Heimkino To Go – Jippie!

Mini-Kino - Kleiner gehts fast nicht.

Mini-Kino - Kleiner gehts fast nicht.

Seit einigen Monaten, genauer: Seit diesem einem Videoabend, an dem eine Freundin ihren nicht ganz leisen, aber kleinen Office-Beamer für echtes Kinofeeling mitgebracht hatte sehe ich mich nach einem Heimkinoprojektor um.

Erst waren sie mir zu gross. Dann zu laut. Dann zu teuer. Manchmal alles zusammen. Ich hatte die Idee schon fast aufgegeben.

Und dann das: Gestern komme ich mal wieder bei Conrad an den Beamern vorbei. Eigentlich wollte ich nur ein HDMI-Kabel Kaufen. Und dann sehe ich da dieses schnuckelige, kleine, leise und auch noch günstige, schwarze, zigarettenschachtelgrosse Kästchen stehen, dass so hübsche Farben malt.

Samsung SP-H03 heisst es. Die Tasten auf der Oberseite tauchen wie aus dem nichts auf, sobald man eine von ihnen berührt. Magic! :) Ich will es am liebsten gleich mitnehmen.

Ich traue mich aber nicht. Und nachdem auch kein Verkäufer in Sichtweite ist gehe ich erstmal wieder nach Hause. Dann lese ich ein bischen über dieses Gerät und andere Geräte – und stehe Heute direkt nach Feierabend wieder bei Conrad. Endlich findet sich auch ein Verkäufer, der erfrischend wenig Ahnung hat, mich aber mit dem Gerät spielen lässt und – das ist das allerbeste – einen Schlüssel für den Schrank hat in dem die Neugeräte aufbewahrt werden. Er gibt mir also ein originalverpacktes Exemplar des Beamers und ich kann es kaum aushalten nach Hause zu kommen um es auszuprobieren.

Unterwegs zur Kasse nehme ich noch einen Satz Composite-AV Kabel fürs iPhone mit, weil die iPhone-3,5mm AV-Klinke-Adapter beim Vorführgerät nicht funktioniert haben und schaue dass ich mein Wohnzimmer erreiche. Dort angekommen hole ich mir ein Lampenstativ aus dem Regal, schraube den Beamer drauf. Anschliessend stecke ich meinen mobilen Lautsprecher und das iPhone an und ab geht die Lucie.

Nachdem ich die EyeTV App auf dem iPhone gestartet habe wird erstmal spasseshalber ein Spielfilm geschaut. Der SP-H03 ist so leise, dass ich Ihn während des gesamten Films überhaupt nicht gehört habe.

Wenn man das Ohr an den Beamer hält stellt man zwar fest: Da ist ein Lüfter. Aber man hört ihn halt aus ca 1m Entfernung einfach nicht mehr!

Die Fähigkeiten sind ansonsten ziemlich genau wie in den Amazon Rezensionen beschrieben: Die Optik ist nicht 100% Top, was sich in leicht unscharfen Ecken äussert, die mich aber nicht weiter stören. Die Leuchtkraft reicht bei abgedunkeltem Wohnzimmer mehr als aus um ein Bild mit ungefähr 2m Breite sauber anzuzeigen. Die Farben sind gut, Kontraste, Schärfe, Farbton und Helligkeit sind einstellbar.

Sicherlich: Für Full-HD-Fans ist die native 480p (WVGA854) Auflösung etwas zu wenig, auch mit einem 55″ LED Fernseher der neuesten Generation kann das Ding natürlich nicht mithalten. Dafür kostet es “nur” 199 EUR, hat 1GB internen Speicher und einen Micro-SD-Kartenleser sowie 3,5mm Klinke-AV, Composite-AV, VGA und USB-Anschlüsse. Und es benutzt LED/DLP Technik, was bedeutet, dass man die sauteuren Leuchtmittel nach 2000-6000 Stunden NICHT austauschen muss sondern dass das Gerät gemütlich 10000 Stunden mit einer LED hält. 3 Jahre Herstellergarantie gibt Samsung und bis dahin sollte dann schon der Nachfolger dieser “Kino to go”-Zigarettenschachtel draussen sein – dann hoffentlich auch mit etwas mehr Leuchtkraft.

Die 30 Lumen sind für abgedunkelte Zimmer schon ok, aber sobald etwas Tageslicht ins Zimmer fällt muss man entweder die Bildschirmdiagonale drastisch reduzieren, abdunkeln oder einen anderen Beamer benutzen.

Kabel sind im Lieferumfang mit dabei, Netzteil und Tasche ebenfalls. Und das beste: ich kann das Ding auch mit dem mitgelieferten Akku ca 1,5h betreiben und dank des Gewichts und der Grösse passt es in jede Westentasche. Da wird mein iPhone plötzlich zur Präsentationsmaschine für Fotos, Powerpoints und Filme. Wer hätte das gedacht: Ein Beamer im iPhone-Format. :)

Samsung SP-H03, iPhone, Speaker

Samsung SP-H03, iPhone, Speaker

Toll! Genau so etwas wollte ich schon immer haben! Jippie! Freu mich schon auf den nächsten Kinoabend zu Hause – oder Unterwegs.

Ciao & Bis bald!

Dynamisches Berlin – Ein Filmtipp

Vimeo

Vimeo

Berlin – in Bewegung. Ein Timelapse-Film von Matthias Makarinus. Berlin Dynamic. Ich fand ihn als Stadtportrait einfach genial (Nur Schnitt und Musikauswahl hätten etwas besser aufeinander abgestimmt sein können – aber hey – der Mann ist Fotograf und kein Cutter!).

Schaut ihn euch am besten einfach selbst mal an:

Berlin Dynamic Matthias Makarinus on Vimeo.

So ein Filmchen am Morgen…

…vertreibt Kummer und Sorgen.

Ein paar Knipsbildchen aus dem Münchner Norden vom Dienstag Morgen. Die Leica schnappen und losstapfen, nebenbei einen Film vollknipsen – herrliches Wetter, blauer Himmel, Sonnenschein und abends nach dem Entwickeln sehen, was draus geworden ist – was will man mehr?

…ja – was will man mehr. Keine Gefahr durch Atomkraft? Ein wiederaufgebautes Japan ohne Leid, Flutkatastrophen und Radioaktivität? Ansonsten war das schon ein ziemlich schöner Tag gestern.

Meßsucher in der digitalen Zeit

Leica M6 und Voigtländer Super-Wide-Heliar 15/4,5

Leica M6 und Voigtländer Super-Wide-Heliar 15/4,5

Eine Leica M9 – das wäre was! Eine Kamera fürs Leben. Ich will sie seit sie angekündigt wurde. Live per Internet habe ich mitverfolgt, wie Rudolf Spiller in New York die S2, M9 und X1 vorstellte. Und doch zögere ich jedesmal wieder die 5495 EUR in die Hand zu nehmen und mein Stück fotografische Glückseligkeit in Form einer Leica M9 zu kaufen. Warum fällt mir das nur so schwer?

Eine M9 kauft man wie einen Kleinwagen

Eine Kamera mit Objektiv zum Preis eines Kleinwagens kauft man sich genau wie einen solchen: Mit Bedacht, Kosten-Nutzen-Analyse, Langzeitplanung und einer klaren Entscheidung. Manchmal auch völlig irrational – aber nur wenn man ein gutes Gefühl dabei hat.

Zarte Geigenklänge im Hintergrund

Jedesmal wenn ich bei meiner Lieblingsfotoapotheke am Sendlinger Tor vorbeischaue werfe ich einen Blick in die Leica Vitrine. *Geigenklänge im Hintergrund* Dann erwacht für gewöhnlich der Wunsch aufs Neue, die M9 zu Besitzen. Sie in die Hand zu nehmen. Mit ihr Fotos zu machen. Der Blick wandert auf das Preisschild – und: Die Marketinggeigen sind schlagartig verstummt. Stattdessen die nüchterne Frage: “Ja – ist sie das denn Wert?”

Ernüchterung.

Darauf folgt jedesmal wieder ein gedanklicher Streifzug durch das Internet, die angelesenen Berichte der M9 Nutzer, zufriedene wie unzufriedene. Die Erinnerungen an meine M8, die ich, nachdem ich mich ein halbes Jahr mit ihr herumgeärgert hatte, wieder verkauft habe. Nicht ohne sie jedoch zuvor mit Hilfe des exzellenten Leica Customer Service (so wünscht man sich einen Kundendienst!) in den optimal möglichen Zustand zu bringen.

Ich hatte wirklich so gut wie jedes bereits im Internet diskutierte Problem mit der M8: 1px breite, vertikale Linie ab ISO 640 sichtbar, daraufhin Austausch der Sensorplatine, Messucher wurde 3x neu justiert (nur meine Zeiss- und Voigtländer-Objektive wurden leider vom Leica Service nicht justiert), der Kartenleser hatte Aussetzer, die Kamera hängte sich gelegentlich auf…Hinzu kam, dass ich mit der High-ISO Performance höchst unzufrieden war und ich den Verschluss im Vergleich zur M6 deutlich zu laut finde. Auch störte mich, dass ich im nachhinein nicht immer hundertprozentig sagen konnte ob das Bild nun mit dem nicht kodierten 50er summicron oder dem 50/1,5er nokton enstanden war, da ich die Brennweite nicht in der Kamera festlegen kann. Auch die errechnete Blende ist nicht immer korrekt in den Exifs hinterlegt gewesen.

Mein Vertrauen ist angeschlagen.

Mein Vertrauen in Leica’s “Qualität made in Germany” ist seither etwas angeschlagen. Zumindest digital. Verständlicherweise.

Man liest immer wieder die M8 sei ein Montagsmodell, in der M9 sei vieles besser. Das stimmt wohl auch. Das Problem mit den nichtkodierten Objektiven wurde durch eine Eingabemöglichkeit der Brennweite im Menü gelöst, der Verschluss ist jetzt leiser. Der Sensor hat Kleinbildgrösse und liefert immer noch pixelscharfe Auflösung. Die ISO-Werte lassen sich nun feiner einstellen, die Menüführung wurde vereinfacht.

Und dennoch liest man immer wieder von dejustierten Meßsuchern, sieht die grauenhaft farbwölkchen-verrauschten ISO 2500 Bilder – und das obwohl die KB-Format-Konkurrenz längst im Vergleich nahezu rauschfreie ISO 3200 in ihren Kameras anbietet und noch akzeptable ISO-Werte bis 256000 kein technisches Problem mehr darstellen. Man sieht eine JPEG-Engine, die den automatischen Weissabgleich immer noch nicht so ganz im Griff hat. Das Oberflächenfinish der M9 wurde auf billigen Lack umgestellt, statt wie bisher schwarz oder silber verchromt. Und man liest reihenweise von Fertigungsproblemen, Sensordefekten, Kameraabstürzen…

Aber wie sagte Rudolf Spiller, Leicas Ex-CEO, in einem Interview mit der Welt so schön: “Die Leidensfähigkeit unserer Kunden ist hoch”. Meine jedenfalls nicht. Nicht bei dem Preis und den Werbeversprechen.

Haltbarkeit und unbeantwortete Fragen…

Ob das digitale Wunderwerk deutscher Kamerafertigungskunst 20 Jahre halten würde, so wie meine M6?

Ich bin mir auch nicht sicher ob die dejustierungs-Ursache nicht darin liegt, dass man digital einfach viele toleranzbedingte Fehler schneller erkennt und sie sich deutlicher bemerkbar machen? Hat die Meßsuchertechnik eventuell digital ihre Grenzen erreicht? Oder ist sie gar inkompatibel zur glasklaren Auflösung der digitalen Sensoren? Lassen sich die feinmechanischen Bauteile nur noch mit extremst kleinen Toleranzen zu horrenden Kosten oder vielleicht gar  nicht auf die Genauigkeitsanforderungen der Digitaltechnik abstimmen? Warum ist Leica nicht auf die Idee gekommen, einen elektronischen Sucher einzuspiegeln, so wie Fuji das in seiner X100 macht? Wie schnell wird die M9 70% ihres Wertes verloren haben? Wie die M8 nach 6 Jahren? Oder doch schneller?

Mein Blick wandert vom Preisschild wieder auf die schwarze M9 in der Vitrine. Geigen erklingen wieder leise im Hintergrund.

Begleitet von einem leichten Kopfschütteln lege ich auf dem Weg nach draussen wieder mal einen neuen Film in meine alte M6 ein…

…und eines Tages werde ich mir die M9 wohl trotzdem kaufen. Völlig irrational, ohne Sinn und Verstand. Einfach so.

Leica M6 und Voigtländer Super-Wide-Heliar 15/4,5

Leica M6 und Voigtländer Super-Wide-Heliar 15/4,5