Neuer Look der iUSBPortCamera-Webapp
Neuer Look der iUSBPortCamera-Webapp

Seit Heute stehen auf den Webseiten von Hyper neue Updates für den “iUSBPort Camera” bereit (ehem. “Cameramator” genannt):

  1. Neue Firmware Version v32 inklusive
  2. Neue Webapp für Safari & Chrome zur Fernsteuerung des iUSBPort Camera per Browser, Mac, PC, Android oder iOS Gerät
  3. Ein neuer Instant-Client für Mac und PC, genannt “iUSBPort Camera Pipe”
  4. Ein neues Benutzerhandbuch (v2.0)
  5. Ausserdem steht die neue Version der iUSBPortCamera App fürs iPad im iTunes Store zum Download bereit.

Neue Features? In der App gibt es laut Changelog ein überarbeitetes Userinterface, einige Bugfixes und Geschwindigkeitsverbesserungen. Ausserdem soll die App jetzt mit mehr Kameras kompatibel sein. Welche das sind wurde bisher leider nirgendwo erwähnt.

Zeitenauswahl geht jetzt bis 30 Sek.
Zeitenauswahl geht jetzt bis 30 Sek.

Äusserlich ist alles beim Alten geblieben – ich kann leider kaum Unterschiede feststellen.

Im Zeitauswahlmenü werden bei angeschlossenen Nikon Kameras nun Zeiten von 1/6400s-30s angezeigt, dafür die 1/8000s leider nicht – aber das ist verschmerzbar.

Ein Auslösen per Klick ins Liveviewbild bei der Nikon D800 funktioniert weiterhin nicht und auch die Verwendung eines WPA2 geschützten WLAN Netzwerks ist derzeit nur auf dem Papier möglich – in der Praxis bei meiner Test-FritzBox gehts jedenfalls nicht.

Immerhin funktioniert die Videoaufnahme-Start/Stop-Funktion mit der D800 jetzt – mit der Einschränkung, dass sich die Blende/Zeit/ISO nur verändern lässt, bevor man die Kamera an den iUSBPortCamera anschliesst – das ist alles noch etwas wackelig.

Weitere undokumentierte Features wie z.B. die von vielen gewünschte Intervalauslösefunktion gibt es derzeit ebenfalls nicht.

Die Geschwindigkeit mit der Hyper die Kunden mit Updates versorgt ist dennoch Superklasse! Hut ab.

Cameramator iPad-AppInzwischen hatte ich ein bisschen Zeit den Cameramator mal in Aktion auszuprobieren. Hier nun ein erster Kurzbericht:

Dokumentation & Support:

In der Verpackung des Cameramators ist ein zusammengefaltetes, quadratisch zugeschnittenes DIN-A4 Blatt mit ein paar Hinweisen enthalten. Und das war es auch schon an Dokumentation. Weder auf der Herstellerseite noch auf der Kickstarter Projektseite des Cameramators gibt es weitere Dokumentation. Nichtmal eine vernünftige Produktbeschreibung ist auf der Webseite unter http://www.cameramator.com zu finden.

[Update vom 13.2.2013]Inzwischen ist auf http://www.cameramator.com eine Produktbeschreibung und eine Kompatibilitätsliste zu finden. Derzeit werden laut Hersteller bei allen gelisteten Kameras nur die Kameraeinstellungen Zeit, Blende & ISO unterstützt. Weitere, kameraspezifische Funktionen werden folgen.

Ein Ausblick, eine Roadmap, welche Kameras mit welchen Features künftig unterstützt werden ist weiterhin nirgends zu finden. Allerdings sind die Entwickler sehr engagiert bei der Sache und versprechen, dass die Firmware kontinuierlich weiterentwickelt wird.

Einen Supportbereich gibt es auf der Herstellerhomepage (noch) nicht, auch (noch) keinen Downloadbereich für zukünftige Firmwareversionen. Lediglich eine Kontakt-E-Mailaddresse findet man, auf die man relativ zügig, meist aber innerhalb von 24h eine Antwort erhält. Über Twitter erhielt ich auf eine Anfrage nach dem Verbleib der Lieferung vor ein paar Tagen wenigstens die Antwort ich solle mich noch etwas gedulden. Scheint, als wäre das Gerät noch wirklich ganz, ganz neu.

Hier zeigt sich deutlich, dass es sich nicht um ein Produkt einer grossen Firma handelt sondern um ein von Techies für Techies entwickeltes, schnell durchgezogenes Kickstarter Projekt ohne fundierte Erfahrung mit Produktionsprozessen, Logistik und Kundenbetreuung, allerdings mit einem erfreulichen Grad an Stabilität und unter Ausnutzung moderner Kommunikationskanäle wie Twitter, Web, Blog und aSocial Networks. Ich hatte schlimmeres Befürchtet aber es sieht so aus, als hätte sich das Warten doch gelohnt.

Die Installation ist recht einfach

Cameramator auf den Blitzschuh stecken, USB-Kabel einstecken, Kamera einschalten, Cameramator einschalten. Warten bis im WLAN-Menü in den iPad/iPhone Systemeinstellungen der Accesspoint “Cameramator” auftaucht und mit diesem verbinden (die Warteanimation links neben dem AP verschwindet nicht, Netzwerkzugriff funktioniert aber trotzdem!). Anschliessend Cameramator App starten, Kamera auswählen und Fotos machen.

Cameramator App

Die Stabilität der Applikation ist gut und die App lief sowohl auf einem iPhone 4s als auch auf einem iPad Mini ohne Probleme. Für Android soll demnächst eine App herauskommen, eine Desktopapplikation oder eine Windows 8 App existiert noch nicht. Wobei es für findige Softwareentwickler kein Problem sein dürfte die Kommunikation auf der Luftschnittstelle zwischen den Geräten mitzuschneiden und nachzubauen und daraus eine Desktop App zu basteln.

Die Verzögerung zwischen dem Drücken des Auslösers in der App und dem tatsächlichen Auslösen der Kamera ist jedenfalls erfreulich kurz, wenn auch nicht simultan. Der Funktionsumfang, der zur aktuell zur Verfügung steht beschränkt sich auf ISO, Zeit und Blende einstellen und auslösen.

Darüberhinaus gibt es einen Self-Timer (Selbstauslöser), eine Timelapse (Intervall) Funktion und einen Bracketing Modus. In späteren Firmwareversionen sollen dann auch Funktionen wie Liveview, Umschalten d. Belichtungsmodus, AF-Feld Auswahl etc. hinzukommen.

Der Bracketing Modus erlaubt mehrere Bilder von -4 bis +4 Blenden in fest eingestellten 1 Blendenschritten aufzunehmen, was bei maximal 9 Bilder sind, die jedoch nicht im Serienbildmodus direkt nacheinander aufgenommen und anschliessend am Stück hochgeladen werden sondern seriell in der Reihenfolge: auslösen, hochladen, wieder auslösen… aufgenommen werden.

Beim Self-Timer kann man drei Parameter einstellen: Anzahl der Bilder, Zeitverzögerung zwischen den Aufnahmen und Vorlaufzeit.

Bracketing Intervallfunktion Self-Timer

Die Timelapse-Steuerung erlaubt die Eingabe des Aufnahmezeitraums von 5 Minuten bis zu mehreren Stunden und das Zeitintervall (in Minuten und Sekunden) zwischen den Aufnahmen. Ausserdem errechnet die App anhand der Eingaben, wieviele Aufnahmen zu machen sind und zeigt während der Aufnahme auch an, wieviel Bilder bereits geschossen wurden.

Der automatisch nach dem Auslösen stattfindende Bilderdownload von der Kamera zur App funktioniert erfreulich schnell, eine 12MP Datei aus meiner D3 brauchte etwa 10 Sekunden um auf dem Display angezeigt zu werden. Mittels Fingergesten kann man dann in die Aufnahme hineinzoomen. Die Bedienung der App wirkt ausgesprochen flüssig.

Dennoch ist die App nicht fehlerfrei: So lassen sich weder Einstellungen in der App ändern noch Zeiten länger als 1/125s auswählen. Auch der Info-Button ist ausgegraut – was auch immer das zu bedeuten hat. Ob es von Herstellerseite hier noch updates geben wird weiss ich bisher nicht, hoffe aber, dass Usman Rashid seine Versprechen hält und das Produkt und die Apps weiterhin pflegt.

WLAN, Sicherheit und Kompatibilität

Der Cameramator unterstützt laut Konfigurationsmenü (per Ad-Hoc Netz unter 192.168.0.1 im Browser zu erreichen) die folgenden WLAN Sicherheitsmechanismen: Ohne Verschlüsselung, WEP (Offen), WEP (Shared), WPA (TKIP), WPA (AES), WPA2 (TKIP) und WPA2 (AES). Allerdings habe ich den Cameramator nicht dazu bewegen können sich an einer Fritz!Box mit WPA2 (AES) Verschlüsselung anzumelden.

An meinem mobilen Hotspot mit WEP verschlüsselung hingegen meldete sich der Cameramator einwandfrei an und auch die Ad-Hoc Verbindung funktioniert (bis auf die Sache mit dem nicht verschwindenden Animationsrädchen in den WLAN Einstellungen) einwandfrei. Das Thema WLAN werde ich in den nächsten Tagen aber nochmal genauer unter die Lupe nehmen.

Äusserst Problematisch finde ich allerdings, dass die Web-Konfigurationsoberfläche des Cameramators a) völlig ungeschützt ist und sich auch nicht mit einem Passwort schützen lässt, ein “No-Go”, wenn man das Gerät in von mehreren benutzten WLANs, z.B. auf Veranstaltungen, betreiben möchte, b) ist die Oberfläche extrem schlecht und karg programmiert und c) werden nicht sämtliche verfügbaren Hotspots in der Umgebung gefunden, die aber z.B. das iPhone sehr wohl findet.

In einem älteren Artikel auf der Kickstarter Homepage gibt es eine Liste von Kameras, die mit dem Cameramator verwendet werden können. Allerdings ist nicht ganz klar, welche Funktionen mit welcher Kamera verfügbar sind. Im Zweifelsfall sollte man davon ausgehen, dass lediglich Zeit, Blende und ISO eingestellt werden können und der Auslöseknopf funktioniert. Auf Anfrage habe ich vom Hersteller die folgende aktuelle Information zur Kompatibilität bekommen, aus der aber ebenfalls nicht genau hervorgeht welches Feature mit welchem Kameramodell funktioniert, aber immerhin klar wird, welche Kameras unterstützt werden.

“You can see the specs and more information at the following link:

http://www.bhphotovideo.com/c/product/916082-REG/sanho_sahdcm_cameramator_wireless_tethered_dslr.html

We only support Nikon and Canon cameras at this time, and here is [the] complete list:We only support Canon and Nikon DSLR cameras at this time, the updated list is below:

Canon 1Ds Mark III Canon 1D X Canon 5D Mark II Canon 5D Mark III Canon 7D Canon 40D Canon 50D Canon 60D Canon T2i Canon T3Canon T3i Canon T4i Nikon D2X Nikon D3 Nikon D3S Nikon D4Nikon D80 Nikon D90Nikon D200 Nikon D300 Nikon D300S Nikon D600 Nikon D700 Nikon D800/D800E Nikon D3000 Nikon D3100 Nikon D5000 Nikon D5100 Nikon D7000″

Wie das mit der Lightroom-Kompatibilität aussieht, die auf dem b&h photo link genannt wird kann ich noch nicht sagen, sobald ich dazu etwas neues habe sag ich bescheid. Auch wenn der Hersteller sich derzeit auf Canon und Nikon Kameras beschränkt wäre es Wünschenswert, wenn zukünftig auch Mirrorless-Kameras wie die Sony Nex, die Fuji X- und die Olympus/Panasonic mFT Kameras unterstützt werden.

Reichweite

Die Reichweite im Ad-Hoc Modus beträgt etwa 5-7 Meter in der Wohnung. Auf Sicht dürften sogar 10 Meter oder mehr möglich sein. Allerdings nimmt die Übertragungsgeschwindigkeit natürlich ab, je weiter man sich von der Kamera entfernt. Schafft man es, den Cameramator in ein WLAN Netz mit Internetzugang einzubuchen ist die Reichweite allerdings nahezu unbegrenzt bei nur sehr geringen Geschwindigkeitsverlusten.

Verarbeitung

Die Verarbeitung wirkt solide, es klappert nichts und das Gehäuse sitzt satt im Blitzschuh. Der Ein/Ausknopf wirkt etwas billig, funktioniert aber gut. Dank des 1/4″ Gewindes  aus Metall im Fuß des Geräts kann man den Cameramator auch auf ein Stativ schrauben. Das USB-Kabel ist “von der Stange”, hat aber leider keinen gekröpften Stecker am Kameraende. Auch eine Gehäuseabdichtung ist nicht vorhanden, weshalb man einen Einsatz bei Regen lieber vermeiden sollte. Ein Ladegerät wird nicht mitgeliefert, dafür aber ein USB Kabel mit rundem Ladestecker, dass sich an jedem USB-Port anschliessen lässt und den Akku in ca. 3 Stunden wieder vollständig lädt.

Fazit

Der Cameramator funktioniert flotter als der Nikon WLAN-Adapter den ich an der D2x verwendet habe, wirkt bei weitem stabiler als meine Wireless-USB-Selbstbaulösung und ist darüberhinaus kompatibler und leichter einzurichten – wenn man denn ein iPhone, iPad oder Android-Gerät sein eigen nennt. Auch kostet er nicht mal die Hälfte von dem, was der Originale WT-2 damals neu gekostet hat. Der Funktionsumfang ist allerdings Kameraabhängig und nicht exakt dokumentiert. Um einfach Bilder im Studio aufzunehmen und direkt an einem grösseren Bildschirm (iPad) die Aufnahme zu begutachten ist der Cameramator genausogut geeignet wie für gelegentliche HDR-Aufnahmen oder Intervall/Timelapsespielereien.

Allerdings hat das Gerät auch noch einige Kinderkrankheiten, insbesondere auch im Support- und Dokumentationsbereich. Wenn einen diese nicht stören bekommt man für 349 EUR + Versand + EUSt. + Zoll ~= 400 EUR bzw. 299$ (falls man in den USA einen kauft – natürlich + Zoll bei Einfuhr in die EU) einen relativ universellen, kostengünstigen WLAN-Adapter mit dem man einiges Anfangen kann. Die Backer des Kickstarter Projekts haben den Cameramator deutlich günstiger erhalten (~199 EUR inkl. Versand + Zoll), aber von irgendwas will der Zwischenhandel und der Hersteller ja auch leben.

Wenn Usman Rashid und sein Team die noch verbliebenen Probleme konsequent ausräumt, dann könnte dieses Gerät ein absoluter Kracher für den drahtlosen Fotobereich werden!

Cameramator unboxingGrade eben konnte ich endlich meinen lange erwarteten “Cameramator” beim Zoll gegen entrichtung eines kleinen Obulus namens “EUSt” abholen. Zuvor war ich schon etwas ungeduldig gewesen, weil das Gerät eigentlich schon Ende Dezember / Anfang Januar hätte hier sein müssen. Aber der Zoll und der Versandweg nach Deutschland haben wohl etwas Zeit extra benötigt. Wie auch immer: Jetzt ist er endlich da und einem Einsatz in der kommenden Fotosaison steht nichts mehr im Wege.

Der Zollbeamte wollte natürlich wissen, was das eigentlich ist, was ich da in die Bundesrepublik einführen will, und so erklärte ich es ihm. Sein Gesicht schrie laut “WASSOLLDASSEIN?!” und so erklärte ich es nochmal etwas einfacher: “Ein WLAN Adapter für die Kamera, mit der ich über das iPad meine Kamera komplett fernsteuern kann”.

Sein Kommentar anschliessend war jedenfalls super: “Das gibts doch schon lange von Canon!” Stimmt. Und von Nikon auch. Aber immer nur für eine einzige Kamera bzw. Kameraserie. Der Cameramator macht das mit vielen Kameras und kostet nur einen Bruchteil von den Original-WLAN-Adaptern. Und eine iPad/iPhone App gibts auch dafür.

Jedenfalls muss ich noch bis heute Abend warten bis ich von der Arbeit wieder da bin um das Gerät mal auf Herz und Nieren zu testen und bin gespannt wie ein Flitzebogen, was Usman Rashid und sein Team sich so alles ausgedacht haben. Mehr dazu dann später.

Anbei ein paar Bilder vom Gerät direkt nach dem Öffnen der Verpackung:

Cameramator unboxing Cameramator unboxing Cameramator unboxing Cameramator unboxing

Aus der Kategorie: Alles

Android el cheapoIn den vergangenen Tagen habe ich mich mal wieder etwas intensiver mit Android beschäftigt. Ich habe mir einen iPhone 5 Chinaklon mit Android 4.0 angesehen, das Hugendubel Tablet PC 4 untersucht, ein Samsung S3 Mini in der Hand gehabt und noch einige andere Geräte mit Android 4.0 und 4.1 ausprobiert.

Dabei fällt auf: Apple ist immer noch vorn in den Disziplinen Userinterfacedesign, Useability, Backup, Synchronisation und Updatefähigkeit sowie Platformstabilität und Vertrauen in die Sicherheit der Apps. Aber der Abstand schmilzt. Er ist inzwischen so klein geworden, dass man sich ernsthaft fragen muss, ob einem wirklich das tolle Aussehen und das flutschigere Konzept die hundert oder mehr Euro Aufpreis wert sind.

Noch dazu weil man mit fast allen Androidgeräten in der Lage ist Dateien einfach zwischen unterschiedlichen Computern hin- und herzukopieren wie man Lust hat. Sogar Rootzugriff ist bei Android möglich. Nicht wie bei iPad, iPhone & Co., wo Apple bestimmt was gesynct werden darf und wie.

Wenn Apple dazu in der Zukunft nichts einfällt (und vieles deutet leider darauf hin), dann wird es so kommen, wie Eric Schmidt das kürzlich großspurig behauptet hat: “Android hat das iPhone überholt”.

In manchen Bereichen stimmt das jetzt schon:

Heutzutage kann man weder ein in allen Netzen funktionierendes LTE noch NFC in den Geräten von Apple bekommen – anders bei Android. Hat jemand schonmal ein iPhone mit eingebautem FM Tuner gesehen? Bei etlichen Androiden ist er eingebaut. Auch in puncto Verkaufszahlen hat Android iOS längst überholt und nicht zuletzt beim günstigeren Preis ist Android Apple seit längerem deutlich voraus.

Manchmal beweisen Android Handys sogar, dass Apple uns mit seinen Gerätepreisen und Aussagen gelegentlich hübsch an der Nase herumführt. Eine Nano-Sim wäre fürs iPhone 5 sicherlich NICHT notwendig gewesen. Selbst die Micro-SIM im iPhone 4/4s wäre nicht nötig gewesen. Platz im Gehäuse ist genug.

So ein Hero H2000+-iPhone 5-Klon kostet z.B. grade mal ~170 EUR inklusive Versand, hat aber zwei Slots für _zwei_ (!) _normalgrosse_ (!) SIM-Karten und einen MicroSD-Leser. Im Lieferumfang ist sogar ein zusätzlicher Akku zum Wechseln und eine Schutzhülle aus transparentem Plastik enthalten. Der Akku hält länger als beim iPhone 4s. GPS, Kompass, Bluetooth, WLAN, Lagesensor, Dual-Core A9 mit 1,2 Ghz sowie 512MB RAM und 2GB interner Speicher (der mittels Micro-SD aufgerüstet werden kann) sind ebenfalls enthalten sowie je eine Kamera vorne und hinten. USB Kabel mit Ladeadapter und Kopfhörer mit Freisprechfunktion sind natürlich auch mit dabei.

Oder nehmen wir den Hugendubel/Weltbild Tablet PC 4 mit Android 4.0 von Cat, der statt wie ein iPad Mini für 329 EUR für nur 179,99 EUR zu haben ist, dafür aber eine eingebaute Mini-HDMI-Schnittstelle, USB-OTG Adapter, einen MicroSD-Kartenleser und einen Standard MicroUSB-Port mitbringt statt proprietärem Unfug und ne Kopfhörerschnittstelle. Das Display ist auf dem Niveau vom iPad Mini, hat mit 4:3 das richtige Seitenverhältnis und mit 8″ die richtige Grösse. Die CPU (dual-core, 1,2Ghz, 1GB RAM, 8GB Speicher) ist vergleichbar flott wie die vom iPad Mini. Dagegen kann der Kindle Fire HD einpacken und auch Top-Android-Tablets wie das Samsung Galaxy Tab 2 haben damit eine durchaus ernstzunehmende Konkurrenz bekommen, die im Preis fast nicht zu schlagen sein dürfte.

Hugendubel Tablet PC 4 AnschlüsseAber was sind denn nun die Nachteile?

Grade bei den Billiggeräten wie den hier erwähnten spürt man den Sparzwang vor allem bei den Kameras, den Lautsprechern und bei der Gehäuseverarbeitung. Beim Hero H2000+ ist die Rückseite aus Plastik, die Tasten sind logischerweise nicht so solide verarbeitet wie beim iPhone und die Kamera auf der Rückseite soll zwar 8MP haben, es handelt sich dabei aber eher um eine 2MP Kamera deren Bilder auf 8MP aufgeblasen werden.

Beim Hugendubel Tablet, das ein ansonsten sehr solide wirkendes Gehäuse mit Alurückseite besitzt, sind vor allem der Ausknopf und die Lautstärkewippe etwas wackelig und der mitgelieferte AC-Adapter rutscht leicht heraus (wobei man das Gerät auch mittels USB aufladen kann – dauert dann nur etwas länger). Aufgrund von Sparzwängen musste man beim Tablet PC 4 wohl auch auf schwerere Komponenten zurückgreifen. Mit seinen 485g Gewicht wiegt der Tablet PC 4 fast soviel wie ein ausgewachsenes iPad 2 und rund 60% mehr als ein iPad Mini. Zum lesen ist es mir fast ein bisschen zu schwer. Nicht gespart wurde hingegen beim Display – dieses ist durchaus mit dem des iPad Mini vergleichbar.

Dennoch gilt: You get what you pay for. Allerdings bekommt man bei Android mehr für sein Geld als bei den Cupertinesen. Sind einem die Nachteile nicht so wichtig, dann bekommt man bei Android ein gut bedienbares, flottes Gerät für weniger Geld mit dem man alles machen kann, was man mit einem iPad oder iPhone auch machen kann. Manches sogar besser. Will man bessere Hardware zahlt man ähnlich viel wie bei Apple.

Auf Updatefähigkeit wie bei Apple darf man bei den meisten Androidgeräten freilich nicht hoffen. Aber technologisch, machen wir uns nichts vor, sind sowohl das iPhone als auch das Android Handy nach zwei Jahren völlig veraltet – da will man dann lieber ein neues, flotteres Gerät als ein Softwareupdate.

Nichts desto trotz sind hin und wieder mal Sicherheitsupdates nötig. Bei Android in letzter Zeit häufiger als bei IOS. Diese werden bei Apple in der Regel schneller und zuverlässiger als bei Android behoben. Aber bei Android hat man natürlich als versierter ITler die Möglichkeit sein Betriebssystem selbst upzudaten. Zumindest theoretisch hat man somit also keine Abhängigkeit vom Hersteller bei Android Devices, muss allerdings mitdenken.

Grosse Freiheit, grosse Verantwortung.

eBook vs. BuchVor einiger Zeit, mein erstes iPad war grade einige Wochen alt, hatte ich ein Paar Artikel über die Vor- und Nachteile des Lesens von eBooks auf dem iPad und richtigen Büchern geschrieben (erster Artikel, zweiter Artikel).

Inzwischen ist etwas Zeit ins Land gegangen und die Technik hat sich zum Teil erheblich weiterentwickelt. Auch habe ich inzwischen etwas mehr Erfahrung sammeln können mit dem eBook-lesen. Die neueste Generation von eBook Readern mit Beleuchtung wie der Kindle Paper White und der Kobo Glo sind im Handel erhältlich, bei den deutschen Buchhändlern gibt es deren erstes benutzbares eBook Reader Modell, den Trekstor Pyrus, in unterschiedlichen Variationen und last but not least hat es sogar Apple geschnallt und ein iPad Mini (wenns nicht grade wieder überall ausverkauft ist) herausgebracht.

Auch die Verlage und Buchhändler sehen den Markt langsam, bieten immer mehr Titel an und haben ihre mehr oder weniger guten Shops und mehr oder weniger optimalen Geschäftsmodelle am Start.

Höchste Zeit also, sich des Themas nochmal anzunehmen.

Lesegeräte

Nachfolgend eine Übersicht der aktuellsten eBook Reader bzw. Tablets. Viele Android Geräte haben kein 4:3 Display und der Markt ist einfach unüberschaubar mit all den Softareversionen und Hardwareausstattungen. Hier alle Möglichkeiten aufzuführen würde den Rahmen sprengen. Exemplarisch steht daher das iPad 4 und das iPad Mini für all die Android und iOS Tablets die es derzeit gibt. Zumindest in Bezug auf Akkulaufzeit, Preis und Display sind sie sich oft erstaunlich ähnlich. Dass ältere Android Tablets aufgrund ihrer Hardwareausstattung und z.T. veralteter Betriebssystemversionen nicht ganz so flutschig funktionieren, das ein oder andere Tablet mehr Schnittstellen anbietet, im ein oder anderen Punkt etwas besser oder schlechter ist nehmen wir hier einfach mal in Kauf.

Im Wesentlichen unterscheiden sich die eBook Reader durch Preis, Gewicht, Akkulaufzeit und Displaytyp und -grösse sowie die unterstützten Formate und die Verarbeitung.

Ich habe versucht diese Punkte übersichtlich in einer Tabelle zusammenzufassen. Die besten Werte sind jeweils grün markiert, die unangenehmsten oder ärgerlichsten rot.

Trekstor Pyrus/
eBook Reader 4 
iPad 4 iPad Mini Kobo Glo Kindle Paperwhite
Preis ca. 59-69€ 499-829€ 329-659€ ca. 129€ 129-189€
Gewicht inkl.
Akku 
216g 652g (WiFi)
662g (3G)
308g (WiFi)
316g (3G)
185g 213g (WiFi)
222g (3G)
Akkulaufzeit bis zu 4 Wochen bis zu 10 Stunden bis zu 10 Stunden bis zu 4 Wochen bis zu 8 Wochen
Beleuchtung Nein Ja Ja Ja Ja
Displaytyp,
Oberfläche
6″ e-Ink,
matt
9,7″ Retina/IPS,
glänzend
7,9″ Retina/IPS,
glänzend
6″ Pearl e-Ink,
matt
6″ Paperwhite-Display
(e-Ink), matt
Auflösung (Pixel)/
Seitenverhältnis
600×800,
4:3
2048×1536,
4:3
1024×768,
4:3
1024×758,
4:3
1024×758,
4:3
Verarbeitung billig, knarzt,
Plastik
Exzellent, Alu/Glas
edel, schwer
Exzellent,
edel, Alu/Glas
wertig, robust,
leicht, Plastik
sehr wertig, robust,
leicht, Plastik
Touch/Tasten Tasten Touch Touch Touch Touch
Unterstützte
Formate
EPUB, PDF,
Adobe DRM
(EPUB, PDF),
TXT, FB2, PBD,
RTF, HTML
Alle, auch
Kindle AZW3,
AZW, EPUB,
PDF,MOBI,
PDF, JPEG, GIF,
PNG, BMP, TIFF,
TXT, HTML, RTF,
CBZ, CBR, DOC
Alle, auch
Kindle AZW3,
AZW, EPUB,
PDF,MOBI,
PDF, JPEG, GIF,
PNG, BMP, TIFF,
TXT, HTML, RTF,
CBZ, CBR, DOC
Adobe DRM
(EPUB, PDF),
EPUB,PDF, MOBI,
PDF, JPEG, GIF,
PNG, BMP, TIFF,
TXT, HTML, RTF,
CBZ, CBR
kein EPUB, kein PDF
mit DRM (!),

Kindle Format 8
(AZW3),
Kindle (AZW), TXT,
ungeschützte MOBI,
PRC nativ; HTML,
DOC,DOCX, JPEG,
PDF, GIF, PNG
Interner Speicher 2GB/4GB je nach
Modell, aufrüstbar
per SD
16/32/64GB 16/32/64GB 2GB, aufrüstbar
per SD
2GB, davon ca.
1,25GB verfügbar
Anschlüsse Micro-USB,
Micro-SD
Lightning,
Kopfhöhrer, Micro-USB
mit Adapter
Lightning,
Kopfhöhrer, Micro-USB
mit Adapter
Micro-USB,
Micro-SD
Micro-USB
Netzwerk - WLAN/3G,
je nach Modell
WLAN/3G,
je nach Modell
WLAN WLAN/3G,
je nach Modell

Auch bei der Bedienung sowie beim Datenaustausch und den möglichen Bezugsquellen gibt es unterschiede. Im Wesentlichen muss man sich entscheiden ob man ein offenes Gerät, ein halboffenes oder einen Kindle haben will. Ausserdem, ob man ein Gerät nur fürs Bücherlesen benötigt oder ob man lieber einen Allrounder anschafft.

Trekstor Pyrus / eBook Reader 4Der Trektstor Pyrus, der auch bei Weltbild, Jokers, Hugendubel, Dussmann usw. als “eBook Reader 4″ erhältlich ist, ist der erste brauchbare eBook Reader des Buchhandels und der Verlage. Es ist ein sehr günstiges Gerät, bei dem es nicht weh tut, wenn man es am Strand verliert oder es kaputt geht. Leider hat der günstige Preis zu einer sehr schlechten Verarbeitung geführt. Billig produzierte China-Ware. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass die 4-Wege-Wippe ordentlich funktioniert. Vom gelegentlichen Knarzen des Gehäuses beim Umblättern über die zwar sehr gut positionierten, jedoch manchmal etwas hakeligen Tasten sollte man sich hingegen nicht stören lassen, wenn man sich für dieses Gerät entscheidet. Das Display ist sehr gut – perfekt um damit zuhause auf dem Sofa oder im Urlaub am Strand Bücher zu lesen und dank des attraktiven Preises durchaus eine günstige Option. Wie auch beim klassischen Buch auch sollte man aber die Taschenlampe unter der Bettdecke nicht vergessen, wenn man sich für dieses Gerät entscheidet.

Das iPad, egal ob in Version 1/2/3/4 ist mir ausschliesslich fürs Lesen schlicht und einfach zu groß, zu schwer und zu teuer. Auch das Display ist durch den hohen Kontrast auf Dauer anstrengend für die Augen. Wegen des hohen Preises sollte man es tunlichst vermeiden es zu verlieren oder kaputt zu machen und das Format ist nicht Jackentaschentauglich.

Gemütlich auf der Couch liegend ein Buch lesen wird dank des zu hohen Gewichts schnell Armermüdend und wer nicht bucklig über das iPad auf dem Couchtisch gebeugt die schönsten Bücher lesen will sollte sich lieber ein anderes Gerät für diesen Zweck besorgen. Die Vorteile sind die vielfältigen Möglichkeiten, die das Gerät neben dem Lesen bietet, eingebaute Kamera, WLAN, 3G (optional), Apps für fast alles, ein guter Browser und ausreichend Prozessorpower. Apple achtet auch sehr auf eine flutschige Bedienung, schönes Design und eine sehr hochwertige Verarbeitung. Auch die Synchronisierung mit anderen Geräten (von Apple) klappt ausgezeichnet und man kann so gut wie jedes Dateiformat wiedergeben – wenn man es denn auf das Gerät gesynct bekommt. Man sollte allerdings nicht vergessen, dass man – falls man in Apples eigenem Buchladen einkauft oder die Amazon Kindle App verwendet – nicht sicher sein kann ob seine Bücher nicht vom Anbieter eines Tages, sei es aus berechtigtem Grund oder unberechtigt durch einen Softwarefehler, gelöscht werden. Gleiches gilt natürlich für Apps, die von Apple ferngelöscht werden könnten.

iPad Mini  Apple iPad 2

Beim iPad Mini hat Apple endlich verstanden, dass das normale 10″ iPad zum Lesen einfach zu schwer ist. Dennoch hat das iPad Mini bis auf Gewicht und Grösse alle Vor- und Nachteile, die seine grossen Geschwister auch haben. Wer gern zuhause liest und gleichzeitig ein Multitool für Meetings, einen Couchbrowser und eine Home Entertainment Fernsteuerung haben will, für den ist das Mini vermutlich eine sinnvolle Wahl. Für den Strand ist es aber wohl eher ungeeignet als Lesegerät.

Dort, am Strand oder im Zelt, fühlt sich zum Beispiel der Kobo Glo oder der Kindle Paperwhite wohl, auch wenn man Bikinifotos der Freundin dann mit einer anderen Kamera aufnehmen muss (ernsthaft – ich hab Menschen am Strand gesehen, die sind mit ihrem iPad in der Hand zum Fotos-von-der-Freundin-knipsen ins Meer gelaufen…). In Kombination mit einem Smartphone ist der Kobo oder Kindle dann jedoch DIE Urlaubslösung überhaupt. Besser gehts nicht.

Jedoch unterscheiden sich der Kobo und der Kindle konzeptionell ganz erheblich, und so sollte man sich vorher Gedanken machen für welches Gerät man sich entscheidet.

Den Amazon Kindle Paperwhite gibt es in einer WiFi- und einer WiFi + 3G Ausführung. Genau wie der Kobo ist der Kindle ein klassischer eBook Reader der neuesten Generation mit beleuchtbarem, kontrastreichem und hochauflösendem E-Ink-Display (Amazon nennt es etwas anders, aber in der Praxis sind beide vergleichbar) in einem gut verarbeiteten Gehäuse. Soweit die Ähnlichkeit. Jedoch lassen sich auf dem Kindle keine EPUBs oder kopiergeschützte PDFs anzeigen. Auch hat der Kindle keinen Kartenleser mit dem man seine Bücher auf den Reader bekäme. Dies bindet den Kunden direkt an den Amazon Buchshop – und beschränkt ihn darauf. Ausserdem hat Amazon die Möglichkeit per Fernlöschung Daten von jedem Kindle zu löschen, wenn Amazon der Meinung ist, dass dies nötig ist. Schon weil diese Funktion in der Vergangenheit bereits mehrfach unschuldige Amazon Kunden getroffen hat wäre das schon ein Grund keinen Kindle zu kaufen. Aber nicht nur das – Amazon sperrt seine Kunden auch noch bewusst aus den anderen Shops und vor allem von öffentlichen Büchereiangeboten wie Onleihe.de aus.

Kurz gesagt: Wer einen Kindle kauft, der nimmt in Kauf, dass ihm die Bücher, die er auf dem Gerät hat nicht gehören und ihm die Kontrolle über seine Dokumente und Bücher auf seinem Gerät entzogen ist. Er kann ausserdem kopiergeschützte Bücher nur bei Amazon kaufen oder leihen und sonst nirgendwo – oder nicht-kopiergeschützte PDFs oder eBooks im proprietären AZW Format _über Amazon_ hochladen. Zukunftssicherheit? Fehlanzeige. Direkter Zugriff auf den Speicher? Nö. Für kurzlebige Belletristik und Amazon Fans sicher eine Option. Aber grade wenn man angesichts unvollständiger Buchsortimente die Auswahl schätzt ist das nicht das richtige Gerät.

Kobo GloDer Kobo Glo ist konzeptionell offener Aufgebaut. Dank Micro-SD-Card Reader kann man seine Bücher einfach auf das Gerät übertragen. Unterwegs kann man per WLAN bequem im Kobo Buchshop einkaufen und zuhause dank Adobe Digital Editions in fast jedem anderen Online-Buchladen ausser Amazon und Apple. Bücher von Projekt Gutenberg runterladen und lesen? Einfach machen. Die Bedienungsanleitung oder das Vorlesungsskript als PDF anschauen? Draufkopieren und Spaß haben. Das Gerät unterstützt alle Gängigen Formate und die Bedienung ist dank schnellerem Prozessor und Touch Bedienung flutschiger als beim Trekstor 4. Zukunftssicherheit? Jedenfalls mehr als beim Kindle. Fernlöschung durch Kobo? Gibt es nicht. Nachteile gegenüber Kindle? Keine – ausser dass es keine 3G Version gibt (verschmerzbar). Taschenlampe unter der Bettdecke oder auf dem Nachhauseweg im Winter? Nicht nötig.

Kurz gesagt: Der Kobo Glo ist meiner Meinung nach der beste reine eBook Reader den man aktuell für (relativ günstiges) Geld hierzulande kaufen kann – sowohl im Urlaub als auch zuhause. Vorausgesetzt man will einfach nur lesen ohne abgelenkt zu werden, ohne Features – einfach wie früher in einem Buch. Lesen. Oder besser: in einer ganzen Bücherei. Einer Bücherei, die man immer in der Jackentasche mitnehmen kann. ;-)

A propos “wie früher”

Bücher gibt es nach wie vor – und sie haben auch ihre Berechtigung. Manche Bücher gibt es schlicht und ergreifend nicht als eBook. Auch kann ich ein eBook z.B. nicht verleihen, weiterverkaufen oder verschenken. Ich kann ein eBook auch nicht verlieren (höchstens den Reader…) oder darin wie in einem Buch Blättern. Ich kann ein eBook nicht aufschlagen oder mir handschriftliche Anmerkungen am Seitenrand machen, Merkzettel einkleben oder damit das Feuer im Kamin anfachen. Und um ein eBook zu lesen brauche ich ein funktionierendes und kompatibles Lesegerät – und dieses wiederum braucht Strom.

Dummerweise kann ich aber auch keine Bücherwand mit in den Urlaub nehmen ohne das Gepäcklimit am Check-In Counter zu sprengen, ich kann auch keine Volltextsuche im normalen Buch vornehmen ohne es komplett selbst zu lesen, für Begriffserklärungen muss ich weiterhin an einem separaten Computer suchen, Freunde fragen oder in einer Enzyklopädie nachschlagen und ich werde immer eine Taschenlampe brauchen, wenn ich Nachts im Zelt ein Buch aus Papier lesen will – ausser jemand erfindet das selbstleuchtende Papier und es wird in allen Büchern verwendet…

Last but not Least bin ich sicher, dass ich ein gekauftes Papierbuch auch in 50 Jahren noch problemlos ohne Strom werde lesen können – wofür ich beim eBook meine Hand nicht ins Feuer legen würde. Das eBook dürfte wohl nichtmal den 5. Wechsel des Readers überstehen ohne dass ich die “Lizenz erneuern” muss – falls das eBook, die DRM Software oder der damalige Buchanbieter dann überhaupt noch verfügbar sind.

Im Moment kaufe ich lieber die elektronische Fassung und nehme die Nachteile in Kauf – und wenn ich meine, dass ich ein Buch langfristig vielleicht nochmal lesen werde, bestelle ich mir eben noch zusätzlich eine Papierausgabe. Nicht gut für Drucker, Papierindustrie, Setzer, Coverdesigner und alle anderen am Printprozess beteiligten. Für mich bedeutet das zwar gelegentlich doppelte Kosten, aber effektiv würde der Verlag mehr verdienen (weil er am Papierbuch mehr verdient als an der elektronischen Ausgabe), wenn er Papierbücher in Kombination mit der eBook-Ausgabe für einen oder zwei Euro mehr verkaufen würde.

Mittelfristig wird es nötig sein eine Lösung für diese zum Teil signifikanten Unterschiede zu finden. Ich würde jedenfalls gerne wieder mehr Papierbücher kaufen, wenn ich dazu eine elektronische, von mir aus auch limitierte und kopiergeschützte elektronische Fassung, dazu bekomme – so kann ich dann selbst entscheiden wie ich das Buch wo lesen will. Die ersten modernen Verlage von Fachbüchern haben das bereits verstanden: Wer eines dieser Bücher kauft bekommt innen im Buch einen Code, mit dem er das Buch 2x kostenfrei als eBook herunterladen kann. Das eBook ist quasi im Buchpreis mit inbegriffen. Natürlich per Adobe Digital Editions kopiergeschützt (Sorry – not for Kindle) – aber das ist vollkommen in Ordnung. Zukunftssicherheit: über das Papierbuch, Ja. Nachteile: Keine. Vorteile: Alle.

Auch der umgekehrte Weg wäre denkbar: Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass man zu seinem eBook ein kostenloses Papierexemplar zugeschickt bekommt. Die Preise von eBook und Papierausgabe unterscheiden sich ohnehin nicht allzuviel, der Produktionsmehraufwand um ein eBook von einer Papierbuchproduktion auszukoppeln liegt im Bereich von 2-3 EUR. Machbar wäre das also. Nur wollen müssen die Verlage noch. Nachhaltiger wäre es auch. Alle am Druck beteiligten Menschen würden weiterhin ihre Jobs behalten können und alle Vorteile von elektronischer und papierner Form wären in einem Produkt vereint.

Oder man überträgt einem zentralen, von Bund und Ländern getragenen Amt die Aufgabe des digitalen Rechtemanagements und hinterlegt dort nachhaltig und sicher für den Inkompatibilitätsfall Konvertierungs- oder Entschlüsselungsalgorithmen, mit denen Sichergestellt wird, dass man (oder seine Kinder) auch in 50 Jahren noch das gekaufte Buch lesen können.

Noch eine Alternative: Keine kopiergeschützten eBooks mehr anbieten. Flatrate Lesen. Per Steuer oder per Abo, wie auch immer. Kommt euch bekannt vor? Achja – GEMA…

Mal sehen, wie sich das Thema noch weiterentwickelt…Perfekt ist das Thema “eBook” jedenfalls noch lange nicht.

Genau wie das Thema GEMA. Aber das ist dann eine andere Geschichte.

Anschlüsse auf der Unterseite der Geräte