Ich schreib heut mal nix über Leica.

Vögel über dem Schönbrunner Schlosspark

Vögel über dem Schönbrunner Schlosspark

Heute gibts von mir mal nix zu lesen. Nur ein paar Fotos.

Eigentlich wollte ich etwas über das Zeiss Planar 50/2 ZM an der M8 schreiben. Oder ich könnte etwas darüber schreiben, dass Leica echt Glück hat, dass sie keine wirklich in jeder Hinsicht super-perfekte Kamera herausgebracht haben, die alle unbedingt haben müssen.

Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn Leica aus versehen die perfekteste Kamera der Welt erfunden hätte. Die Solmser Provinz-Manufaktur von Welt kommt ja so schon kaum hinterher mit der Auslieferung der Bestellungen.

Fast hätte ich in den letzten 3 Monaten bei 3 verschiedenen Gelegenheiten beinahe mal eine silbern verchromte M9-P gekauft. Irrationalerweise. Und nur so kann und sollte man eine Leica eigentlich kaufen.

Glücklicherweise war SIE jedoch nie erhältlich, wenn ich auch nur anfing darüber nachzudenken wie ich die 4000 EUR Differenz auf den Verkaufserlös meiner gesamten Fotoausrüstung wieder reinarbeiten oder finanzieren könnte oder gar vor mir rechtfertigen sollte.

Auf dem Weg zum Schloss Schönbrunn

Auf dem Weg zum Schloss Schönbrunn

Jetzt hab ich zum Glück keine Lust mehr. Ein Wochenende in Wien mit der M8 hat mir (wieder einmal) gezeigt: Je zickiger die Knipse, desto überlegter fotografiere ich und umso mehr Spass macht es mir.

Die guten Bilder werden besser, die Schlechten noch schlechter. Die Guten Bilder, die mit einer Gegenteil-von-Superperfekt-Kamera richtig Gut werden, sind einfach nochmal einen Tick besser als die anderen richtig Guten aus einer superperfekten.

Das wäre mit einer M9-P nicht anders – nur das sie nicht ganz so viele schöne Zicken hat, dafür aber das 3-fache einer gebrauchten M8 kostet. Und bei der Nachbearbeitung gäbe es dank dickerem UV-/IR-Sperrfilter vor dem Sensor auch nichts mehr zu tricksen bei der Nachbearbeitung der M9-P Files. Doch halt – das gibts ja noch das Italian Flag Problem, das in der letzten kürzlich erschienenen Firmware Version dank tatkräftiger Mithilfe der Leica Community behoben wurde – allerdings nur für 6-Bit kodierte Leica Objektive…

In letzter Zeit verwende ich gerne das kantigste Gerät, das mir zur Verfügung steht zum Fotografieren. Nennt es Masochismus. Oder Spass an der nicht-digitalen Digitalfotografie.

Wenn es nicht drauf ankommt oder um Menschen abzulichten ist die M die beste Wahl (jedoch ist das Ergebnis meist nichts für die Öffentlichkeit…). In anderen Fällen hab ich lieber ausreichend gutes Mittelmaß als einen entscheidenden Moment gar nicht. Wobei ich drauf und dran bin es einfach mal drauf ankommen zu lassen…

Mozarttorte im Cafe Residenz

Mozarttorte im Cafe Residenz

Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

Leica – Marketing und die subjektive Realität

Leica M6 und Voigtländer Super-Wide-Heliar 15/4,5

Leica M6 und Voigtländer Super-Wide-Heliar 15/4,5

Neulich bin ich über einen Artikel in der Financial Times Deutschland über die Firma Leica gestolpert, welcher eine schöne Geschichte erzählt und Leica mal in einem etwas realistischer wirkenden Licht darstellt. Bodenständig. Kundennah. Perfektionistisch. Überrollt vom Erfolg und noch nicht ganz perfekt.

Das Ding mit dem Leica-Marketing ist aber leider, dass die Realität immer noch etwas anders aussieht. Die professionellen Märchenerzähler der Firma aus Solms haben es ja wirklich drauf die Legende leben zu lassen. Einen Leica-Geschichten-Palast in die Köpfe der Leute zu zaubern. Kunden zu Fans zu machen, die einem auch die dicksten Dinger verzeihen. Ständig Begeisterung für die Marke, die Objektive und Kameras zu schüren.

Es kann aber leider nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Service bei Leica zwar freundlich aber ungefähr viermal so teuer ist wie bei der Konkurrenz. “Handmade in Germany”…?

Exakter, schneller oder ordentlicher als bei Anderen Herstellern? Fehlanzeige. Ich musste zum Beispiel mein 90er Summicron-M Mitte 2011 zur Fokusjustage zweimal Einschicken um ein einigermassen zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen. Gekostet hat das insgesamt knapp 400 EUR und gedauert hat die Reparaturorgie 8 Wochen. Für einen Pro absolut inakzeptabel, für mich einfach nur ärgerlich.

Auch die bei meiner ersten M8 üblichen halbjährlich auftretenden Messucherjustageprobleme fand ich nicht wirklich witzig. Ebenso wie das Vertical-Line-Problem eben dieser meiner ersten M8, welches nach ausgiebigem Aufenthalt im “Krankenhaus Solms” dann aber doch – und in dem Fall auf Gewährleistung – behoben wurde.

Dass Leica angesichts der langfristigen Ausrichtung der Produkte zumindest mit Reparaturen etwas Geld verdienen muss liegt auf der Hand. Und das die Reparaturlaufzeiten so lange dauern ist mit Sicherheit auch auf die erhöhte Nachfrage und die damit offensichtlich gestiegene Auslastung der Reparaturwerkstatt zurückzuführen, aber dennoch können das andere Firmen (auch in Deutschland ansässige!) einfach besser – in jeder Hinsicht – und bei dem Preis, den Leica verlangt, erwarte ich eigentlich einen extraschnellen, ordentlichen und stressfreien Top-Service.

Leica segelt hier offensichtlich grade unter Vollzeug hart am Wind und muss aufpassen, dass sie nicht in die Sonne schiessen. Dass die Leica-Kunden-Fans das so lange schon mitmachen ist ein Riesenglück für die Firma…

Zum Vergleich: Ein am gleichen Tag wie Das Summicron abgeschicktes Pentax FA 77 limited, ebenfalls zur Fokusjustage, jedoch bei einer anderen Werkstatt, war nach 1,5 Wochen (wegen Feiertagen – sonst wäre es innerhalb einer Woche zurück gewesen) top justiert, gereinigt und inkl. Versand für 99 EUR wieder bei mir Zuhause und funktioniert seitdem besser als jedes andere 77er dass ich jemals besessen habe. Ebenfalls “Handarbeit made in Germany”.

Auch technologisch hat Leica noch einiges nachzuholen. Hier ist Leica mindestens noch eine Generation, wenn nicht sogar zwei im Rückstand: Schnelle Autofokussysteme, Ultraschallantrieb, Klappdisplays, Künstlicher Horizont, Elektronischer Sucher, Liveview, Video, GPS, WLAN, Gehäuseabdichtung, Staubentfernung, SD-Kartenleserkompatibilität, Tethering, High-ISO Fähigkeiten/Rauschunterdrückung – alles Themen, die Leica bisher noch nicht adressiert hat.

Einen Teil davon muss eine M oder S Leica vielleicht auch gar nicht haben. Aber in einer 6000 EUR M9-p würde ich zumindest erwarten, dass Gehäuseabdichtung und Staubentfernung drin sind und jede x-beliebige SD-Karte einwandfrei in den Kameras funktioniert. Ausserdem sollten bei diesem Preis und einem handgefertigten Prozess verschiedene Teile der Kamera auf Wunsch ausgewählt oder getauscht werden können: z.b. statt 1/4000s oder 1/8000s vertikal ablaufendem Lamellenverschluss, alternativ ein leiser, horizontal ablaufender Tuchverschluss mit nicht ganz so kurzen Zeiten.

Immerhin macht Leica das, was sie machen mit hingabe und so gut sie können, mit streben nach Perfektion und ich wünsche Leica, dass sie damit weiterhin Erfolg haben.

Der grösste Vorteil von Leica ist aber die Qualität und der grösste Nachteil von Leica ist leider ebenfalls die Qualität.

Bis Leica die Themen im Griff hat werde ich meine M8 weiter benutzen und sie gelegentlich mal “zum Tanztee ausführen” – denn für soetwas ist sie anscheinend gemacht worden. Die professionelle Schnappschussfotografie, wie sie HCB und Andere seinerzeit kultiviert haben.

Auch für die Peoplefotografie – egal ob Veranstaltungen, Portraits, Reportage oder Street – gibt’s kaum etwas angenehmeres als eine Leica, von der sich die meisten Menschen gerne fotografieren lassen.

Die Kamera ist jedenfalls oft ein Eisbrecher und ich mag es sie in die Hand zu nehmen. Mit ihr Fotos zu machen. Trotz allem. Oder grade deswegen. Wer weis.

Die ultimativen Gründe für eine M.

M8 mit einem 1954er Summicron f=5cm

M8 mit einem 1954er Summicron f=5cm

Oh-je! Jetzt ist es schon wieder passiert. Es musste ja so kommen. Wer einmal damit anfängt…tja. Selbst schuld. Ab und an muss es auch mal eine völlig blödsinnige Entscheidung sein, die man trifft. Etwas absolut irrationales. Etwas, das so total keinen Sinn macht, dass man die Hände über dem Kopf zusammenschlägt und sich anschliessend fragt: Ja, hätt’s des denn jetzt wirklich gebraucht?

Und dabei hatte ich mich so aufgeregt! Damals. Über meine schwarze M8. Und Leica. Und die M9. Habe die Frage aufgeworfen ob Messucher im Zeitalter der digitalen Fotografie überhaupt noch einen Sinn hat. Anschliessend meine schwarze M8 losgeworden. Über eine M9 nachgedacht. Idee wieder verworfen, zu viele Kinderkrankheiten. Und jetzt das!

Anfang der Woche habe ich mir eine silberne Leica M8 geschossen. Und seither Nervenfieber. Die Welt kann so schön und schrecklich zugleich sein. Sie sah so hübsch aus. Matt silbern schimmernd, präzise gefertigt und mit klaren, schönen Linien. Und jetzt ist sie da. Der Beginn einer Liebesgeschichte?

Fies, wenn die Fotografie wieder solchen Spass macht. Toll wenn man wieder aktiv dazu gezwungen wird nachzudenken, bevor man auslöst. Schön, wenn dann (trotzdem?) ein Bild gelingt. Herzzerreissend die Zeit in der man nicht Fotografieren kann. Doch was ist es denn jetzt eigentlich, was die Fotografie mit einer M ausmacht?

Hier nun also meine ultimative Liste der echten Vorteile des Leica M Systems:

  1. Menschen lassen sich gern von einer M fotografieren!
  2. Mit einer M hat man überall ein Gesprächsthema. Eine wahre Kommunikationsmaschine.
  3. Man muss vorher nachdenken, sonst kommt nix g’scheidts bei raus.
  4. Eine M sieht gut aus.
  5. Messucher ist toll! Man weis nie genau was auf dem Bild ist bis man die Wiedergabetaste gedrückt hat, aber meistens passt es! Und manchmal sogar besser als gedacht. :)
  6. Tolle, kleine, exzellent verarbeitete Objektive mit herrlichem Bokeh, knackiger Schärfe und Charakter…
  7. Top low-ISO Performance – unglaublich detailreiche Auflösung, interessante Farben
  8. M8/M8.2 ideal geeignet für IR-Fotografie
  9. Gute Bedienbarkeit und
  10. Das Fotografieren mit einer M macht einfach Spass!

Mal sehen wie lange mein Silberling diesmal bleiben darf, bevor ich mich wieder über sperrige Handhabung, nicht zuende gedachte Features, dejustierte Messucher, spinnende Elektronik und anderen Unfug aufregen werde. Aber solange es Spass macht, macht es eben Spass!

Widerstand ist zwecklos. Eine Leica eben. ;-)

Der Voigtländer ist weg…

Voigtländer 35/1.2 für Leica M

Voigtländer 35/1.2 für Leica M

Seit gestern gehört mir mein Voigtländer 35/1.2 nicht mehr. Ich hatte es ja auch lange nicht mehr benutzt – ausser manchmal als Portraitbrennweite an der Olympus E-PL1.

Aber eher selten, da ich dann doch meist mit der Grossen die Portraitsachen gemalt habe. Es hatte sogar einen Spitznamen weg: “DER Voigtländer” weil es so ein dicker Brocken ist.

Gekauft hatte ich es mir seinerzeit für meine Leica, mit der ich mich ein paar Monate meines Lebens um die besten Fotos gestritten habe. Sie war eine prima Normalbrennweite an dem 1,3x Crop Sensor der M8. Die Lichstärke von f=1.2 erlaubte es mir mit der M8 bei vergleichbaren Lichtverhältnissen noch rauschtechnisch konkurrenzfähige Bilder zu machen, obwohl die M8 jetzt nicht grade als High-ISO Kamera berühmt ist…

Tja – nun ist dieses schöne, Lichtstarke Objektiv bei einem guten Freund untergekommen, der es jetzt glücklich und zufrieden als Portraitobjektiv an seinen mFT-Kameras einsetzt. Irgendwie trauere ich diesem lichtstarken Glasschrank doch noch ein wenig hinterher. Genau wie meiner schwarzen M8. Aber gebraucht habe ich beide nie wirklich. Von daher ist es gut wie es ist. Prost!

Guinness mit 35/1.2 bei ISO2500 und M8

Guinness mit 35/1.2 bei ISO2500 und M8

Meßsucher in der digitalen Zeit

Leica M6 und Voigtländer Super-Wide-Heliar 15/4,5

Leica M6 und Voigtländer Super-Wide-Heliar 15/4,5

Eine Leica M9 – das wäre was! Eine Kamera fürs Leben. Ich will sie seit sie angekündigt wurde. Live per Internet habe ich mitverfolgt, wie Rudolf Spiller in New York die S2, M9 und X1 vorstellte. Und doch zögere ich jedesmal wieder die 5495 EUR in die Hand zu nehmen und mein Stück fotografische Glückseligkeit in Form einer Leica M9 zu kaufen. Warum fällt mir das nur so schwer?

Eine M9 kauft man wie einen Kleinwagen

Eine Kamera mit Objektiv zum Preis eines Kleinwagens kauft man sich genau wie einen solchen: Mit Bedacht, Kosten-Nutzen-Analyse, Langzeitplanung und einer klaren Entscheidung. Manchmal auch völlig irrational – aber nur wenn man ein gutes Gefühl dabei hat.

Zarte Geigenklänge im Hintergrund

Jedesmal wenn ich bei meiner Lieblingsfotoapotheke am Sendlinger Tor vorbeischaue werfe ich einen Blick in die Leica Vitrine. *Geigenklänge im Hintergrund* Dann erwacht für gewöhnlich der Wunsch aufs Neue, die M9 zu Besitzen. Sie in die Hand zu nehmen. Mit ihr Fotos zu machen. Der Blick wandert auf das Preisschild – und: Die Marketinggeigen sind schlagartig verstummt. Stattdessen die nüchterne Frage: “Ja – ist sie das denn Wert?”

Ernüchterung.

Darauf folgt jedesmal wieder ein gedanklicher Streifzug durch das Internet, die angelesenen Berichte der M9 Nutzer, zufriedene wie unzufriedene. Die Erinnerungen an meine M8, die ich, nachdem ich mich ein halbes Jahr mit ihr herumgeärgert hatte, wieder verkauft habe. Nicht ohne sie jedoch zuvor mit Hilfe des exzellenten Leica Customer Service (so wünscht man sich einen Kundendienst!) in den optimal möglichen Zustand zu bringen.

Ich hatte wirklich so gut wie jedes bereits im Internet diskutierte Problem mit der M8: 1px breite, vertikale Linie ab ISO 640 sichtbar, daraufhin Austausch der Sensorplatine, Messucher wurde 3x neu justiert (nur meine Zeiss- und Voigtländer-Objektive wurden leider vom Leica Service nicht justiert), der Kartenleser hatte Aussetzer, die Kamera hängte sich gelegentlich auf…Hinzu kam, dass ich mit der High-ISO Performance höchst unzufrieden war und ich den Verschluss im Vergleich zur M6 deutlich zu laut finde. Auch störte mich, dass ich im nachhinein nicht immer hundertprozentig sagen konnte ob das Bild nun mit dem nicht kodierten 50er summicron oder dem 50/1,5er nokton enstanden war, da ich die Brennweite nicht in der Kamera festlegen kann. Auch die errechnete Blende ist nicht immer korrekt in den Exifs hinterlegt gewesen.

Mein Vertrauen ist angeschlagen.

Mein Vertrauen in Leica’s “Qualität made in Germany” ist seither etwas angeschlagen. Zumindest digital. Verständlicherweise.

Man liest immer wieder die M8 sei ein Montagsmodell, in der M9 sei vieles besser. Das stimmt wohl auch. Das Problem mit den nichtkodierten Objektiven wurde durch eine Eingabemöglichkeit der Brennweite im Menü gelöst, der Verschluss ist jetzt leiser. Der Sensor hat Kleinbildgrösse und liefert immer noch pixelscharfe Auflösung. Die ISO-Werte lassen sich nun feiner einstellen, die Menüführung wurde vereinfacht.

Und dennoch liest man immer wieder von dejustierten Meßsuchern, sieht die grauenhaft farbwölkchen-verrauschten ISO 2500 Bilder – und das obwohl die KB-Format-Konkurrenz längst im Vergleich nahezu rauschfreie ISO 3200 in ihren Kameras anbietet und noch akzeptable ISO-Werte bis 256000 kein technisches Problem mehr darstellen. Man sieht eine JPEG-Engine, die den automatischen Weissabgleich immer noch nicht so ganz im Griff hat. Das Oberflächenfinish der M9 wurde auf billigen Lack umgestellt, statt wie bisher schwarz oder silber verchromt. Und man liest reihenweise von Fertigungsproblemen, Sensordefekten, Kameraabstürzen…

Aber wie sagte Rudolf Spiller, Leicas Ex-CEO, in einem Interview mit der Welt so schön: “Die Leidensfähigkeit unserer Kunden ist hoch”. Meine jedenfalls nicht. Nicht bei dem Preis und den Werbeversprechen.

Haltbarkeit und unbeantwortete Fragen…

Ob das digitale Wunderwerk deutscher Kamerafertigungskunst 20 Jahre halten würde, so wie meine M6?

Ich bin mir auch nicht sicher ob die dejustierungs-Ursache nicht darin liegt, dass man digital einfach viele toleranzbedingte Fehler schneller erkennt und sie sich deutlicher bemerkbar machen? Hat die Meßsuchertechnik eventuell digital ihre Grenzen erreicht? Oder ist sie gar inkompatibel zur glasklaren Auflösung der digitalen Sensoren? Lassen sich die feinmechanischen Bauteile nur noch mit extremst kleinen Toleranzen zu horrenden Kosten oder vielleicht gar  nicht auf die Genauigkeitsanforderungen der Digitaltechnik abstimmen? Warum ist Leica nicht auf die Idee gekommen, einen elektronischen Sucher einzuspiegeln, so wie Fuji das in seiner X100 macht? Wie schnell wird die M9 70% ihres Wertes verloren haben? Wie die M8 nach 6 Jahren? Oder doch schneller?

Mein Blick wandert vom Preisschild wieder auf die schwarze M9 in der Vitrine. Geigen erklingen wieder leise im Hintergrund.

Begleitet von einem leichten Kopfschütteln lege ich auf dem Weg nach draussen wieder mal einen neuen Film in meine alte M6 ein…

…und eines Tages werde ich mir die M9 wohl trotzdem kaufen. Völlig irrational, ohne Sinn und Verstand. Einfach so.

Leica M6 und Voigtländer Super-Wide-Heliar 15/4,5

Leica M6 und Voigtländer Super-Wide-Heliar 15/4,5