl goldrichtig.

HapaTeamSynchron

Am HapaTeam Stand wurde ich dann noch auf ein Produkt aufmerksam gemacht, mit dem es sowohl möglich ist per Funk fernauszulösen (Sender in der Hand, Empfänger an der Kamera) als auch synchron auszulösen (Sender auf Blitzschuh löst Empfänger an anderer Kamera synchron aus) als auch Blitze funkgesteuert zu triggern (Sender auf Blitzschuh löst Blitz auf Empfänger aus). Ein paar andere Gimmicks waren neben den Standard-Gary-Fong-Dingeldongs im Gepäck: Ein Mikrofonmischpult mit Stativanschluss und ein Konkurrenzmikrofonprodukt zum Rode Stereo Video Mic zum Beispiel. Nett.

Hallo Herr Kaiser

Last but not least hatte der Herr von Kaiser Fototechnik zwar keine Lösung dafür, wie man die Sony Nex-7 per Funk auslösen könnte, war aber sehr freundlich und kompetent und gab mir die eMail-Adresse eines Technikers, mit dem ich das Thema mal besprechen kann, falls ich das wollen würde. Sehr nett.

Und was Sigma bei Tamron?

Bei Sigma gabs ein paar neue Nex und mFT Objektive zu begrabbeln, der Stand wie immer vorbildlich ausgestattet. Auch Tamron war da, aber dafür fehlte mir dann die Zeit.

Fazit

Insgesamt war die Foto Sauter Hausmesse mal wieder ein richtig schönes Erlebnis, quasi die “kleine Photokina” direkt vor der Haustür – Echt eine dolle Sache. Danke! Bitte weitermachen!

Megapixel machen Blind. Eine Sonntagskolumne.

Es kann doch nicht sein, dass es außer der Nikon D800 keine anderen Themen mehr in der fotografischen Landschaft gibt, die zur Zeit alle brennend interessieren.

Neue Kameras kommen andauernd auf den Markt, auch welche mit immer noch mehr Megapixeln. Und dennoch ist der Artikel über die D800/E und 5D III der meistgelesene der Woche auf dem Blog gewesen, obwohl er zu allem Überfluss auch noch zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt am Freitag Abend publiziert worden ist.

Vielleicht ist ja doch etwas dran an dem Spruch: “Es ist alles schon einmal fotografiert worden, nur noch nicht mit jeder Kamera.”

In den Kameraforen diskutieren sich die User in diesen Tagen ‘nen Wolf, meckern und mosern dass sie so lange auf die neue Knipse warten müssen, zicken rum und ärgern sich wie über einen zweiten Platz des FC Bayern. Als könne man allein wegen der bloßen Ankündigung eines neuen Pixelboliden keine vernünftigen Fotos mehr machen! Systemwechseldrohungen werden ausgesprochen, Bitten, Flehen, Verzweiflung, Spott und Hohn vermischen sich zu einem lustigen Spektakel im Netz.

Rückblende: Vor 6 Jahren noch galten 6 Megapixel als normal. Besonders hochauflösende Spiegelreflexkameras hatten 10 oder 12 Megapixel. Das war aber auch schon das Höchste der Gefühle. Eine Pentax 645D war allenfalls im Klickdummy-Stadium und Kleinbild-Digital gabs damals nur bei Canon und Kodak. Die Kodak langsam, veraltet und unbezahlbar, die 5D mit bescheidenem AF, miserablem Auto-ISO und grottigem High-ISO, ohne Gehäuseabdichtung oder Staubentfernung – und ebenfalls nahezu unbezahlbar.

Nun starren alle wie gebannt trotz bekannter Autofokusprobleme bei den seitlichen AF-Feldern und weiterer Kinderkrankheiten auf die Haben-Will-36MP-D800/E, warten sich einen Ast und vergessen das Fotografieren.

Und das obwohl die D800 ausser einem Sensor mit noch mehr Megapixeln und einem guten Bildprozessor eigentlich nichts wirklich neues zu Bieten hat: Kein WLAN in der Kamera, kein Klappdisplay, kein Sucher mit LCD-Maskierung – nichtmal ein Ethernet-Anschluss oder eine auswechselbare Bildeinheit ist drin. Auch die Verarbeitung wirkt nicht ganz so wertig wie noch bei der D700. Dafür kostet die Kamera satte 500-800 EUR mehr als die D700 bei ihrer Markteinführung. Unfassbar. Aber vielleicht verstehe ich das alles auch einfach nur nicht richtig. ;-)

So sehr erblindet sind die potentiellen Kunden, dass z.B. die wirklich gelungene, reisetaugliche Olympus OM-D E-M5 völlig untergegangen ist, obwohl man mit ihr vermutlich weitaus öfter Fotos machen würde als mit einer Backstein-D800.

Hinzu kommt, dass auch die E-M5 genauso schlecht erhältlich ist wie die neu angekündigte X-Pro 1 von Fuji, die auslieferungsgestoppte Canon 5D III, die gehypte D800/E oder die Profi-D4 und 1DX. Zurzeit gibt es eigentlich nur nicht lieferbare neue Kameras und günstige Gebrauchte. Erstaunlich eigentlich.

Bei Ebay lösen sich währenddessen die Preise für die 12MP Kleinbild DSLRs D700, D3 und D3s buchstäblich auf als hätte man Flußsäure darüber gegossen – und das obwohl Nikon die neuen Kameras in Dosierungen in den Markt tröpfeln lässt, die man noch nicht mal homöopathisch nennen kann.

Gut für diejenigen, die jetzt günstig eine D700 oder D3/s ergattern wollen. ;-)

Die Gebrauchtpreise bei eBay für die D700 gehen inzwischen bei 1300 EUR los, die für die D3 bei 1475 EUR und auch die gar nicht so alte D3s wird zum Teil schon in den unteren 2000 EUR Regionen und darunter gehandelt.

Sicher – Equipment ist toll. Aber wenn ich diese D800 Hysterie aus einiger Distanz betrachte, dann habe ich spontan 2 Gedanken dazu:

“Geilheit schaltet den Verstand aus” und “Technikquartett ist interessanter als das Hobby Fotografie an sich”. Natürlich ist es oft einfacher sich eine neue Kamera zu kaufen als selbst daran zu arbeiten bessere Bilder zu machen. Bessere Bilder lassen sich nunmal nicht zwingend an mehr Megapixeln, noch höheren rauschfreien ISOs oder noch tolleren Effektfiltern in der JPEG-Engine erkennen. Das sind nur technische Randaspekte.

Wenn Max Möchtegern nun beispielsweise mit dem neuesten Boliden wie gehabt seine Katze (nichts gegen gut gemachte Katzenfotos, aber ich denke ihr wisst was ich meine…) oder eines von diesen 08/15 Sonnenuntergangsfotos mit schiefem, mittigem Horizont ohne Tiefenstaffelung und leicht verwackelt aufnimmt werden die Bilder nur durch die Kamera allein nicht besser. Man könnte sie lediglich NOCH GRÖSSER ausbelichten und hoffen, dass man allein durch noch mehr Details bei den Freunden Staunen auslösen kann, dass eben noch mehr Details auf dem 2x3m Plakat zu sehen sind. Aber mal im Ernst: wieviele eurer Fotos lasst ihr in Formaten grösser als 60x90cm ausdrucken? Oder beginnt jetzt vielleicht die Zeit in der die Hobbymegapixelfans anfangen ihre 100% Crops auf 50X70cm aufzuziehen?

Wer von den D800 Käufern hat denn vor dem Kauf schon mal darüber nachgedacht, dass sein oller Pentium 5 mit 1GB RAM und 120GB Festplatte vielleicht nicht mehr zeitgemäss genug ist um mit den 36MP RAWs fertig zu werden? Etliche Käufer werden sich wundern, dass auf ihrem Rechner das Entwickeln der Bilder wieder so lange dauert wie früher, als man den Film noch ins Labor geschickt hat. 80% der Käufer werden zwar alle Bilder mit 36MP aufnehmen, sie dann aber trotzdem wie schon jetzt in 1024×768 Pixel Auflösung oder noch kleiner ins Internet stellen. Vielleicht sogar 1:1 crops in dieser Auflösung.

Apropos ins Internet stellen: Habt ihr schon daran gedacht eure alte DSL 6000 Leitung upzugraden, damit der Upload eines einzigen D800 JPEGs nicht ‘ne halbe Stunde dauert? Gibts bei euch im Viertel überhaupt schon Glasfaser oder DSL20000?

Ob das 14-24/2,8 dann zum Standardobjektiv wird? Schliesslich kann man damit durch Croppen so gut wie jede gängige Brennweite simulieren. Für 800×600 Portraits mit 85mm Bildwirkung ist das Objektiv jedenfalls an der D800E durchaus zu gebrauchen. Vorausgesetzt man trifft alle Vorkehrungen, damit man das Bild nicht verwackelt, was ja ebenfalls ein Thema ist, das bei einer 36MP Knipse deutlicher zu Tage tritt als bei den “alten” 12MP Dingern.

Einen Grund gäbe es allerdings wirklich auf die D800 upzugraden: Wenn man seine liebgewonnenen APS-C Objektive weiter benutzen möchte und sich keine neuen Kleinbildobjektive anschaffen will. Wobei hier natürlich die Frage ist, ob man nicht lieber die 3000 EUR in einen alten Body, neue Objektive und etwas Lichtausrüstung steckt als in einen neuen Body, der nach 3 Jahren spätestens nur noch die Hälfte Wert ist…

Genug rumkritisiert: Allen, die nicht 36 Megapixel für einen ganz bestimmten Zweck brauchen, rate ich sich jetzt günstig mit “alten” 12MP Kleinbild DSLRs einzudecken, so billig wie im Moment werdet ihr an die alten Knipsen eine Weile nicht mehr rankommen. Und auch nicht an so ausgereifte Kameratechnik. Und für fast alles sind 12 MP mehr als ausreichend.

Denn noch haben die bisherigen Besitzer von D3/s und D700′s, die jetzt auf die D800 umsteigen noch nicht gemerkt was die D800 alles kann bzw. nicht so gut kann wie ihre Vorgängermodelle. Wenn die D800/E erstmal im Markt in Stückzahlen erhältlich ist, sieht die Welt vor allem bei den D3/s vermutlich schon wieder etwas anders aus.

Anschliessend habt ihr mit den “ollen” Kameras 2 oder 3 Jahre richtig Spaß, macht supergeile Fotos, arbeitet an eurem Stil und eurem Können und wenn die D800/E dann am Ende endlich bugfree ist, alles Zubehör in grosser Vielfalt verfügbar ist und keiner mehr Bock auf 36MP hat, weil Canon die neue 200 Megapixel Superkompakt 3D Mark X mit 10fps angekündigt hat und euer Rechner in der Zwischenzeit mit dem leicht veralteten Intel Hexacore mit 12 virtuellen Kernen und 128GB RAM aus dem Vorjahr aufgerüstet ist, DANN schlagt ihr bei der D800/E zu – und habt RICHTIG gewonnen.

Nur so ein Gedanke.

Mirrorless 2.0 reloaded – Pentax und Fuji wollen jetzt auch

K-01 auf Pentaxforums

K-01 auf Pentaxforums

Pünktlich zum Ende der Kodak-Ära (danke für den T-Max und den Kodachrome und die Instamatic und die Retina und den CCD…) tut sich im Mirrorlessbereich in diesen Tagen einiges.

Alle gehen auf den Markt der spiegellosen Systemkameras los.

Alle - außer? Richtig: Canon. Aber Canon kommt ja immer erst, wenn die Party schon gelaufen ist, tut dann so als hätten sie es erfunden und das beste System am Markt und alle finden’s toll. Mit der Canon G1-X (Schon wieder ein X im Namen einer neuen Knipse! Liebe Hersteller – und zwar durch die Bank: Fällt euch echt niX besseres mehr ein als in jeden neuen Namen ein X reinzupacken?!) übt Canon aber scheinbar schonmal mit 2x-Crop Sensoren in einer Powershot Kompaktknipse. Es wird aber wohl noch ein Weilchen dauern, bis da etwas vernünftiges nachkommt.

Pioniere Olympus und Panasonic

Die Pioniere Olympus und Panasonic sind vor Jahren als erste in diesen Markt gestartet und sind inzwischen mit einem umfangreichen, ausgereiften, hervorragenden Objektivprogramm mit dem Micro Four Thirds Standard unterwegs. Leider wurde die Technik der 2x-Crop Sensoren nicht in dem Maße vorangetrieben wie bei anderen Herstellern. Nutzer und potentielle Umsteiger bemängeln neben dem schlechten Rauschverhalten, der vergleichsweise geringen Dynamik und Auflösung vor allem auch das mangelhafte Freistellungspotential. Hinzu kommt, daß Olympus bisher keinen Body mit Klappdisplay, eingebautem elektronischen Sucher, eingebautem Blitz und Blitzschuh auf den Markt gebracht hat und bei Panasonic wird bemängelt, dass die Farben der JPEG Engine nicht so besonders seien und die Gehäuse nicht schick genug wären und dass sie keine Bildstabilisierung im Gehäuse haben.

Die Anderen sind ebenfalls schon lange unterwegs.

Andere Hersteller wie Sony und Samsung sind mit ihren APS-C (1,5x-Crop) basierten Systemen kurz nach Olympus und Panasonic eingestiegen. Und mehr oder weniger erfolgreich.

Sony hat zum Beispiel mit der (aktuell nur schwer zu bekommenden) Nex-7 den bisher besten spiegellosen Body abgeliefert. Schwer diese Bildqualität noch zu toppen! Dennoch ist auch bei Sony nicht alles grün: Vor allem das für das sogenannte E-Bajonett der Nex entwickelte Objektivsortiment ist an mehreren Ecken noch ausbaufähig (obwohl man natürlich Heute bereits Objektive der Alpha-Serie mit vollem Funktionsumfang verwenden kann und so gut wie alle Objektive sämtlicher Hersteller mit Einschränkungen an Adaptern verwenden kann) und die Firmware der Nex 7 bietet durchaus ein gewisses Potential zur Verbesserung. Abhilfe sollen 6 neue Objektive schaffen, die in 2012 für das Nex System angekündigt werden sollen. Auch soll sich ab Februar/März die Liefersituation bei Sony langsam wieder bessern.

Für Samsung scheint mir das spiegellose NX System eher ein Prestigeprodukt ohne sinnvolle Strategie und ausgereiftes Linsenzubehör dahinter zu sein.  Zumindest in Deutschland läuft die NX-Serie wie sauer Bier.

Kein Wunder, denn während Sony sich bemüht, die Kundenwünsche bestmöglich umzusetzen und Ausblicke in die Zukunft zu geben, tut Samsung meines Erachtens genau nichts – ausser ein bischen Werbung für das NX System zu schalten und noch unbenutzbarere Bodies auf den Markt zu werfen.

Gesucht: Das perfekte spiegellose System

Das perfekte spiegellose System ist also immernoch nicht auf dem Markt – und da haben sich Nikon, Fuji und Pentax wohl gedacht: Dann versuchen wir’s doch auch einfach mal.

Nikon hat mit der “Nikon 1″ Serie voll ins Klo gegriffen: billig verarbeitete Bodies und Objektive, lichtschwach noch dazu, ein winziger Kompaktknipsensensor und das ganze für schlappe 600-900 EUR für Body + Kit. So blöd sind nicht mal unbedarfte Gelegenheitsknipser.

So ähnlich hat Pentax es mit der Pentax Q vergeigt – und hat ebenso die Quittung der Kunden bekommen. Offiziell sind natürlich beide ein totaler Erfolg! ;-)

Pentax-Gerücht: K-01

Vielleicht auch aus diesem Grund kommt jetzt ein Gerücht von Pentax um die Ecke, über dasin Foren bereits heftig diskutiert wird:

Mit der K-01 will Pentax seinen ersten vernünftigen spiegellosen Body mit APS-C Sensor auf den Markt werfen. Die bisher bekannten Infos sprechen vom gleichen Sensor wie in der K-5 und Nikon D7000, einem echten K-Bajonett, das die Verwendung sämtlicher Pentax Objektive ohne Adapter und vollem Funktionsumfang verspricht sowie neuartige “XS” Objektive unterstützen soll, deren Hinterlinse weiter ins Gehäuse ragen darf als bei den Pentax Spiegelflexen und somit kleinere Objektivkonstruktionen erlauben könnte. Auch soll die K-01 über einen eingebauten EVF und einem In-Body-Antishake verfügen.

Leider ist mit dem sehr grossen Auflagemaß des K-Bajonetts so ziemlich alles ausser M42 und Mittel-/Großformat inkompatibel und Pentax verschenkt auf diese Weise den Vorteil der anderen Systeme, sämtliche Objektive aller Hersteller per Adapter an der neuen Kamera nutzen zu können. Schade. Aber vermutlich ist das Design dem Stangenautofokus geschuldet, den man aus rückwärtskompatibilitäts- und patentrechtlichen Gründen vielleicht nicht anders umsetzen konnte. Und eventuell erledigen sich damit auch die hartnäckigen Klagen vieler Pentaxianer über Justageprobleme, wenn weniger auf mechanische Toleranzen geachtet werden muss und mehr elektronisch beeinflusst werden kann.

Interessant: Die Fuji X-Pro1

Recht interessant wirkt in diesem Kontext die Ankündigung von Fujis X-Pro1, ich denke jedoch, dass sie ohne Klappdisplay, mit dem aus meiner Sicht im Vergleich eher schlechteren EVF/Hybridsucher, dem hohen Gewicht, der verhältnismäßig klobigen Gehäusegrösse, dem recht anspruchsvollen Preis (1300 EUR) und ohne eingebauten Blitz im Vergleich zur Sony Nex 7 eher unspannend werden wird. Fuji wird allerdings direkt zum Verkaufsstart 3 interessante, lichtstarke Festbrennweiten mit Bildstabi zur X-Pro1 anbieten und hat bereits weitere Objektive angekündigt. Eine erste Hands-On Preview ist z.b. hier zu finden. Oder auch hier. Und natürlich bei Steve “Leica Fanboy” Huff.

Nunja – warten wir mal ab, was so passieren wird. Es bleibt jedenfalls weiterhin spannend.

Hey – Sony: Wann kommt eigentlich endlich euer 50/1,8 und das 55-210 Telezoom in Stückzahlen in den Handel?

Geschichten von der Hausmesse

Sauter Ad auf der Homepage

Sauter Ad auf der Homepage

Hier noch ein paar lustige Details, die ich auf der Hausmesse bei Foto Sauter aufgenommen habe.

Bei den Leica Standmitarbeitern muss man offensichtlich vorsichtig sein, was man und wie man fragt – die Standmitarbeiter der Firma sind schnell beleidigt wenn man Fragen stellt, die keine Lobpreisungen der Solmser Produkte beinhalten. Zum Beispiel ganz normale Nachfragen nach der Beseitigung des italian Flag Problems bei der M9, die Messucher dejustage Thematik oder nach den Lieferschwierigkeiten der M9-P.

Hier hätte ich mir etwas mehr Sachlichkeit gewünscht statt dämlicher, zum Teil inkompetenter und patziger Antworten. Für die Zukunft wünsche ich mir hier von Leica als Kunde nicht für dumm verkauft zu werden.

Lange Rede kurzer Sinn: Leica stellt laut Aussage des Standmitarbeiters derzeit ca. 80 M9-p Kameras pro Tag her, die Nachfrage ist deutlich höher, ein Ende der Lieferschwierigkeiten ist nicht absehbar. “Vielleicht in 6 Monaten wirds besser, vielleicht auch nicht.”. Inwiefern man dem Standmitarbeiter und dessen Aussagen trauen darf weis ich nicht.

Bei fachlichen Fragen zum Beispiel nach der Ursache und Beseitigung des sogenannten “Italian Flag” Problems (bei Verwendung von bestimmten Weitwinkelobjektiven links im Bild ein über die gesamte Bildhöhe gehender magentafarbener, streifenförmiger Farbverlauf, rechts im Bild ein cyanfarbener) musste ich mir bei dessen Antwort jedenfalls ein schallendes lachen echt verkneifen…Die Antwort spare ich mir an dieser Stelle einfach mal. Einen Tuchverschluss mit Handaufzug wird es bei Leica nach Meinung des Standmitarbeiters jedenfalls nicht geben.

Bei Canon ging es hingegen äusserst freundlich zu. Auf die Frage, was sich Canon eigentlich bei dem Gigabit-Ethernet-Anschluss in der 1Dx gedacht hat und warum sie stattessen nicht einfach einen WLAN oder WUSB Anschluss in die Kamera integriert haben meinte der Standmitarbeiter warum ausgerechnet Gigabit-Ethernet eingebaut wurde könne er sich auch nicht erklären und fügte hinzu, dass man WLAN ja mit einem separaten Adapter nachrüsten könne.

Klar, sagte ich, könne man den für ein paar hundert völlig überteuerte Euro nachrüsten – aber warum sollte man nicht statt dem Gigabit Ethernet Anschluss einen WLAN Adapter, den jeder Profi von Zeit zu Zeit ohnehin benötigt, direkt einbauen und lediglich eine Antenne mit verbesserter Leistung und einen optionalen Gigabit-Ethernet-Port als Zubehör dazu verkaufen?

Die Frage hat der Standmitarbeiter freundlicherweise mitgenommen und will sich in den nächsten Tagen (Wochen?) nochmal mit der Antwort von offizieller Seite bei mir melden. Sobald es dazu was neues gibt halte ich euch auf dem Laufenden.

Olympus war diesmal in der engsten hintersten Ecke gut versteckt und die freundliche, kompetente Promotiondame mit den roten Haaren, die in den letzten Jahren immer am Olympusstand war hat inzwischen zu Sigma gewechselt.

Ansonsten gab es erwartungsgemäss nichts interessantes am Olympusstand zu sehen. E-P3, E-PL3, E-PM1, diverse Objektive, E-5 und keinerlei spannende Antworten. Nur lustige Szenen, wenn die Standmitarbeiter sich abmühten Fragen wie zum Beispiel: “Wie aktiviert man eigentlich das Erweiterte Menü (SCP) in der E-PL3…” zu Beantworten. Man hat’s wohl bei all diesen verwirrenden Menüoptionen echt nicht leicht als Digitalkamerapromoter heutzutage…

Erfreulich fand ich, dass Novoflex bei seinem Neiger 19 P die Panoramatellerarretierung überarbeitet hat. Bei den neueren Modellen wurde das aufgesteckte Plastikrädchen, das sich spätestens nach dem zweiten Festzurren von der Innensechskantschraube ablöst gegen eine Messingschraube mit verklebtem Plastikflügel ersetzt, wenn ich das richtig gesehen habe. Und ich wurde nochmal freundlich darauf hingewiesen, dass ich den Neiger ja einschicken könne (das hab ich schon zwei Mal getan und irgendwie fehlt mir die Lust auf ein drittes Mal – aber schön, dass das gehen würde).

Am Sonystand schliesslich sorgte meine harmlose und ehrlich gemeinte Frage, ob man denn die Funktionsbelegung und die Einstellrichtung der beiden oberen Räder an der Nex 7 nicht vertauschen könne für einige Aufregung beim Standpersonal – inklusive langem Rumfummeln in den Menüeinstellungen und leisem Fluchen. Ganz so einfach, wie das Standpersonal mich glauben machen wollte, ist das Menü der Nex 7 wohl doch nicht. ;-)

Alles in allem finde ich die Hausmessen beim Sauter immer sehr gelungen, ein bischen ist es wie Photokina zu Hause. Beim nächsten Mal gehe ich bestimmt wieder hin.