Samsung Galaxy S3 vs. Apple iPhone 4sVon Zeit zu Zeit schaue ich mir an, was im Bereich der mobilen Geräte los ist. Vor einer Weile hatte ich mir Android in Version 2.3 angesehen gehabt – und noch nicht mal für nötig gehalten einen Praxistest anzufangen.

Doch inzwischen ist einiges passiert: Android und Windows Phone 8 haben sich rasant weiterentwickelt – in einer Zeit in der bei Apple seit Steve Jobs’ Tod nicht mehr viel neues passiert ist. Der grosse Vorsprung, den Apple mal hatte, ist inzwischen deutlich dahingeschmolzen. Und Windows Phone 8 schickt sich an, einen festen Platz im Smartphonemarkt zu erobern. Und auch bei den App-Entwicklern hat die Masse an Android Devices dafür gesorgt, dass fast alle Apps nun auch für Android verfügbar sind – und erstaunlich viele wurden bereits auf Windows Phone portiert.

Im Bereich Hardware haben viele Geräte inzwischen deutlich mehr zu bieten als die iPhones – und das oft für einige Hunderter weniger: Mehr RAM, mehr CPU-Kerne, höhere Taktfrequenz, grössere Bildschirme, höhere Bildschirmauflösung, NFC, LTE in allen deutschen Netzen, drahtloses Aufladen, Standard-Schnittstelle (micro-USB) statt proprietärem Lightning- oder Dock-Connector, Indikator-LED auf der Vorderseite und vieles mehr. Eine ähnlich stringent durchgezogenes Benutzererlebnis wie beim iPhone bekommt man bei Windows Phone schon ab 269 EUR – und das mit microSD-Card Reader.

Freilich kann man bei einigen dieser technischen Fortschritte bei Android fragen: Braucht’s das wirklich? Ich frage mich allerdings auch warum Android etwa doppelt so viele CPU-Kerne und fast doppelt soviel RAM benötigt, damit es sich so flutschig bedienen lässt wie das iPhone oder ein Windows Phone.

In Sachen Kompatibilität war Android immer schon besser als iOS Geräte jemals waren und vermutlich jemals werden: Der Dateimanager gehört standardmässig zum Betriebssystem (inkl. Cut&Paste), das Verwenden von USB-Sticks oder Kartenlesern ist bei vielen Devices seit langem genauso möglich wie das Anschliessen an den PC oder Mac per Micro-USB-Kabel oder die Bildschirmausgabe per HDMI-Kabel am Fernseher zuhause. Und selbst Microsofts WP8 bietet die Möglichkeit sein Windows Phone an den Rechner anzuschliessen und wie eine USB-Festplatte zu befüllen – oder je nach Gerät microSD Karten als Datenträger zu Verwenden.

Ich habe mir daher mal die Mühe gemacht und sämtliche Usecases, die ich mit einem iPhone ausführen kann (bzw. können würde) notiert, ein aktuelles Samsung Galaxy S3 (GT-I9300) und ein Nokia Lumia 620 ausprobiert, und mir angesehen was einfach geht, was nicht geht bzw. etwas, dass ich auch nach mehreren Tagen und mit Nachfragen bei Experten nicht herausfinden konnte wie es möglich ist und was mit etwas frickeln und goodwill doch irgendwie geht.

Das Ergebnis seht Ihr in der folgenden Tabelle. Bitte entschuldigt, dass die Tabelle nicht auf allen Smartphones vernünftig dargestellt wird – ich habe noch keine Zeit gefunden, das Problem zu lösen.

Usecase / Feature / App iOS / iPhone 4s Android / Galaxy S3 Windows Phone 8 / Lumia 620
Datenschutzmanagement zentrale od. dezentrale übersicht mit sperrmöglichkeit pro berechtigung und app: ortung, kontakte, dateizugriff, kalender, erinnerungen, usw.  Ja Teilweise. Ansicht: ja z.b. “permission friendly apps” oder avast. Rechte blocken mit Jelly-Bean aktuell nicht möglich. Bei Früheren OS Versionen (ICS) funktioniert blocking z.b. mit chinesischem Tool “LBE” -> vertrauenswürdig?!  Teilweise: Globaler Switch für Ortung, Sync und in den Apps zusätzlich teilweise Rechtemanagement. Sehr unübersichtlich. Manche Apps lassen sich nicht installieren, wenn z.B. die Ortung deaktiviert ist. Keine Kontrolle über Zugriff auf Kalender, Adressbuch, Notizen etc.
iMessage bzw. ersatz f. Mac, ios und android -> chaton?!  Ja  ChatOn? Läuft nicht sauber unter Mac OS 10.8!  Whatsapp. Chaton gibt’s derzeit noch nicht.
Touchbb (ggf. alternative)  Ja  Nein  Nein
Notizen sync per IMAP ohne gmail
 Ja, iCloud & eigener IMAP  Nein -> nur Exchange, evtl. ausweichen auf Toodledo, Evernote oder…
 Nein, nur Exchange!
Musicstreaming auf andere Geräte (Airplay od. vergleichbar)  Ja (Airplay, DLNA)  Ja (DLNA) DLNA-Ersatz für airport express -> evtl. Htc media link + hdmi auf audio adapter? Oder Bluetooth  Ja, sehr einfach über XBox (“Smartglass”). Alternativen: mit XBMC Remote (kostenpflichtig), per Nokia DLNA App oder Bluetooth
Drucken im Netzwerk  Ja (Airprint, passender Drucker vorausgesetzt!)  Ja (DLNA, passender Samsung Drucker vorausgesetzt)  Nein
Shuttersnitch  Ja  Nein  Nein
Cameramator App  Ja  Noch nicht, demnächst.  Nein
Car Kit mit BT Freisprecheinrichtung und AUX Anschluss  Ja  Ja
Updatefähig auf neueste OS Version für 1-2 Jahre min. bis übernächste Gerätegeneration auf dem Markt ist  Ja  In der Regel: Nein -> unklar und nicht bei jedem modell!  Unklar. Bisher: Nein.
Migration der Daten und Apps auf neues Gerät inkl. Menüs und Widgets innerhalb max. 3h  Ja Nicht so easy wie bei iOS. Apps vom Google Playstore nachinstallieren, Daten auf microSD Karte, Konten per Hand neu konfigurieren, ggf. OS Anpassungen, rooten etc. – 3h sollten dennoch reichen.
 Ja
Backup und Diebstahlschutz Ja Ja (Backup über Apps/Tools wie Clockworkmod usw., Diebstahlschutz über Avast oder OS-Funktionen für Fernlöschen und Gerät lokalisieren)  Ja
Designrichtlinien und Userinterfacekonzept über alle Apps und das OS hinweg  Ja  Nein  Ja
Mailapp mit “Threads” und “Wischgeste zum Löschen” und übersichtlichem Design. Muss Betriebssystem Konten nutzen können!  Ja  Nein  Ja
Firewall (root zugriff erforderlich.) -> z.B. über avast  Nein (Jailbreak erf.)  Ja  Nein
Virenscanner (do i want to need that?!): Avast Security Scanner  Nein (Jailbreak erf.)  Ja  Ja
RSS Feed App ohne Google News  Ja  Ja  Ja
VGA Anschluss? (z.B. an Beamer)  Ja  Ja  Nein (Hardware kann, OS nicht)
HDMI Anschluss  Ja  Ja  Nein (Hardware kann, OS nicht)
Einheiten Umrechner App  Ja (Convex)  Ja (Unit Converter)  Ja
Sonnenstandsapp wie Sunlight:  Ja  Ja (Sun Surveyor)  Ja (Suntrajectory)
Kennzeichen App  Ja  Ja (Kennzeichen)  Ja (Autokennzeichen)
Aktien App  Ja (eingebaut)  Ja (Börsen News)  Ja
Lautsprecher Dock mit Uhrzeit  Ja  Ja  Ja
Gut bedienbare Tastatur  Ja  Ja / manchmal etwas träge  Ja
Depth of Field Calculator App  Ja  Ja  Ja
TV programm / TVMovie  Ja  Ja  Ja
Laden per Micro USB  Nein (neuere Geräte per Adapter)  Ja  Ja
Wireless Charging  Nein  Ja  Nein, andere Modelle: Ja
Fernbedienung mp3 player per Kopfhörer/ Headset  Ja  Ja  Ja
Bluetooth Freisprechen / Stereo Audio  Ja / Ja  Ja / Ja  Ja / Ja
Notifications und Schnellzugriffe in Kontextmenü/Drop-Down  Ja  Ja  Ja, Kacheln auf Startscreen
Schnellzugriff auf Kamera im Lock-Screen  Ja  Ja  Ja, Auslöse Button
Camera+ Ersatz  Ja  Ja  Ja
microSD Kartenleser  Nein  Ja  Ja
USB-Hostmodus / Cardreader anschliessen / Als USB-Laufwerk funktionieren (MTP oder PTP)  Nein / Nein / Nein  Ja / Ja / Ja Nein / Nein / Ja
Lensflare App  Ja  Ja  Nein (aber Alternative: thumba)
Klingelton ändern / Klingelton Download / MP3 als Klingelton
 Ja / Ja / Nein
 Ja / Ja / Ja
 Ja / Ja / Nein
Ping / SSH App  Ja  Ja  Ja
Systemstatus Monitor App  Ja  Ja (Besser)  Ja
FTP App  Ja  Ja, z.T. auch in File-Manager enthalten, deutlich besser.  Ja
Clever Lotto App  Ja  Ja  Nein (aber Alternativen!)
Staumeldungen App  Ja  Ja  Ja
Taschenlampenfunktion  Ja (per App)  Ja (im OS integriert oder über App)  Ja (per App)
NFC  Nein  Ja  Nein, andere Modelle: Ja
Email imap / exchange / pop3  Ja  Ja  Ja
CalDAV / CardDAV Sync für Kalender und Kontakte  Ja  Ja (mit zusatz Apps für CalDAV und CardDAV + Bugfix für Jellybean)  Nur für Google sync!
Navigations App (Navigon oder TomTom  Ja  Ja  Ja (Navigon und eingebaute Nokia Navi)
Seekarten App für Mittelmeer, Ostsee, Atlantik, Nordsee  Ja  Ja  Nein
MyTaxi App  Ja  Ja  Ja
Filesync  Ja (iTunes)  Ja (verschiedene)  Ja (Zune, …)
iTunes Fernsteuerung  Ja (kostenlos)  Ja  Ja
Ebookreader  Ja  Ja  Ja
Kindle App  Ja  Ja  Ja
Kobo App  Ja  Ja  Nein
Push Notifications  Ja  Ja  Ja
Webbrowser / Alternative Webbrowser  Ja / Ja (Opera, Mercury)  Ja / Ja (Firefox, Opera, Chrome…)  Ja / Nein
Im Browser zum Seitenanfang springen durch antippen des oberen Bildschirmendes oder URL-Leiste einblenden Ja  Ja, Menütaste drücken -> URL-Leiste erscheint  Nein, URL Leiste ist aber immer eingeblendet (sic!)
Selbstkonfigurierbare Suchmaschinen im Browser  Nein (Safari), Ja (Mercury)  Ja (Browserabhängig)  Nein (Nur Bing und Google wählbar)
Amazon App  Ja  Ja  Ja
Ebay App  Ja  Ja  Ja
Barcode Scanner App  Ja  Ja  Ja
Xing App  Ja  Ja  Ja (drittanbieter app)
“Mein o2″ App  Ja  Ja  Nein
Dropbox App  Ja  Ja  Ja (drittanbieter app)
EyeEm App
 Ja  Ja  Ja
Fotostreams o. vgl. Alternative zum Fotosharing  Ja  Ja (Picasa)  Nein
Twitter  Ja (Tweetbot)  Ja (Tweetdeck)  Ja, im OS eingebaut + zusätzliche Apps mögl.
Fritz fon/app/media  Ja  Ja  Nein (Nur Telefonliste abrufbar per drittanbieter app)
GPS App  Ja  Ja  Ja
Taschenrechner  Ja  Ja  Ja
Kamera  Ja, 8MP, sehr gute Bildqualität  Ja, 8MP, ähnlich gut, aber andere Farbabstimmung und mehr Weitwinkel  Ja, 5MP, schlechter als iPhone, aber ausreichend für Web
Midi Interface? Ja, mittels Zubehör, z.B. iRig, sehr gutes Latenzverhalten  Ja, aber z.Zt. nur USB-Midi, dafür ohne Zusatzhardware! Latenz und Performance stark Geräteabhängig!  Nein
Online Banking App? (wenn man es denn nutzen möchte…) Ja  Ja  Ja
Frei Anpassbare Homescreens / Widgets / Info-Drop-Down  Nein / Nein / Begrenzt  Ja / Ja / Ja  Ja / Nein / Nein
Tagesschau App  Ja  Ja  Nein – nur per RSS Reader
Tapatalk App  Ja  Ja  Nein (Alternative: Board Express)
IMDB App  Ja  Ja  Ja
Geizhals App  Ja  Ja  Nein
FM Tuner / UKW-Radio  Nein (nur mit Zubehör)  Ja  Nein
MVV App / Öffi  Ja / Nein  Ja / Ja  Nein / Nein (Alternative: Fahr in München App, here.com)
Arte App  Ja  Ja  Nein
Wecker  Ja  Ja  Ja
Kalender  Ja  Ja (übersichtlicher, auch Custom-Zeiten für Erinnerungen einstellbar)  Ja
EXIF-und IPTC-Daten in Galerie anzeigen  Nein (über App rudimentär aber kompliziert möglich)  Ja  Nein
Google Maps App  Ja (Aber nicht Standard-App!)  Ja (Standard App)  Ja (Nicht Standard-App. Aber gute Alternative: Nokia Karten)
Youtube  Ja  Ja  Ja
VPN / Cisco Anyconnect  Ja  Ja  Nein
Info-LED auf der Gerätevorderseite  Ja  Ja  Nein
PDF Anzeigen  Ja  Ja  Ja, eingebaut im OS
DHL Paketverfolgung  Ja  Ja  Ja (Post Mobil)
Wo ist mein Wasser? App  Ja  Ja  Ja
Tetris  Ja  Ja  Ja
Bejeweled  Ja  Ja  Ja
HRS Hotels  Ja  Ja  Ja, im Lieferumfang
Videowiedergabe  Ja  Ja  Ja
Musik / Video download wie iTunes  Ja  Ja (Google Play, Amazon Market)  Ja (XBox Live, Windows Store)
Musik player ähnlich iOS “Musik” App  Ja  Ja  Ja, anders aber gleich gut.
Akku selbst Wechselbar?  Nein (muss über Apple getauscht werden)  Ja  Ja
Wetter-Online Wetterapp  Ja  Ja  Nein, aber alternativen (Agrarwetter, wetter.info…)
Skype App  Ja  Ja  Ja
Smartphone Liegt angenehm in der Hand?  Nein  Ja  Ja
Gewicht des Smartphones OK?  Ja  Ja  Ja
Alle Bedienelemente sind mit einer Hand gut zu erreichen  Ja  Nein – das Display ist dafür etwas zu gross.  Ja
Display gross genug um damit Bücher zu lesen und klassische Webseiten mit Frames zufriedenstellend anzusehen?  Nein  Ja  Ja
Intuitiv für mich zu Benutzen? Ja  Nein, vieles nur mit Frickeln möglich  Ja
Voice Assistent / Insgesamt Brauchbar / Sprachsynthesequalität Ja / Ja / Gut  Ja / Nein / Gut (Google) Ausreichend (Samsung)  Ja / Ja / Ausreichend
Multitasking  Ja  Ja  Ja
Akkulaufzeit im normalen Betrieb  ca 1 Tag bei normaler Nutzung  ca 1 Tag (je nachdem wieviel man damit macht)  ca 1 Tag

 

Vor- und Nachteile.

Android – und auch Windows Phone 8 – ist inzwischen sehr weit gekommen. Allerdings gibt es weiterhin Minuspunkte im Bereich “Umzug auf ein neues Gerät”, “Updatefähigkeit in der Zukunft”, “Datenschutz/Berechtigungsmanagement” und “Userinterface Design”. Auf der Habenseite stehen handfeste Vorteile beim Dateiaustausch, bei der Konfigurierbarkeit des Betriebssystems (versucht mal bei iOS die Galerieapp, den MP3-Player oder die Kalender-App als Defaultanwendung auszutauschen oder Syncprotokolle nachzuinstallieren – bei Android ist das überhaupt kein Problem) und praktisch kaum Nachteile bei den Apps.

Allerdings muss man vieles, was bei Apple einfach funktioniert unter Android erst durch stundenlanges, manchmal sogar tagelanges forschen und frickeln erstmal hinbekommen – in manchen Fällen hilft es, Googles Dienste zu benutzen, jedoch ist dies für sensitive private Informationen keine Option. Was ich meine? Versucht doch mal euer Adressbuch von eurer OwnCloud Instanz oder einem anderen Cloudservice per CalDAV/CardDAV Protokoll mit einem Android Gerät zu syncen…oder eine Übersicht sämtlicher App-Berechtigungen zu bekommen und anschliessend einzelnen Apps bestimmte Rechte zu entziehen, zum Beispiel den Zugriff auf Kalender, Adressbuch o.ä.

Besser in Sachen konsistentes Userinterface ist Windows Phone 8 unterwegs. Man gewöhnt sich, wenn man sich mal an den Stil gewöhnt hat, schnell an die Benutzerführung der Windows Phones. Vieles ist sehr intuitiv gelöst. Frickelei ist praktisch nicht erforderlich und das, was mit dem Gerät geht, läuft auch meist einwandfrei (ein paar Bugs gibts ja immer…). Von der Bedienung würde ich ein Windows Phone einem Android Telefon jederzeit vorziehen.

Was ich als Fotograf richtig sexy an Android finde ist, dass ich meine Bilder einfach aufs Handy bekomme: Per WLAN, USB oder Kartenleser. Dass ich in der Galerie die Bilder nach verschiedenen Kriterien sortieren kann. Dass mir die Miniatur in der Übersicht das Format des Bildes anzeigt. Dass ich mir die EXIF- und IPTC-Daten von Bildern anzeigen lassen kann und dass ich selbst entscheiden kann welche Galerieapp ich benutzen will. Ähnliches gilt für alle anderen Apps auf dem Gerät: Ich kann selbst wählen, welche davon meine Standard-App sein soll. Extrem angenehm. In diesem Bereich ist Windows Phone nicht so Anschlussfreudig. FM-Radio, USB-OTG und MHL für HDMI oder VGA fehlt dem Windows Phone 8 jedoch, obgleich die Hardware (Snapdragon S4 Plus) es könnte.

Als Techie finde ich es richtig klasse, dass ich prinzipiell alles mit dem Betriebssystem machen kann – inzwischen sogar ohne Google, wenn das denn nötig ist. Den Play Store finde ich gut. Als o2-Kunde muss ich keine Kreditkarte bei Google angeben um Bezahlapps zu kaufen, ich kann auch über meine Telefonrechnung bezahlen. Nervig sind die Google Play Dienste, die auf dem Gerät werkeln und dass man bei einer Neuinstallation nicht mehrere Apps mit einem Klick installieren kann. Aber wenn man keine Lust hat seine Apps bei Google zu kaufen kann man ja auch die anderen Stores wie AndroidPIT, Amazon Appstore usw. benutzen.

Und als ehemaliger Palm Pre Fan finde ich die Möglichkeit, mein S3 drahtlos mit meiner alten Palm Touchstone Induktionsladeschale oder einem ähnlichen Gerät aufzuladen extremst cool.

Allerdings graust es mir jetzt schon vor dem Tag an dem ich vom S3 auf ein neueres Smartphone updaten will oder eine Sicherheitslücke bekannt wird, für die zwar Google aber Samsung noch keinen Fix bereitgestellt hat…Und ob sich der kleine Apple-Fanboy in mir jemals an das zum Teil flickschusterige Appdesign und die zum Teil zum Himmel schreiend schlechte Bedienbarkeit jemals gewöhnen kann bleibt abzuwarten

In jedem Fall sollte man Android nicht blauäugig benutzen, denn sonst kennt Google innerhalb kürzester Zeit nicht nur das eigene Leben sondern auch noch das Leben eurer Freunde, Feinde und Verwandten. Und selbst wenn man nur mal kurz nicht aufpasst kann es schnell passieren, dass unerwünscht Daten abgesaugt werden. Aber das gilt ja für fast alles im Leben irgendwie inzwischen, oder? Auch Windows Phone will sehr häufig Daten sammeln, fragt aber immerhin sehr ausführlich nach ob der Nutzer dies akzeptieren will. Einige Apps, wie z.B. die Twitter App lassen sich nur mit eingeschalteten Ortungsdiensten installieren, was ich persönlich ein Unding finde. Ein zentrales Datenschutzmanagement wie bei iOS gibt es leider nicht, zumindest die Ortungsdienste lassen sich aber in Windows Phone 8 zentral deaktivieren. Nicht beschränken kann man hingegen den Zugriff der Apps aufs Addressbuch und auf den Kalender. Synchronisierung mit Owncloud oder anderen CalDAV/CardDAV/WebDAV Cloudservices ist leider mit Windows Phone 8 ebenfalls  nicht möglich, obwohl CalDAV/CardDAV für Google unterstützt werden…

Mein Fazit:

Zum Surfen, Mailen, Telefonieren und als Kalender sind sowohl Android als auch Windows Phones inzwischen sehr gut zu gebrauchen und auch viele Apps die ich regelmässig verwende laufen unter Android ebenfalls – wenn auch nicht immer so hübsch gestylt wie unter iOS. Windows Phone hängt in Sachen App Unterstützung noch etwas hinterher, holt aber mit Siebenmeilenstiefeln auf. Das Bedienkonzept bei Windows Phone ist einfacher und stringenter – das Design sicherlich Geschmachssache.

Vom iPhone umsteigen werde ich aktuell jedenfalls nicht.Wie es in der Zukunft aussieht hängt im Wesentlichen davon ab, was Apple in der nächsten Zeit bringt. Mir das iPhone in wirklich allen Punkten ersetzen kann derzeit weder Android noch Windows Phone 8. Wenn ich mich aber zwischen einem Android und einem Windows Phone 8 Smartphone entscheiden müsste, dann würde ich mich ohne mit der Wimper zu zucken für Windows Phone 8 entscheiden, weil es einfach flutschiger zu bedienen ist, ein anderes/eigenes UI Konzept besitzt und nicht unmengen an Hardwarresourcen braucht.

Cameramator iPad-AppInzwischen hatte ich ein bisschen Zeit den Cameramator mal in Aktion auszuprobieren. Hier nun ein erster Kurzbericht:

Dokumentation & Support:

In der Verpackung des Cameramators ist ein zusammengefaltetes, quadratisch zugeschnittenes DIN-A4 Blatt mit ein paar Hinweisen enthalten. Und das war es auch schon an Dokumentation. Weder auf der Herstellerseite noch auf der Kickstarter Projektseite des Cameramators gibt es weitere Dokumentation. Nichtmal eine vernünftige Produktbeschreibung ist auf der Webseite unter http://www.cameramator.com zu finden.

[Update vom 13.2.2013]Inzwischen ist auf http://www.cameramator.com eine Produktbeschreibung und eine Kompatibilitätsliste zu finden. Derzeit werden laut Hersteller bei allen gelisteten Kameras nur die Kameraeinstellungen Zeit, Blende & ISO unterstützt. Weitere, kameraspezifische Funktionen werden folgen.

Ein Ausblick, eine Roadmap, welche Kameras mit welchen Features künftig unterstützt werden ist weiterhin nirgends zu finden. Allerdings sind die Entwickler sehr engagiert bei der Sache und versprechen, dass die Firmware kontinuierlich weiterentwickelt wird.

Einen Supportbereich gibt es auf der Herstellerhomepage (noch) nicht, auch (noch) keinen Downloadbereich für zukünftige Firmwareversionen. Lediglich eine Kontakt-E-Mailaddresse findet man, auf die man relativ zügig, meist aber innerhalb von 24h eine Antwort erhält. Über Twitter erhielt ich auf eine Anfrage nach dem Verbleib der Lieferung vor ein paar Tagen wenigstens die Antwort ich solle mich noch etwas gedulden. Scheint, als wäre das Gerät noch wirklich ganz, ganz neu.

Hier zeigt sich deutlich, dass es sich nicht um ein Produkt einer grossen Firma handelt sondern um ein von Techies für Techies entwickeltes, schnell durchgezogenes Kickstarter Projekt ohne fundierte Erfahrung mit Produktionsprozessen, Logistik und Kundenbetreuung, allerdings mit einem erfreulichen Grad an Stabilität und unter Ausnutzung moderner Kommunikationskanäle wie Twitter, Web, Blog und aSocial Networks. Ich hatte schlimmeres Befürchtet aber es sieht so aus, als hätte sich das Warten doch gelohnt.

Die Installation ist recht einfach

Cameramator auf den Blitzschuh stecken, USB-Kabel einstecken, Kamera einschalten, Cameramator einschalten. Warten bis im WLAN-Menü in den iPad/iPhone Systemeinstellungen der Accesspoint “Cameramator” auftaucht und mit diesem verbinden (die Warteanimation links neben dem AP verschwindet nicht, Netzwerkzugriff funktioniert aber trotzdem!). Anschliessend Cameramator App starten, Kamera auswählen und Fotos machen.

Cameramator App

Die Stabilität der Applikation ist gut und die App lief sowohl auf einem iPhone 4s als auch auf einem iPad Mini ohne Probleme. Für Android soll demnächst eine App herauskommen, eine Desktopapplikation oder eine Windows 8 App existiert noch nicht. Wobei es für findige Softwareentwickler kein Problem sein dürfte die Kommunikation auf der Luftschnittstelle zwischen den Geräten mitzuschneiden und nachzubauen und daraus eine Desktop App zu basteln.

Die Verzögerung zwischen dem Drücken des Auslösers in der App und dem tatsächlichen Auslösen der Kamera ist jedenfalls erfreulich kurz, wenn auch nicht simultan. Der Funktionsumfang, der zur aktuell zur Verfügung steht beschränkt sich auf ISO, Zeit und Blende einstellen und auslösen.

Darüberhinaus gibt es einen Self-Timer (Selbstauslöser), eine Timelapse (Intervall) Funktion und einen Bracketing Modus. In späteren Firmwareversionen sollen dann auch Funktionen wie Liveview, Umschalten d. Belichtungsmodus, AF-Feld Auswahl etc. hinzukommen.

Der Bracketing Modus erlaubt mehrere Bilder von -4 bis +4 Blenden in fest eingestellten 1 Blendenschritten aufzunehmen, was bei maximal 9 Bilder sind, die jedoch nicht im Serienbildmodus direkt nacheinander aufgenommen und anschliessend am Stück hochgeladen werden sondern seriell in der Reihenfolge: auslösen, hochladen, wieder auslösen… aufgenommen werden.

Beim Self-Timer kann man drei Parameter einstellen: Anzahl der Bilder, Zeitverzögerung zwischen den Aufnahmen und Vorlaufzeit.

Bracketing Intervallfunktion Self-Timer

Die Timelapse-Steuerung erlaubt die Eingabe des Aufnahmezeitraums von 5 Minuten bis zu mehreren Stunden und das Zeitintervall (in Minuten und Sekunden) zwischen den Aufnahmen. Ausserdem errechnet die App anhand der Eingaben, wieviele Aufnahmen zu machen sind und zeigt während der Aufnahme auch an, wieviel Bilder bereits geschossen wurden.

Der automatisch nach dem Auslösen stattfindende Bilderdownload von der Kamera zur App funktioniert erfreulich schnell, eine 12MP Datei aus meiner D3 brauchte etwa 10 Sekunden um auf dem Display angezeigt zu werden. Mittels Fingergesten kann man dann in die Aufnahme hineinzoomen. Die Bedienung der App wirkt ausgesprochen flüssig.

Dennoch ist die App nicht fehlerfrei: So lassen sich weder Einstellungen in der App ändern noch Zeiten länger als 1/125s auswählen. Auch der Info-Button ist ausgegraut – was auch immer das zu bedeuten hat. Ob es von Herstellerseite hier noch updates geben wird weiss ich bisher nicht, hoffe aber, dass Usman Rashid seine Versprechen hält und das Produkt und die Apps weiterhin pflegt.

WLAN, Sicherheit und Kompatibilität

Der Cameramator unterstützt laut Konfigurationsmenü (per Ad-Hoc Netz unter 192.168.0.1 im Browser zu erreichen) die folgenden WLAN Sicherheitsmechanismen: Ohne Verschlüsselung, WEP (Offen), WEP (Shared), WPA (TKIP), WPA (AES), WPA2 (TKIP) und WPA2 (AES). Allerdings habe ich den Cameramator nicht dazu bewegen können sich an einer Fritz!Box mit WPA2 (AES) Verschlüsselung anzumelden.

An meinem mobilen Hotspot mit WEP verschlüsselung hingegen meldete sich der Cameramator einwandfrei an und auch die Ad-Hoc Verbindung funktioniert (bis auf die Sache mit dem nicht verschwindenden Animationsrädchen in den WLAN Einstellungen) einwandfrei. Das Thema WLAN werde ich in den nächsten Tagen aber nochmal genauer unter die Lupe nehmen.

Äusserst Problematisch finde ich allerdings, dass die Web-Konfigurationsoberfläche des Cameramators a) völlig ungeschützt ist und sich auch nicht mit einem Passwort schützen lässt, ein “No-Go”, wenn man das Gerät in von mehreren benutzten WLANs, z.B. auf Veranstaltungen, betreiben möchte, b) ist die Oberfläche extrem schlecht und karg programmiert und c) werden nicht sämtliche verfügbaren Hotspots in der Umgebung gefunden, die aber z.B. das iPhone sehr wohl findet.

In einem älteren Artikel auf der Kickstarter Homepage gibt es eine Liste von Kameras, die mit dem Cameramator verwendet werden können. Allerdings ist nicht ganz klar, welche Funktionen mit welcher Kamera verfügbar sind. Im Zweifelsfall sollte man davon ausgehen, dass lediglich Zeit, Blende und ISO eingestellt werden können und der Auslöseknopf funktioniert. Auf Anfrage habe ich vom Hersteller die folgende aktuelle Information zur Kompatibilität bekommen, aus der aber ebenfalls nicht genau hervorgeht welches Feature mit welchem Kameramodell funktioniert, aber immerhin klar wird, welche Kameras unterstützt werden.

“You can see the specs and more information at the following link:

http://www.bhphotovideo.com/c/product/916082-REG/sanho_sahdcm_cameramator_wireless_tethered_dslr.html

We only support Nikon and Canon cameras at this time, and here is [the] complete list:We only support Canon and Nikon DSLR cameras at this time, the updated list is below:

Canon 1Ds Mark III Canon 1D X Canon 5D Mark II Canon 5D Mark III Canon 7D Canon 40D Canon 50D Canon 60D Canon T2i Canon T3Canon T3i Canon T4i Nikon D2X Nikon D3 Nikon D3S Nikon D4Nikon D80 Nikon D90Nikon D200 Nikon D300 Nikon D300S Nikon D600 Nikon D700 Nikon D800/D800E Nikon D3000 Nikon D3100 Nikon D5000 Nikon D5100 Nikon D7000″

Wie das mit der Lightroom-Kompatibilität aussieht, die auf dem b&h photo link genannt wird kann ich noch nicht sagen, sobald ich dazu etwas neues habe sag ich bescheid. Auch wenn der Hersteller sich derzeit auf Canon und Nikon Kameras beschränkt wäre es Wünschenswert, wenn zukünftig auch Mirrorless-Kameras wie die Sony Nex, die Fuji X- und die Olympus/Panasonic mFT Kameras unterstützt werden.

Reichweite

Die Reichweite im Ad-Hoc Modus beträgt etwa 5-7 Meter in der Wohnung. Auf Sicht dürften sogar 10 Meter oder mehr möglich sein. Allerdings nimmt die Übertragungsgeschwindigkeit natürlich ab, je weiter man sich von der Kamera entfernt. Schafft man es, den Cameramator in ein WLAN Netz mit Internetzugang einzubuchen ist die Reichweite allerdings nahezu unbegrenzt bei nur sehr geringen Geschwindigkeitsverlusten.

Verarbeitung

Die Verarbeitung wirkt solide, es klappert nichts und das Gehäuse sitzt satt im Blitzschuh. Der Ein/Ausknopf wirkt etwas billig, funktioniert aber gut. Dank des 1/4″ Gewindes  aus Metall im Fuß des Geräts kann man den Cameramator auch auf ein Stativ schrauben. Das USB-Kabel ist “von der Stange”, hat aber leider keinen gekröpften Stecker am Kameraende. Auch eine Gehäuseabdichtung ist nicht vorhanden, weshalb man einen Einsatz bei Regen lieber vermeiden sollte. Ein Ladegerät wird nicht mitgeliefert, dafür aber ein USB Kabel mit rundem Ladestecker, dass sich an jedem USB-Port anschliessen lässt und den Akku in ca. 3 Stunden wieder vollständig lädt.

Fazit

Der Cameramator funktioniert flotter als der Nikon WLAN-Adapter den ich an der D2x verwendet habe, wirkt bei weitem stabiler als meine Wireless-USB-Selbstbaulösung und ist darüberhinaus kompatibler und leichter einzurichten – wenn man denn ein iPhone, iPad oder Android-Gerät sein eigen nennt. Auch kostet er nicht mal die Hälfte von dem, was der Originale WT-2 damals neu gekostet hat. Der Funktionsumfang ist allerdings Kameraabhängig und nicht exakt dokumentiert. Um einfach Bilder im Studio aufzunehmen und direkt an einem grösseren Bildschirm (iPad) die Aufnahme zu begutachten ist der Cameramator genausogut geeignet wie für gelegentliche HDR-Aufnahmen oder Intervall/Timelapsespielereien.

Allerdings hat das Gerät auch noch einige Kinderkrankheiten, insbesondere auch im Support- und Dokumentationsbereich. Wenn einen diese nicht stören bekommt man für 349 EUR + Versand + EUSt. + Zoll ~= 400 EUR bzw. 299$ (falls man in den USA einen kauft – natürlich + Zoll bei Einfuhr in die EU) einen relativ universellen, kostengünstigen WLAN-Adapter mit dem man einiges Anfangen kann. Die Backer des Kickstarter Projekts haben den Cameramator deutlich günstiger erhalten (~199 EUR inkl. Versand + Zoll), aber von irgendwas will der Zwischenhandel und der Hersteller ja auch leben.

Wenn Usman Rashid und sein Team die noch verbliebenen Probleme konsequent ausräumt, dann könnte dieses Gerät ein absoluter Kracher für den drahtlosen Fotobereich werden!

Cameramator unboxingGrade eben konnte ich endlich meinen lange erwarteten “Cameramator” beim Zoll gegen entrichtung eines kleinen Obulus namens “EUSt” abholen. Zuvor war ich schon etwas ungeduldig gewesen, weil das Gerät eigentlich schon Ende Dezember / Anfang Januar hätte hier sein müssen. Aber der Zoll und der Versandweg nach Deutschland haben wohl etwas Zeit extra benötigt. Wie auch immer: Jetzt ist er endlich da und einem Einsatz in der kommenden Fotosaison steht nichts mehr im Wege.

Der Zollbeamte wollte natürlich wissen, was das eigentlich ist, was ich da in die Bundesrepublik einführen will, und so erklärte ich es ihm. Sein Gesicht schrie laut “WASSOLLDASSEIN?!” und so erklärte ich es nochmal etwas einfacher: “Ein WLAN Adapter für die Kamera, mit der ich über das iPad meine Kamera komplett fernsteuern kann”.

Sein Kommentar anschliessend war jedenfalls super: “Das gibts doch schon lange von Canon!” Stimmt. Und von Nikon auch. Aber immer nur für eine einzige Kamera bzw. Kameraserie. Der Cameramator macht das mit vielen Kameras und kostet nur einen Bruchteil von den Original-WLAN-Adaptern. Und eine iPad/iPhone App gibts auch dafür.

Jedenfalls muss ich noch bis heute Abend warten bis ich von der Arbeit wieder da bin um das Gerät mal auf Herz und Nieren zu testen und bin gespannt wie ein Flitzebogen, was Usman Rashid und sein Team sich so alles ausgedacht haben. Mehr dazu dann später.

Anbei ein paar Bilder vom Gerät direkt nach dem Öffnen der Verpackung:

Cameramator unboxing Cameramator unboxing Cameramator unboxing Cameramator unboxing

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iPhone4
iPhone4

Wie heute unter anderem bei Heise und Basic Thinking zu lesen ist hat Apple wohl die Bestellmenge für iPhone 5 Displays im 1. Quartal 2013 halbiert. Das kann nun heißen: Das iPhone 5 verkauft sich doch nicht so doll – oder aber Apple hat die Nachfrage überschätzt und zuviel bestellt. Und dann gibts da ja noch diese Gerüchte vom bald kommenden iPhone 5s…

Ich persönlich glaube, ersteres ist der Grund. Apple hat den Bogen einfach überspannt. Der Lightning Anschluss ist zwar schick, aber Apple hat den Zubehörherstellern zu wenig Zeit gelassen sich darauf einzustellen. Noch dazu funktioniert das ein oder andere Zubehör trotz Lightning-auf-Dock Connector Adapter (die immernoch schwer lieferbar sind) nicht mehr einwandfrei – so z.B. mein Composite AV-Kabel am iPad Mini. Ein Car-Kit sucht man vergebens.

Auch NFC findet im iPhone nicht statt, die unnötige Nano-SIM findet auch Keiner wirklich lustig und LTE funktioniert hierzulande nur mit der Telekom. Selbst eine drahtlose Ladefunktion sucht man vergeblich.

Hinzu kommt dass das leichte und schicke Alugehäuse äusserst kratzeranfällig ist. Als wäre das schon alles gewesen. Diverse Kinderkrankheiten verleideten so manchem Käufer den Spaß am neuen Gerät: WLAN Probleme, Bugs in der Tastatursoftware des iPhone, Probleme mit Mikrofon und Headset usw.

Applefanboys & -fangirls sind zwar hart im Nehmen, aber alles zusammen genommen wars dann wohl doch zu viel des Guten.

Hinzu kommt, dass etlichen iPhone Usern noch immer die restriktive Politik von Apple in Bezug auf den Datentransfer auf die Nerven geht. In Sachen Konnektivität ist das iPhone im Vergleich zu einem handelsüblichen Android 4 Smartphone immer noch Steinzeit. Kein USB-on-the-Go, kein Dateitransfer per USB-Kabel zwischen mehreren Computern, keine vernünftige Möglichkeit Dateien zwischen iPhone und einer SD-Karte hin- und herzukopieren.

Nichts desto trotz sind iPhones die einzigen Smartphones, die ich stressfrei und ohne sämtliche Daten an Apple zu schicken benutzen kann und welches immer flott einfach nur funktioniert. Ich liebe die Zuverlässigkeit beim Synchronisieren von Kalender, Adressbuch und Notizen zwischen mehreren Devices, auch wenn man nicht die iCloud benutzt. Die Systemstabilität ist hervorragend und nur weil ich mal eine verkehrte App installiert habe fliegt mir nicht gleich das gesamte Betriebssystem um die Ohren. Last but not least ist die eingebaute Kamera immer noch besser als alle Kameras, die ich bisher in Android Smartphones gesehen habe. Es ruckelt nix, die Verarbeitung ist ausgezeichnet und das Display ist (auch beim iPhone 5) klein genug, damit man noch mit einer Hand an alle Icons auf dem Bildschirm drankommt. Man hat auch nicht das Gefühl eine Tafel Milka Vollmilch in der Hosentasche zu haben wie bei manch anderen Konkurrenzmodellen…

Dennoch bergen das Betriebssystem bzw. einige Vorinstallierte Apps immer noch grosses Verbesserungspotential: In der Fotoapp fehlen z.B. nach wie vor sinnvollste Features wie Sortierfunktionen, Ordner (nicht Alben!) und eine Metadatenanzeige für EXIF, IPTC und Dateiname/grösse/typ.

Der Pull-Down-Screen ist auch nicht wirklich flexibel Anpassbar – ich hätte z.B. gerne die Möglichkeit WLAN, Bluetooth, mobile Datenübertragung und den Flugmodus über Buttons im Pulldown-Screen an- und abzuschalten. Auch die Anzeige für den Handyempfang ist ein schlechter Witz, so träge und ungenau wie das Ding ist. Es ist auch nicht möglich die vorinstallierten Apps durch bessere Alternativen zu ersetzen oder wenigstens mit Plugins zu Erweitern. Einerseits gut, andererseits echt nervig, vor allem wenn man die Alternativen kennt. Und einen Dateimanager fürs iPhone oder ein Micro-SD-Leser…darauf wage ich nichtmal zu hoffen, leider.

Für dieses Gesamtpaket verlangt Apple aber immer noch richtig fette Kohle (anders kann man es leider nicht ausdrücken), gleichzeitig ist jedoch der Vorsprung-durch-Technik-Bonus inzwischen restlos aufgebraucht und viele zahlen noch ihr iPhone 4/4s ab. So ist das Gesamtpaket iPhone 5 heutzutage vielen Menschen nicht mehr attraktiv genug. Zumal es von der Android Konkurrenz inzwischen Angebote gibt, die einiges besser können und weniger kosten und der Technologiesprung vom 4s aufs 5er nicht besonders gross ist…

Kurz gesagt: Ich denke Apple hat es hier mit einem handfesten Problem zu tun, dass sich langsam schleichend nun auch öffentlich bemerkbar macht. Dessen gewichtigste und sichtbarste Auswirkungen sind der seit Monaten fallende Börsenkurs und nun eben die Meldung über die reduzierte Bestellung von iPhone 5 Displays…

Die Leute haben anscheinend einfach immer weniger Bock sich von Apple gängeln und veräppeln zu lassen – und das muss über kurz oder lang nach hinten losgehen.

Mit Sorge beobachte ich aber auch bei diversen Androidgeräten die Entwicklung, dass sich der Akku nicht mehr wechseln lässt (z.b. Nexus 4), keine SD-Card-Reader mehr verbaut werden, USB-OTG nur noch manchmal mit angeboten wird, Mini- und Micro-HDMI Anschlüsse vom Slimport ersetzt werden und immer weniger Geräte einen UKW Empfänger besitzen. Und es gibt bei Android kein einziges HighEnd Gerät, dass mit einem Hosentaschentauglichen, kleinen OLED/Retina-Display in der Region bis 3,7″ erhältlich ist…Google lernt offenbar Protektionismus und spielt “Supersize me?”

Mal sehen wie das Spiel weitergeht…

Vielleicht ändert sich was mit dem Erscheinen von Firefox OS oder Ubuntu für mobile Geräte?

 

Android el cheapoIn den vergangenen Tagen habe ich mich mal wieder etwas intensiver mit Android beschäftigt. Ich habe mir einen iPhone 5 Chinaklon mit Android 4.0 angesehen, das Hugendubel Tablet PC 4 untersucht, ein Samsung S3 Mini in der Hand gehabt und noch einige andere Geräte mit Android 4.0 und 4.1 ausprobiert.

Dabei fällt auf: Apple ist immer noch vorn in den Disziplinen Userinterfacedesign, Useability, Backup, Synchronisation und Updatefähigkeit sowie Platformstabilität und Vertrauen in die Sicherheit der Apps. Aber der Abstand schmilzt. Er ist inzwischen so klein geworden, dass man sich ernsthaft fragen muss, ob einem wirklich das tolle Aussehen und das flutschigere Konzept die hundert oder mehr Euro Aufpreis wert sind.

Noch dazu weil man mit fast allen Androidgeräten in der Lage ist Dateien einfach zwischen unterschiedlichen Computern hin- und herzukopieren wie man Lust hat. Sogar Rootzugriff ist bei Android möglich. Nicht wie bei iPad, iPhone & Co., wo Apple bestimmt was gesynct werden darf und wie.

Wenn Apple dazu in der Zukunft nichts einfällt (und vieles deutet leider darauf hin), dann wird es so kommen, wie Eric Schmidt das kürzlich großspurig behauptet hat: “Android hat das iPhone überholt”.

In manchen Bereichen stimmt das jetzt schon:

Heutzutage kann man weder ein in allen Netzen funktionierendes LTE noch NFC in den Geräten von Apple bekommen – anders bei Android. Hat jemand schonmal ein iPhone mit eingebautem FM Tuner gesehen? Bei etlichen Androiden ist er eingebaut. Auch in puncto Verkaufszahlen hat Android iOS längst überholt und nicht zuletzt beim günstigeren Preis ist Android Apple seit längerem deutlich voraus.

Manchmal beweisen Android Handys sogar, dass Apple uns mit seinen Gerätepreisen und Aussagen gelegentlich hübsch an der Nase herumführt. Eine Nano-Sim wäre fürs iPhone 5 sicherlich NICHT notwendig gewesen. Selbst die Micro-SIM im iPhone 4/4s wäre nicht nötig gewesen. Platz im Gehäuse ist genug.

So ein Hero H2000+-iPhone 5-Klon kostet z.B. grade mal ~170 EUR inklusive Versand, hat aber zwei Slots für _zwei_ (!) _normalgrosse_ (!) SIM-Karten und einen MicroSD-Leser. Im Lieferumfang ist sogar ein zusätzlicher Akku zum Wechseln und eine Schutzhülle aus transparentem Plastik enthalten. Der Akku hält länger als beim iPhone 4s. GPS, Kompass, Bluetooth, WLAN, Lagesensor, Dual-Core A9 mit 1,2 Ghz sowie 512MB RAM und 2GB interner Speicher (der mittels Micro-SD aufgerüstet werden kann) sind ebenfalls enthalten sowie je eine Kamera vorne und hinten. USB Kabel mit Ladeadapter und Kopfhörer mit Freisprechfunktion sind natürlich auch mit dabei.

Oder nehmen wir den Hugendubel/Weltbild Tablet PC 4 mit Android 4.0 von Cat, der statt wie ein iPad Mini für 329 EUR für nur 179,99 EUR zu haben ist, dafür aber eine eingebaute Mini-HDMI-Schnittstelle, USB-OTG Adapter, einen MicroSD-Kartenleser und einen Standard MicroUSB-Port mitbringt statt proprietärem Unfug und ne Kopfhörerschnittstelle. Das Display ist auf dem Niveau vom iPad Mini, hat mit 4:3 das richtige Seitenverhältnis und mit 8″ die richtige Grösse. Die CPU (dual-core, 1,2Ghz, 1GB RAM, 8GB Speicher) ist vergleichbar flott wie die vom iPad Mini. Dagegen kann der Kindle Fire HD einpacken und auch Top-Android-Tablets wie das Samsung Galaxy Tab 2 haben damit eine durchaus ernstzunehmende Konkurrenz bekommen, die im Preis fast nicht zu schlagen sein dürfte.

Hugendubel Tablet PC 4 AnschlüsseAber was sind denn nun die Nachteile?

Grade bei den Billiggeräten wie den hier erwähnten spürt man den Sparzwang vor allem bei den Kameras, den Lautsprechern und bei der Gehäuseverarbeitung. Beim Hero H2000+ ist die Rückseite aus Plastik, die Tasten sind logischerweise nicht so solide verarbeitet wie beim iPhone und die Kamera auf der Rückseite soll zwar 8MP haben, es handelt sich dabei aber eher um eine 2MP Kamera deren Bilder auf 8MP aufgeblasen werden.

Beim Hugendubel Tablet, das ein ansonsten sehr solide wirkendes Gehäuse mit Alurückseite besitzt, sind vor allem der Ausknopf und die Lautstärkewippe etwas wackelig und der mitgelieferte AC-Adapter rutscht leicht heraus (wobei man das Gerät auch mittels USB aufladen kann – dauert dann nur etwas länger). Aufgrund von Sparzwängen musste man beim Tablet PC 4 wohl auch auf schwerere Komponenten zurückgreifen. Mit seinen 485g Gewicht wiegt der Tablet PC 4 fast soviel wie ein ausgewachsenes iPad 2 und rund 60% mehr als ein iPad Mini. Zum lesen ist es mir fast ein bisschen zu schwer. Nicht gespart wurde hingegen beim Display – dieses ist durchaus mit dem des iPad Mini vergleichbar.

Dennoch gilt: You get what you pay for. Allerdings bekommt man bei Android mehr für sein Geld als bei den Cupertinesen. Sind einem die Nachteile nicht so wichtig, dann bekommt man bei Android ein gut bedienbares, flottes Gerät für weniger Geld mit dem man alles machen kann, was man mit einem iPad oder iPhone auch machen kann. Manches sogar besser. Will man bessere Hardware zahlt man ähnlich viel wie bei Apple.

Auf Updatefähigkeit wie bei Apple darf man bei den meisten Androidgeräten freilich nicht hoffen. Aber technologisch, machen wir uns nichts vor, sind sowohl das iPhone als auch das Android Handy nach zwei Jahren völlig veraltet – da will man dann lieber ein neues, flotteres Gerät als ein Softwareupdate.

Nichts desto trotz sind hin und wieder mal Sicherheitsupdates nötig. Bei Android in letzter Zeit häufiger als bei IOS. Diese werden bei Apple in der Regel schneller und zuverlässiger als bei Android behoben. Aber bei Android hat man natürlich als versierter ITler die Möglichkeit sein Betriebssystem selbst upzudaten. Zumindest theoretisch hat man somit also keine Abhängigkeit vom Hersteller bei Android Devices, muss allerdings mitdenken.

Grosse Freiheit, grosse Verantwortung.