AC-Foto gibt die Lieferbarkeit der neuen Volks-Pentax K-30 inzwischen mit 7 Tagen an, laut diversen Aussagen verschiedener, für gewöhnlich gut oder nicht ganz so gut Informierter ist der Lieferstart “Ende Juli 2012″. Und auch DPreview hat die K-30 kurz angetestet. Zeit für ein kurzes Update meines Artikels von vor einigen Wochen.
Auf dem Papier liest sich die Spezifikation der K-30 wie die einer verbesserten K-5 zum geringeren Startpreis. “Kann ja wohl nicht sein” werden viele nun denken – und so ist es denn auch.
Was sind die Unterschiede zwischen der K-5 und der K-30?
Preislich nehmen sich beide nicht viel: ungefähr 749 EUR zahlt man derzeit. Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass Beide den ausgezeichneten 16MP Sony-Sensor benutzen, der auch in der Nikon D7000, der Sony Nex-5n und diversen anderen Kameras klaglos seinen Dienst verrichtet.
Auch die Menüführung ist ähnlich der von der K-5 (Das Gerücht, dass es in der K-30 einen eigenen Menüpunkt für den Low-Light-AF geben soll war übrigens Nonsens).
Das wars dann aber auch schon mit den Ähnlichkeiten. Die K-30 wurde auf Basis der K-r entwickelt, die K-5 hingegen ist der Nachfolger der K-7 und somit eine Klasse drüber. Das merkt man unter anderem am Gehäuse und den Bedienelementen.
Das Gehäuse ist aus Plastik. Abgedichtetes Qualitätsplastik zwar, aber Plastik. Kein Magnesium Druckguß wie bei der K-5. Ausserdem wurde der Verschluss und die Spiegelmechanik der K-r verbaut. Das macht den Verschluss bei der K-30 etwas lauter als bei der K-5 (ein sattes “Ritsch-Ratsch” statt einem leisen Klicken) und hat Spiegelklappern beim fokussieren im Liveview- und Videomodus zur Folge.
Stichwort Sensorreinigung: In der K-30 kommt der mechanische Rüttel-Sensorschüttler aus der K-r zum Einsatz und nicht der deutlich wirksamere Ultraschall-Sensorcleaner der K-5. Auch hier wurde gespart.
Und das praktische Top-LCD-Display fehlt der K-30 ebenfalls. Das spart zwar nochmal ein paar Euro, geht aber auf Kosten der Useability und Akkuleistung.
Die letzten Cent wurden bei den Schaltern, Knöpfen und Anschlüssen eingespart. So fehlt der K-30 eine Mikrofonbuchse und ein HDMI Anschluss. Auch der Wählhebel für die AF-Felder fehlt.
Alles Grütze also? Die K-30 nur eine Mogelpackung-K-5?
Nein. Denn der Grund, der mich immer noch davon abhält eine K-5 zu kaufen, der unzuverlässige AF bei Low-Light, ist bei der K-30 anscheinend endlich Geschichte. Pentax hat der Neuen ein besseres AF-Modul als der K-5 spendiert! Ersten Testberichten zu Folge ist das Problem damit behoben.
Ein weiterer Vorteil ist, dass man zusätzlich zu den proprietären Lithium-Ionen Akkus auch 4 Normalbatterien oder -akkus (AA-Grösse) verwenden kann. Mit einem als Originalzubehör gesondert erhältlichen Batteriekorb zwar, aber es geht.
Die K-30 ist also nicht eine billige K-5 mit AF-upgrade sondern eher eine abgedichtete K-r mit dem Sensor der K-5 und einem funktionierenden AF-Modul.
Kurz: Sie ist ‘ne Volks-Pentax mit APS-C Sensor und quasi ein direkter Nachfahre der äusserst beliebten Pentax K200D. Ich wünsche Pentax jedenfalls viel Erfolg damit und warte trotzdem weiter sehnsüchtig auf “meine” Pentax Kleinbild-DSLR. Und die kommt 100%! Da bin ich mir inzwischen ganz sicher.



