Cameramator und TriggertrapDie herstellereigenen Kamera-WLAN-Adapter sind in der Regel – mit verlaub – unbezahlbar und nur für denjenigen Interessant dem das Geld zu locker sitzt oder der beruflich keine andere Wahl hat. Darüberhinaus funktionieren sie in der Regel nur mit einer Kamera, bestenfalls mal mit zwei oder drei Kameramodellen.

Diese Probleme haben inzwischen auch ein Paar Drittanbieter erkannt und Geräte entwickelt, die sowohl mit Kameras von Nikon als auch von Canon umgehen können und die mit mehreren gängigen Kameramodellen dieser Hersteller zurecht kommen. Diese Adapter kosten immer noch ca. 300 Dollar, trotzdem ist das aber nur etwa die Hälfte eines Original-WLAN-Adapters.

Billiger (aber auch etwas unkomfortabler) gehts mit dem Triggertrap Auslöser, der in der aktuellen Version inkl. Kabel etwa 30 EUR kostet. Die entsprechende App ist derzeit kostenlos zu haben.

Zum einen gibt es dort den als Kickstarter Projekt gestarteten Cameramator, der im März 2013 in die Läden kommen wird (die Kickstarter Projektunterstützer haben ihre Geräte bereits erhalten) sowie die “CamRanger” genannte WLAN Box, die über enjoyyourcamera vertrieben wird und bereits seit einer Weile zu bekommen ist.

  Cameramator CamRanger Triggertrap
Unterstützte Kameras Canon 1Ds Mark III, 1D X, 5D Mark II, 5D Mark III, 7D, 40D, 50D, 60D, T2i, T3, T3i, T4i,
Nikon D2X, D3, D3S, D4, D80, D90, D200, D300, D300S, D600, D700, D800/D800E, D3000, D3100, D5000, D5100, D70, weitere sollen laut Hersteller folgen.
Canon Xsi/450D, T2i/550D, T3i/600D, T4i/650D, 40D, 50D, 60D, 7D, 5D II, 5D III, 1Ds III, 1D IV, 1Dx, Nikon D5000, D5100, D90, D7000, D300, D300S, D700, D600, D800/D800E, D3, D3s, D3x, D4 Praktisch alle Kameras, die einen elektronischen Kabelauslöser unterstützen (mit verschiedenen Adaptern)
WLAN Reichweite Hotspot-Mode: ca. 10m indoor, draussen etwa 45m. Per Infrastruktur WLAN mit Router und Internetanbindung: Theoretisch unbegrenzt  Hotspot-Mode: ca 10m indoor, draussen etwa 45m WLAN-Verbindung von ipad zu iPhone, ca. 10m – weiter habe ich noch nicht getestet.
iOS App  Ja  Ja  Ja
Android App  Nein (in Arbeit)  Nein (derzeit nicht geplant)  Ja
Lightroom Tethering  Nein  Nein  Nein
Als WLAN Hotspot fungieren?  Ja  Ja  Ja (zweites iOS Gerät nötig!)
In bestehende WLAN Infrastrukturnetze einklinken  Ja (Unterstützte Verschlüsselungsarten: Keine, WEP, WPA, WPA2)  Nein  Nein
Kameraeinstellungen
ändern *
 Nein (Derzeit nur ISO, Blende, Belichtungszeit, Weissabgleich)  Ja  Nein (Derzeit per WLAN nur Auslösen. Im Kabel/Bulb-betrieb: Zeit einstellellen
Live View *  Nein (in Entwicklung)  Ja  Nein
Auslösen*  Ja  Ja  Ja
Thumbnail Übersicht *  Ja  Ja  Nein (mittels Shuttersnitch App und WLAN-SD-Card möglich)
100% JPG anzeigen in App? ***  Ja  Ja  Nein (mittels Shuttersnitch App und WLAN-SD-Card möglich)
100% RAW anzeigen in App? ***  Nein  Ja  Nein (mittels Shuttersnitch App und WLAN-SD-Card möglich)
Meta-Daten & RGB Histogram anzeigen *  Ja  Ja  Nein (mittels Shuttersnitch App und WLAN-SD-Card möglich)
AF / MF Umschalter *  Ja  Ja  Ja
Live View Zoom Vorschau *  Nein  Ja  Nein
Live View Fokus *  Nein  Ja  Nein
Videoaufnahme Start/Stop *  Nein  Ja  Nein / Manche Kameramodelle: Ja
Fokus während Videoaufnahme *  Nein  Ja  Nein
Fokuspunkt anzeigen *  Nein  Ja  Nein
Fokus Stacking *  Nein  Ja  Nein
Intervalometer *  Ja  Ja  Ja
HDR / EV Bracketing *  Ja  Ja  Ja (Nur Kabelbetrieb)
Bulb Mode *  Ja  Ja  Ja (Nur Kabelbetrieb)
T Mode *  Nein  Nein  Ja
Auslösen durch Klatschen  Nein  Nein  Ja
Auslösen/Intervall bei Positionsänderung  Nein  Nein  Ja
Auslösen durch Vibration  Nein  Nein  Ja
Auslösen durch Gesichtserkennung  Nein  Nein  Ja
Auslösen durch Magnet  Nein  Nein  Ja
Auslösen durch Bewegung  Nein  Nein  Ja
Wahl des Belichtungsprogramms *  Nein Ja  Nein
Bilder in iOS speichern *  Ja  Ja   Nein (mittels Shuttersnitch App und WLAN-SD-Card möglich)
Bilder in der Kamera löschen *  Nein  Ja  Nein
Geotagging auf d. Client  Nein  Ja   Nein (mittels Shuttersnitch App und WLAN-SD-Card möglich)
Firmwareupdatemöglichkeit  Ja (USB bzw. upload per WLAN/Webinterface)  Ja (Ethernet-Kabel)  App: Ja, Kabel: n.A.
Pufferspeicher:  4GB  k.A.  n.A.
Batterie reicht für **:  Etwa 8h  3 – 6 Stunden normale Nutzung, 11h in Intervalometerbetrieb  So lange wie iOS/Android Device Akku oder Kameraakkus halten
Befestigung an der Kamera  Wird in Blitzschuh eingeschoben  Keine, mitgelieferte Tasche hat Karabiner zur Befestigung an Kameragurt oder Stativ  Keine
Cloud upload  Ja   Nein (mittels Shuttersnitch App und WLAN-SD-Card möglich)
Anschlüsse  USB + USB-Ladebuchse  USB, LAN, Micro-USB  Klinkenkabel
Gewicht **  ca. 89g  ca. 130g  ca. 37g: 12g Dongle + 25g Kabel
Grösse **  ca 84 x 72 x 37 mm  ca 10 x 6,3 x 1,6 cm  ca. 10 x 2 x 1 cm
UVP **  ca 298 USD  ca 299,99 USD  ca 29,90 EUR

*** = Ggf. von Gerät abhängig auf dem die App läuft.

**   = Herstellerangabe

*     = ggf. Kameraabhängig

Fazit:

Alle drei Geräte haben ihre Vor- und Nachteile. Der Cameramator ist von der Ausstattung aktuell sehr spartanisch ausgestattet, die App hat noch ein paar Bugs (Belichtungszeiten sind z.B. mit der D3 und D600 nicht vollständig auswählbar), unterstützt derzeit noch kein Liveview oder das Ändern von Kameraparametern wie Belichtungsmodus, Blitzbelichtungskorrektur oder Auto-ISO, allerdings beginnt der Cameramator auch erst im März mit dem offiziellen Verkauf und der Hersteller hat versichert, dass vor kurzem erst mit der implementierung von Kameraspezifischeren Features begonnen wurde. Hier ist also noch einiges zu erwarten in der Zukunft und wenn es nach Gehäuse und Gewicht geht würde ich mir lieber den Cameramator auf den Blitzschuh stecken als den CamRanger in seiner Tasche irgendwo rumbaumeln zu lassen.

Der mit 130g etwa 40g schwerere CamRanger kann dafür unter der Haube etwas mehr als der Cameramator, ist schon eine Weile auf dem Markt ist auch Schnittstellenmässig üppiger ausgestattet. Allerdings fehlt ihm die Möglichkeit, sich in Infrastrukturnetze einzuklinken sowie eine Befestigungsmöglichkeit am Blitzschuh. Insgesamt ist der CamRanger derzeit das bessere Angebot für den Preis, die Webseite wirkt ansprechend und lässt kaum Fragen offen und er ist aktuell der einzige hier erwähnte WLAN Adapter, der Liveview unterstützt (soweit die Kamera dies kann) sowie Videoaufnahme und Fokusstacking erlaubt.

Unklar ist bei beiden Geräten die Frage nach der Zukunftssicherheit: Wie gut werden die beiden Firmen ihre WLAN-Adapter pflegen? Was, wenn man weder eine Canon noch eine Nikon sondern eine Kamera eines anderen Herstellers kauft?

Hier spielt der Triggertrap seine Stärke aus: Keine Limitierung auf Kameramarken oder iOS Geräte, praktisch alle Kameras können über den Triggertrap auf zig Arten ausgelöst werden. Alles was man dazu braucht ist das Triggertrap Dongle mit passendem Adapterkabel, die Triggertrap App für iPhone oder Android und eine Kamera, die in der Lage ist mit einem elektronischen Kabelauslöser ausgelöst zu werden. Der Triggertrap ist dabei auch aktuell der einzige von den drei hier genannten Adaptern, für den es auch eine Android App gibt. Ausserdem hat er neben einem WLAN Modus (welcher ein zweites iOS Gerät erfordert) auch die Möglichkeit per Bluetooth (mittels einem A2DP Stereo fähigen Bluetooth Adapter) die Kamera drahtlos auszulösen.

Dummerweise muss man sich den Rückkanal für die Bildvorschau selbst basteln, weil der “TT” einfach nur ein intelligenter Kabelauslöser ist. Nicht weniger, aber eben auch nicht mehr. Für den Rückweg von der Kamera zum iOS Gerät eignen sich beispielsweise die Shuttersnitch App für iOS und einer Eyefi oder FlashAir Karte in der Kamera, welche die aufgenommenen Bilder per WLAN an das Steuerdevice funkt. Dennoch ist die Triggertrapvariante eher eine schöne Bastelnummer während Cameramator und Camranger relativ stressfrei eingerichtet werden können.

Denjenigen, die sich einen Cameramator anschaffen wollen rate ich, erstmal abzuwarten, was die nächste Firmwaregeneration bringt und sich bis dahin mit dem Triggertrap Auslöser im WLAN- oder Bluetooth-Betrieb mit ggf. vorhandenem iphone + ipad + WLAN-SD-Karte (z.B. FlashAir) + Shuttersnitch App zu behelfen. Diese Lösung ist aktuell deutlich kostengünstiger und flexibler als der mit knapp 300 USD im Vergleich zu teure Cameramator und kann eigentlich dasselbe.

Wer mehr braucht bekommt mit dem CamRanger ein umfangreiches Multitool an die Hand, das allerdings seinen Preis hat, dafür aber auch sofort problemlos verfügbar ist und vieles kann, was der Cameramator erst noch beigebracht bekommen muss.

iPad, Shuttersnitch und WLAN-Hotspot
iPad, Shuttersnitch und WLAN-Hotspot

Neulich, es ist schon ein paar Monate her, erzählte ich einem befreundeten Fotografen von der Hochzeit eines Freundes und wie ich die Gäste dazu gebracht habe, sich selbst auf der Party zu fotografieren.

Die Idee war einfach: Ich hatte eine Nikon D2x mit WLAN-Adapter, genannt WT-2, einem Blitz und einem Tamron 17-50/2,8 vorkonfiguriert an prominenter Stelle im Saal platziert. Die Kamera sendete nun, sobald jemand ein Bild gemacht hatte das JPEG File direkt per WLAN auf den Beamer, der, wenn keine Fotos gemacht wurden, im Saal die Diashow mit Szenen aus dem Leben des Hochzeitspaars in einer Endlosschleife zeigte.

Ein kurzer Hinweis per Mikrophon genügte und die Nummer war geritzt – es klappte besser als erwartet. Jeder schnappte sich im laufe des Abends mal den unkaputtbaren Fotobackstein (“schliesslich hat man nicht alle Tage die Gelegenheit mal mit einem echten Profibrikett Fotos zu machen” usw…) und machte ein paar Schnappschüsse von der Party.

Und ich konnte mich entspannt zurücklehnen und den Abend einfach geniessen. :)

“Wie geht das noch von der Cam in Richtung iPad mit Software, quasi live?” schrieb mich der Fotofreund gestern an. Meine Antwort war etwas ausführlicher, sodass ich mir gedacht habe: Das könnte a) vielleicht auch andere interessieren und b) mach doch einen Blog-Artikel draus.

Und während ich diese Zeilen schreibe erreicht mich schon die nächste Anfrage eines Lesers, der den etwas älteren Artikel “Zickenterror” gelesen hatte.

Hier also nun eine etwas ausführlichere Einführung zu diesem Thema

Alle bis dato produzierten DSLR und Mirrorless-Kameras mit Ausnahme der Nikon Coolpix S51c haben eines gemeinsam: Sie können kein WLAN. Für manche Kameramodelle gibt es sogenannte “Wireless Transmitter”(Nikon) oder “Wireless File Transmitter”(Canon). Diese unterstützten jedoch meistens nur die Pro- oder SemiPro Gehäuse der Hersteller und sind extrem teuer. Die billige Alternative zum WLAN Versand von Bildern heisst “Eye-Fi” – eine SD-Card mit WLAN-Modul. Leider besitzen alle derzeit verfügbaren WLAN-Lösungen so ihre Tücken.

Die Spezial-WLAN-Adapter der Hersteller – Viele Nachteile, einige Vorteile.

Die Spezialhardware wie Nikons WT-Serie oder Canons WFT’s ist allerdings in der Regel nicht kompatibel zur nächsten Kamerageneration und exorbitant teuer im Vergleich zu einem handelsüblichen WLAN Stick. Eine löbliche Ausnahme macht hier der WT-4 von Nikon, der sowohl an der D300 als auch an D300s, D700, D3, D3x und D3s verwendet werden kann. Vermutlich wird er aber zur nächsten Kamerageneration bereits nicht mehr kompatibel sein. Schlimmer noch: die Firmware der älteren Adapter wie z.B. die des Nikon WT-2 (zur D2x und D2xs) wurde seit Jahren nicht mehr überarbeitet, was zur Folge hat das nur veraltete Verschlüsselungsalgorithmen verwendet werden können. Wer zwingend WPA oder WPA2 verwenden möchte guckt hier voll in die Röhre. Auch Übertragung nach den neueren 802.11g oder n Standards ist für diesen Adapter nicht verfügbar, was für heutige Verhältnisse zu extrem langsamem Datentransfer führt.

Die aktuellen Neupreise für diese Spezial-WLAN-Adapter liegen derzeit zwischen 450 und 800 EUR. Wenn man bedenkt, das WLAN in Computern, Tablets und Smartphones seit Jahren Standard ist, so ist das eigentlich eine Unverschämtheit. Vor allem bei Profikameras, die mehrere Tausend Euro kosten eigentlich nicht mehr Nachvollziehbar. “Abzocke” würden viele Fotografen vielleicht sagen. “Spezialanwendung” würden vermutlich die Kamerahersteller antworten.

Die Vorteile der Speziallösungen liegen in

  • der Verarbeitung,
  • der guten Sendeleistung,
  • der wetterfesten Abdichtung und
  • dem perfekt abgestimmten Zusammenspiel mit der Kamera.
  • Man kann mit dem WT-2 beispielsweise wählen welche Dateien übertragen werden sollen: Nur JPEGs oder nur die RAWs/TIFFs oder beide Dateitypen.
  • Eine Konfiguration der Übertragungsparameter ist auch vor Ort übers Kameramenü möglich
  • Auch kann man auswählen ob alle Bilder sofort automatisch übertragen werden sollen oder nur diejenigen, die zum Übertragen markiert wurden.
  • Übertragungen werden automatisch nochmal gestartet, sobald wieder eine WLAN-Verbindung zur Verfügung steht oder der Transfer aus einem anderen Grund nicht erfolgreich war.
  • Zum Teil ist auch eine Fernsteuerung der Kamera per WLAN von einem Computer aus möglich.

Es bietet sich für unseren Zweck an, kleine JPEGs zur direkten Übermittlung zu speichern und die RAWs für die Nachbearbeitung am Rechner auf der Karte zu belassen. Falls man den WLAN Uplink mal verlieren sollte sind die meisten Spezialadapter in der Lage die Bilder später zu übertragen, wenn die WLAN-Verbindung automatisch wieder hergestellt wurde.

Eye-Fi – die derzeit einzige günstige Alternative, aber längst nicht Perfekt.

Eine Eye-Fi SD-Karte hat ein paar Vorteile: Auch mit ihr kann man Bilder per WLAN übertragen. Fast jede Kamera mit SD- oder CF-Kartenslot wird unterstützt (CF mit nicht abschirmenden Kartenadapter). Alle gängigen WLAN Standards und Verschlüsselungsverfahren werden unterstützt. Und sie ist günstig! Gradezu Spottbillig, wenn man mit den Spezialadapterpreisen vergleicht: Ab ca. 50 EUR bekommt man das günstigste Eye-Fi Modell neu.

Nicht alles ist Rosa – denn die Eye-Fi hat auch ein paar gravierende Nachteile. Diese sind kurz zusammengefasst:

  • WLAN-Reichweite und -Geschwindigkeit abhängig vom Kameragehäuse.
  • Die Karte muss vorher an einem PC mit Internetanschluss und Spezial-Eye-Fi-Software eingerichtet werden, man kann also die Einstellungen auf der Karte in den meisten Kameras nicht einfach nach Bedarf vor Ort ändern sondern muss bereits vorher wissen, welche WLAN-Konfiguration on Location verfügbar ist.
  • Und die Eye-Fi kann nicht zwischen unterschiedlichen Dateitypen zur Übertragung unterscheiden – sie sendet entweder alle Bilder auf der Karte oder das Bild bzw. das Bilderpaar (falls RAW+JPEG aufgezeichnet werden), dass für den Versand markiert wurde.
  • Auch unterstützt sie nicht eine erneute Übertragung, falls die Verbindung mal verloren geht oder die Übertragung fehlschlägt.
  • Eine Fernsteuerung der Kamera über die Eye-Fi ist nicht möglich.

Erste Wahl in Sachen Useability sind also nach wie vor die herstellereigenen WLAN-Adapter.

Chinesische Firmen bauen doch sonst immer alles nach…

Nicht so in diesem Fall – Bis heute gibt es keinen billigen Nachbau der offiziellen WLAN-Adapter. Warum weis ich leider nicht. Evtl. liegt es daran, dass die Copyshops den Markt hier als nicht Massentauglich einschätzen. Nunja – so ist es nun einmal. Ich behaupte aber mal ganz frech, dass man in spätestens 5 Jahren keine Profikamera mehr ohne eingebauten drahtlosen Übertragungsweg wird verkaufen können.

Nun hat man sich also für einen WLAN Adapter entschieden.

Wie gehts jetzt weiter? Eigener mobiler Hotspot!

Damit ich ortsunabhängig bin und trotzdem vorher alles einrichten kann habe ich immer meine eigene WLAN-Infrastruktur dabei. Diese besteht für Präsentationszwecke aus einem mobilen, Akkubetriebenen Huawei 3g-UMTS-WLAN-Router für die Hosentasche, den man im Handyladen um die Ecke vertragsfrei für ca 99 EUR kaufen kann und der sich bequem über ein Webinterface vom iPad oder PC konfigurieren lässt. Bei bedarf kann man den Internetzugang über UMTS aktivieren. Ausserdem ein USB-Ladekabel.

Ich betreibe den mobilen Hotspot jedoch meist mit deaktiviertem 3G Internetzugang, dies verlängert die Akkulaufzeit unglaublich. Nur im WLAN-Hotspot Modus betrieben reicht eine Akkuladung ca. 6 Stunden, genug für eine Abendparty. Braucht man doch mal mehr Akkulaufzeit schliesst man den Huawei-Router einfach per USB an der nächsten Steckdose oder dem nächsten USB-Steckplatz an – oder man lädt den Akku mit einem mobilen USB-Akkuladegerät wieder auf.

Wer noch einen alten WLAN-DSL-Router herumliegen hat kann natürlich auch diesen vorkonfiguriert auf eine Veranstaltung mitnehmen – jedoch ist hierfür in der Regel eine Steckdose am Veranstaltungsort nötig. Praktischer und flexibler ist da der mobile Hotspot, den man einfach in der Hosentasche oder im Rucksack mit sich rumtragen kann.

Der Vorteil: Mit einem eigenen Hotspot der nur für den Zweck der Bildübertragung eingerichtet wird kann man auch mit der älteren WEP-48bit-Verschlüsselung arbeiten – oder sogar einen komplett offenen Hotspot betreiben ohne sich Sorgen um die langfristige Sicherheit des Hotspots machen zu müssen. So funktioniert dann auch die Kommunikation zwischen iPad und D2x/WT-2.

Zur Präsentation der Fotos und der Weiterverbreitung: Shuttersnitch – oder XnView!

Ich verwende auf dem iPad und iPhone die App “Shuttersnitch”. Dabei handelt es sich im wesentlichen um eine geschickte Kombination aus FTP-Server, cleverer Diashowsoftware, Exif-Viewer, programmierbarem Store-and-Forward-Proxy und Bildbetrachter. Einziger Nachteil: Videos können noch nicht wiedergegeben werden. Das Feature wurde aber im Shuttersnitch Forum bereits vor einiger Zeit gewünscht und wird vermutlich irgendwann kommen.

Die Software ist zwar mit 12,99 EUR für i-Verhältnisse relativ teuer, aber jeden Cent wert! Und absolut gesehen ist das nicht viel Geld für ein erstklassiges Stück Software wie dieses.

Zu den Key-Features gehören für mich die intelligente Diashow, die als Endlosschleife alle Bilder im Folder nacheinander anzeigt, wahlweise mit KenBurns-Effekt, Rahmen und Überblendungen.

Es wird, sobald ein neues Foto per FTP in der App eintrifft, sofort das neueste Bild angezeigt und anschliessend mit der Endlosschleife fortgefahren, in die dann auch das neue Bild automatisch aufgenommen wird. Richtig gut ist auch die Möglichkeit die Bilder von der App aus sofort an eine oder mehrere weitere Applikationen oder Server zu verteilen gelöst. Dazu gehört z.B. die Weiterleitung an Flickr, Facebook, Dropbox, Smugmug oder Zenfolio sowie an eMail-Empfänger und FTP-Server. Man kann über die sogenannten “Aktionen” die Bilder auch vor der Weiterleitung nochmal automatisch bearbeiten. Insgesamt also eine sehr durchdachte App.

XnView ist eine kostenlose Windows-Alternative. Der Bildbetrachter-Tausendsassa bietet die Möglichkeit Diashows mit Ordnerinhalten zu zeigen. Jedoch sind die Fähigkeiten bei weitem nicht so ausgeklügelt wie beim Shuttersnitch. So wird die Bilderliste des Ordners nur einmal pro Durchlauf neu geladen. Das heisst: unter Umständen muss man erst sämtliche im Ordner befindliche Dateien ansehen bevor das neue Bild einmal gezeigt wird. Auch die Weiterverteilungs- und automatisierten Bearbeitungsmöglichkeiten bietet XnView nicht oder nicht in dem Umfang wie der Snitch. Dennoch eine annehmbare kostenfreie Lösung.

Den FTP-Server muss man unter Windows allerdings selbst konfigurieren. Der Filezilla Server macht dies relativ einfach und ebenfalls für 0 EUR ohne weiteres Möglich.

Natürlich kann man sich den WLAN-Router auch sparen, wenn man seinen Laptop mitnimmt, jedoch ist die Konfiguration eines WLAN-Hotspots unter Windows ein echter, abendfüllender Krimi und nicht jeder hat die Zeit und die Lust sich damit rumzuärgern. Und auch die Reichweite ist in der Regel bei einem vernünftigen WLAN-Router etwas besser als beim Laptop.

Und wie kommen die Bilder nun auf den Beamer?

Ganz einfach: mittels der verfügbaren VGA, HDMI oder DVI Adapter für iPhone und iPad schliesst ihr das Gerät an einen Fernseher oder Beamer an und schon seht ihr die Ausgabe des Bildschirminhaltes oder wahlweise die Diashow im Vollbildmodus.

Falls ihr euren Laptop benutzt, sollte er einen HDMI oder DVI Ausgang besitzen, damit die Bildqualität nicht zu sehr leidet.

Das war’s.

Falls ihr andere Erfahrungen gemacht habt oder noch bessere Lösungen kennt: schreibt mir einfach.