Sofortbild App Update im AppStoreAls ich heute Morgen routinemässig nach Updates im App-Store gesucht habe fand ich die neue Version von Sofortbild, der kostenlosen Fernsteuerungssoftware für Nikon Kameras.

Sofortbild unterstützt jetzt auch die Nikon D4/D800/D800E. Dolle Sache. Leider immer noch kein Wireless-USB-Support (WUSB) für MacOS, insofern ist die App nur mit USB-Kabel benutzbar.

Es kann doch nicht sein, dass es außer der Nikon D800 keine anderen Themen mehr in der fotografischen Landschaft gibt, die zur Zeit alle brennend interessieren.

Neue Kameras kommen andauernd auf den Markt, auch welche mit immer noch mehr Megapixeln. Und dennoch ist der Artikel über die D800/E und 5D III der meistgelesene der Woche auf dem Blog gewesen, obwohl er zu allem Überfluss auch noch zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt am Freitag Abend publiziert worden ist.

Vielleicht ist ja doch etwas dran an dem Spruch: “Es ist alles schon einmal fotografiert worden, nur noch nicht mit jeder Kamera.”

In den Kameraforen diskutieren sich die User in diesen Tagen ‘nen Wolf, meckern und mosern dass sie so lange auf die neue Knipse warten müssen, zicken rum und ärgern sich wie über einen zweiten Platz des FC Bayern. Als könne man allein wegen der bloßen Ankündigung eines neuen Pixelboliden keine vernünftigen Fotos mehr machen! Systemwechseldrohungen werden ausgesprochen, Bitten, Flehen, Verzweiflung, Spott und Hohn vermischen sich zu einem lustigen Spektakel im Netz.

Rückblende: Vor 6 Jahren noch galten 6 Megapixel als normal. Besonders hochauflösende Spiegelreflexkameras hatten 10 oder 12 Megapixel. Das war aber auch schon das Höchste der Gefühle. Eine Pentax 645D war allenfalls im Klickdummy-Stadium und Kleinbild-Digital gabs damals nur bei Canon und Kodak. Die Kodak langsam, veraltet und unbezahlbar, die 5D mit bescheidenem AF, miserablem Auto-ISO und grottigem High-ISO, ohne Gehäuseabdichtung oder Staubentfernung – und ebenfalls nahezu unbezahlbar.

Nun starren alle wie gebannt trotz bekannter Autofokusprobleme bei den seitlichen AF-Feldern und weiterer Kinderkrankheiten auf die Haben-Will-36MP-D800/E, warten sich einen Ast und vergessen das Fotografieren.

Und das obwohl die D800 ausser einem Sensor mit noch mehr Megapixeln und einem guten Bildprozessor eigentlich nichts wirklich neues zu Bieten hat: Kein WLAN in der Kamera, kein Klappdisplay, kein Sucher mit LCD-Maskierung – nichtmal ein Ethernet-Anschluss oder eine auswechselbare Bildeinheit ist drin. Auch die Verarbeitung wirkt nicht ganz so wertig wie noch bei der D700. Dafür kostet die Kamera satte 500-800 EUR mehr als die D700 bei ihrer Markteinführung. Unfassbar. Aber vielleicht verstehe ich das alles auch einfach nur nicht richtig. ;-)

So sehr erblindet sind die potentiellen Kunden, dass z.B. die wirklich gelungene, reisetaugliche Olympus OM-D E-M5 völlig untergegangen ist, obwohl man mit ihr vermutlich weitaus öfter Fotos machen würde als mit einer Backstein-D800.

Hinzu kommt, dass auch die E-M5 genauso schlecht erhältlich ist wie die neu angekündigte X-Pro 1 von Fuji, die auslieferungsgestoppte Canon 5D III, die gehypte D800/E oder die Profi-D4 und 1DX. Zurzeit gibt es eigentlich nur nicht lieferbare neue Kameras und günstige Gebrauchte. Erstaunlich eigentlich.

Bei Ebay lösen sich währenddessen die Preise für die 12MP Kleinbild DSLRs D700, D3 und D3s buchstäblich auf als hätte man Flußsäure darüber gegossen – und das obwohl Nikon die neuen Kameras in Dosierungen in den Markt tröpfeln lässt, die man noch nicht mal homöopathisch nennen kann.

Gut für diejenigen, die jetzt günstig eine D700 oder D3/s ergattern wollen. ;-)

Die Gebrauchtpreise bei eBay für die D700 gehen inzwischen bei 1300 EUR los, die für die D3 bei 1475 EUR und auch die gar nicht so alte D3s wird zum Teil schon in den unteren 2000 EUR Regionen und darunter gehandelt.

Sicher – Equipment ist toll. Aber wenn ich diese D800 Hysterie aus einiger Distanz betrachte, dann habe ich spontan 2 Gedanken dazu:

“Geilheit schaltet den Verstand aus” und “Technikquartett ist interessanter als das Hobby Fotografie an sich”. Natürlich ist es oft einfacher sich eine neue Kamera zu kaufen als selbst daran zu arbeiten bessere Bilder zu machen. Bessere Bilder lassen sich nunmal nicht zwingend an mehr Megapixeln, noch höheren rauschfreien ISOs oder noch tolleren Effektfiltern in der JPEG-Engine erkennen. Das sind nur technische Randaspekte.

Wenn Max Möchtegern nun beispielsweise mit dem neuesten Boliden wie gehabt seine Katze (nichts gegen gut gemachte Katzenfotos, aber ich denke ihr wisst was ich meine…) oder eines von diesen 08/15 Sonnenuntergangsfotos mit schiefem, mittigem Horizont ohne Tiefenstaffelung und leicht verwackelt aufnimmt werden die Bilder nur durch die Kamera allein nicht besser. Man könnte sie lediglich NOCH GRÖSSER ausbelichten und hoffen, dass man allein durch noch mehr Details bei den Freunden Staunen auslösen kann, dass eben noch mehr Details auf dem 2x3m Plakat zu sehen sind. Aber mal im Ernst: wieviele eurer Fotos lasst ihr in Formaten grösser als 60x90cm ausdrucken? Oder beginnt jetzt vielleicht die Zeit in der die Hobbymegapixelfans anfangen ihre 100% Crops auf 50X70cm aufzuziehen?

Wer von den D800 Käufern hat denn vor dem Kauf schon mal darüber nachgedacht, dass sein oller Pentium 5 mit 1GB RAM und 120GB Festplatte vielleicht nicht mehr zeitgemäss genug ist um mit den 36MP RAWs fertig zu werden? Etliche Käufer werden sich wundern, dass auf ihrem Rechner das Entwickeln der Bilder wieder so lange dauert wie früher, als man den Film noch ins Labor geschickt hat. 80% der Käufer werden zwar alle Bilder mit 36MP aufnehmen, sie dann aber trotzdem wie schon jetzt in 1024×768 Pixel Auflösung oder noch kleiner ins Internet stellen. Vielleicht sogar 1:1 crops in dieser Auflösung.

Apropos ins Internet stellen: Habt ihr schon daran gedacht eure alte DSL 6000 Leitung upzugraden, damit der Upload eines einzigen D800 JPEGs nicht ‘ne halbe Stunde dauert? Gibts bei euch im Viertel überhaupt schon Glasfaser oder DSL20000?

Ob das 14-24/2,8 dann zum Standardobjektiv wird? Schliesslich kann man damit durch Croppen so gut wie jede gängige Brennweite simulieren. Für 800×600 Portraits mit 85mm Bildwirkung ist das Objektiv jedenfalls an der D800E durchaus zu gebrauchen. Vorausgesetzt man trifft alle Vorkehrungen, damit man das Bild nicht verwackelt, was ja ebenfalls ein Thema ist, das bei einer 36MP Knipse deutlicher zu Tage tritt als bei den “alten” 12MP Dingern.

Einen Grund gäbe es allerdings wirklich auf die D800 upzugraden: Wenn man seine liebgewonnenen APS-C Objektive weiter benutzen möchte und sich keine neuen Kleinbildobjektive anschaffen will. Wobei hier natürlich die Frage ist, ob man nicht lieber die 3000 EUR in einen alten Body, neue Objektive und etwas Lichtausrüstung steckt als in einen neuen Body, der nach 3 Jahren spätestens nur noch die Hälfte Wert ist…

Genug rumkritisiert: Allen, die nicht 36 Megapixel für einen ganz bestimmten Zweck brauchen, rate ich sich jetzt günstig mit “alten” 12MP Kleinbild DSLRs einzudecken, so billig wie im Moment werdet ihr an die alten Knipsen eine Weile nicht mehr rankommen. Und auch nicht an so ausgereifte Kameratechnik. Und für fast alles sind 12 MP mehr als ausreichend.

Denn noch haben die bisherigen Besitzer von D3/s und D700’s, die jetzt auf die D800 umsteigen noch nicht gemerkt was die D800 alles kann bzw. nicht so gut kann wie ihre Vorgängermodelle. Wenn die D800/E erstmal im Markt in Stückzahlen erhältlich ist, sieht die Welt vor allem bei den D3/s vermutlich schon wieder etwas anders aus.

Anschliessend habt ihr mit den “ollen” Kameras 2 oder 3 Jahre richtig Spaß, macht supergeile Fotos, arbeitet an eurem Stil und eurem Können und wenn die D800/E dann am Ende endlich bugfree ist, alles Zubehör in grosser Vielfalt verfügbar ist und keiner mehr Bock auf 36MP hat, weil Canon die neue 200 Megapixel Superkompakt 3D Mark X mit 10fps angekündigt hat und euer Rechner in der Zwischenzeit mit dem leicht veralteten Intel Hexacore mit 12 virtuellen Kernen und 128GB RAM aus dem Vorjahr aufgerüstet ist, DANN schlagt ihr bei der D800/E zu – und habt RICHTIG gewonnen.

Nur so ein Gedanke.

Die D800E eines Freundes
Die D800E eines Freundes

Der Wartelistenwahnsinn für die Nikon D800 und D800E eskaliert so langsam und Canon hat die Auslieferung der 5D Mark III vorerst gestoppt, weil einige Beta-Tester, äh: 5D Mk III Käufer, ein deftiges Problem mit dem Belichtungsmesser festgestellt hatten. Peinlich, peinlich.

Im DXO Mark verliert die 5DIII gegen die D800 haushoch. Die D800 landet auf Platz 1, die 5DIII belegt Platz 10. Preis der beiden Kameras: nahezu identisch. Entweder ist die D800 zu billig oder die 5DIII zu teuer. Oder aber beides ist zutreffend.

Preiserhöhung bei Nikon und neue Produkte

Ein paar neue Produktankündigungen von Nikon gibt es auch noch. Eine 24MP APS-C D3200 mit günstigem WLAN-Adapter WU-1a und ein AF-S 28/1,8 werden kommen. Wobei das spannendste daran noch das AF-S 28/1,8 sein dürfte.

Als wäre das Alles noch nicht genug Wirbel hat Nikon zum 01.04.2012 die Preise für diverse Objektive klammheimlich erhöht, unter anderem für das 14-24/2,8, dass künftig knapp 2000 EUR kosten wird statt wie bisher schon freche 1650 EUR. Nikon, was soll das? Sowas kommt bei Kunden gar nicht gut an. Dann lieber eine neue Version auf den Markt bringen und 200 EUR draufschlagen. Wirkt ehrlicher. Eine Preiserhöhung für ohnehin schon überteuert wirkende Produkte ist ganz schlechtes Marketing.

Wartelistenwahnsinn

Vor einigen Tagen wollte ich mich beim Saturn an der Theresienwiese auf die Warteliste für eine D800E setzen lassen. Einfach so. Vorbestellen, drauf freuen und wenn sie abholbereit ist drüber nachdenken, ob man sie denn wirklich kaufen möchte. Eine Warteliste eben.

Im Ladengeschäft sagte man mir, ich müsse 321 EUR Anzahlen (10% des VK), wäre auf Platz 2, aber man könne mir nicht sagen, wann die Kamera geliefert werden wird. Auch erfuhr ich von der Verkäuferin auf Rückfrage, dass ein Storno nicht möglich wäre. Dies kam mir ob des bei Saturn eigentlich üblichen Umtauschrechts von 14 Tagen etwas merkwürdig vor, aber ich musste das erstmal als gegeben hinnehmen. Verärgert verliess ich das Geschäft ohne mich auf einer Warteliste eingetragen zu haben.

Eine wesentliche Information fehlte…

Wie sich später herausstellte hatte das Ganze in Wirklichkeit einen völlig anderen Hintergrund. Die wesentliche Information, die aus der scheinbaren Kundenverarschung einen echten Kundenservice werden lässt wurde mir leider vorenthalten. Und ein anderer Teil war schlichtweg falsch.

Einem Bekannten, der zufällig am darauffolgenden Tag seine vorbestellte D800E im gleichen Planetenmarkt abholen konnte erzählte ich die Geschichte. Von ihm erfuhr ich, dass er, als er vor etwa einer Woche dort vorbestellt hatte, auf Platz 1 der D800E Warteliste war und dass er keine Anzahlung leisten musste. Ausserdem bekam er auch gesagt, dass er mit Sicherheit bei der ersten Lieferung berücksichtigt werden würde, auch wenn nur eine Kamera geliefert wird. Er hatte also quasi auch noch einen groben Liefertermin mitgeteilt bekommen. Also genau so wie das eigentlich laufen sollte.

Freundlicherweise nahm mein Bekannter meine Beschwerde mit und Sprach den Abteilungsleiter der Fotoabteilung darauf an. Wie sich herausstellte hat Nikon offenbar den Vergabeschlüssel geändert. Zitat:

…Nikon hat seine Bestellpolicy letzte Woche geändert:
BISHER: Zuteilungsquote % Bestellmenge […]
NEU: Zuteilungsquote % offener angezahlter Vorbestellungen des Händlers

Daraufhin hat Saturn sofort reagiert um seine Kunden mit möglichst vielen Geräten versorgen zu können. Auch das mit der Stornierung der Vorbestellung sei so nicht richtig, da hätte mich die Verkäuferin falsch informiert. Zitat:

…Wie beim Onlinegeschäft bleibt es [Anm. d. Autors: die Vorbestellung] aber unverbindlich, da auch Saturn 14-Tage Rückgabe einräumt. Ausserdem musst Du nicht abholen, kriegst dann die Anzahlung ausgezahlt.

Die Folge davon? Ich kaufe künftig nur noch beim Abteilungsleiter. Wenn ich dort überhaupt noch was kaufe. Im Moment bin ich jedenfalls noch etwas verstimmt.

Aber die nächste Hardwareanschaffung kommt bestimmt. ;-)

Erstmal ein grosses “Hallo zusammen” an euch alle! Diese Woche war für mich eine der härtesten des Jahres bisher. Ich bin wegen eines Videoprojekts, dass ich mit meiner Sony Nex-7 zur Zeit durchziehe, zu praktisch nichts anderem mehr gekommen ausser Arbeiten, Essen und Schlafen. Höchste Zeit für ein kurzes Update.

Seit Mittwoch scheint hier in München die Sonne in einer Tour durch – der Frühling ist endlich voll da. Leider hatte ich bisher nicht viel davon – aber gestern Abend gabs dann endlich das erste Eis des Jahres beim Sarcletti am Rotkreuzplatz.

Freitag waren die ersten Nikon D4 in den Fotoläden Münchens zu begrabbeln, z.B. bei Calumet auf der Hausmesse. Geiles Teil! Der feuchte Traum jedes Fotoreporters, ein Sahneteil für Gutbetuchte – WOW! Eine D800 war aber noch nicht bei Calumet zu sehen. Kommt noch…

Wenn man den Vermutungen einer unabhängigen Marktumfrage glaubt, die mich kürzlich erreichte, dann müsste die erste Jahresproduktion der D800/E bereits zum Zeitpunkt der Auslieferung der D800/E ausverkauft sein. Sowas schafft eigentlich nur Apple – und auch nicht mit einem 3000$ Produkt! :)

Naja – mal sehen. Was gab es sonst noch neues? Achja – das iPad. Tschuldigung: das NEUE iPad. Also das iPad 3 quasi. oder sollte man sagen iPad 2.1? Viel hat sich nicht getan: Die wesentlichen Probleme wurden nicht beseitigt: das Pad wurde weder leichter (im Gegenteil – 50g schwerer ist es) noch wurde die Akkulaufzeit verlängert. keine neuen Features wie z.b. ein SD-Card-Reader oder mehr Speicher oder ein USB-Hostanschluss. Stattdessen wurden Dinge verbessert, die beim iPad 2 schon Top waren: das Neue hat ein noch superhochauflösenderes Display mit 3,1 Megapixel Auflösung, zum Vergleich: das alte hatte knapp 0,8, d.h. jede Kante hat jetzt doppelt so viele Bildpunkte!

Jedoch gibt es scheinbar ein Problem mit der Farbtreue. Falk Lumo hat einen leichten Gelbstich im Vergleich zum alten iPad festgestellt, der auch von anderen Usern bestätigt wurde. Und nicht nur das, vor allem braucht das neue Display deutlich grössere Fotodateien, damit es die Pixelzahl ausreizen kann – ohne jedoch mehr Speicherplatz zu bieten.

Ausserdem wurde ein flotterer Prozessor verbaut. Dementsprechend benötigten die Ingenieure bei Apple natürlich noch einen grösseren Akku, damit die Battielaufzeit trotz gestiegenem Energiebedarf nicht in den Keller geht. Tja – also mal ein Witzupdate, wenn auch mit einiger technischer Rafinesse, denn trotz dieser Verbesserungen ist das iPad 3 nur ca 50g schwerer geworden. Für iPad 2 User sicherlich ziemlich unspannend.

Das wirft die Frage auf: “Steve ist tot, die Party vorbei?” Oder wird’s auch in Zukunft mit Apple Partys zum Feiern geben? Die WLAN- und Display-Probleme meines iMacs jedenfalls nerven mich immer noch kollossal. Ebenso die Lion-Verschlechterungen wie Autosave & Versionierung, graue Finder icons, Kalender und Adressbuch Design sowie die Softwarekompatibilität und die Unmöglichkeit bei iOS Dateien zwischen verschiedenen Computern und dem iPad/iPhone auszutauschen ohne den Cloudkrempel oder dämliche Workarounds nutzen zu müssen.

Wann begreift Apple endlich, dass sie mir nicht vorzuschreiben haben was ich wann und wie mit meinen Dateien mache und wo ich sie nutzen will?

Achja – und dann war da noch dieses Ding mit Kirk Tuck: Der Gute ist wohl grade wieder auf dem Weg von Canon zurück zu Nikon – irgendwie dachte ich es mir schon, als ich seinerzeit seinen Blogpost über den Wechsel zur 5dII gelesen hatte…Naja – “Hin und her macht Tasche leer”, aber Kirk ist ja jetzt auch kein wirklich armer. Wobei: Nach dem Kauf der D800 und D4 vielleicht schon… :)

A propos D800: Hier gibts ein paar Links zu Bildern mit der D800 bzw. D800E:
http://files.fotopolis.pl/download/pw-d800e-13.JPG
http://www.fotopolis.pl/index.php?n=14571&p=1
http://www.fotopolis.pl/index.php?n=14580&p=1
http://www.imaging-resource.com/PRODS/nikon-d800/nikon-d800A7.HTM

So – jetzt aber ab nach Draußen, die Sonne und das schöne Wetter geniessen. Biergärtnern vielleicht. Die Saison hat begonnen! :)

Die Kamera, oder besser gesagt: die Kameras, die Nikon vorhin vorgestellt hat, namentlich die D800 und die D800E sind evolutionär, aber nicht revolutionär. Revolutionär ist hier nur der Preis und die Megapixelzahl. Doch von vorn:

Der AF ist identisch mit dem der D700, er funktioniert nach Aussagen von Nikon allerdings nun bis runter auf -2EV (statt früher -1EV). Auch der interne Blitz ist geblieben und kann weiterhin als Master oder Controller für die Remote-Steuerung von CLS fähigen Blitzgeräten verwendet werden. Auch die gewohnte Blitzsynchronbuchse, das AF-Hilfslicht und der Zubehöranschluss sind geblieben.

Neu hinzugekommen sind hingegen Quiet Mode und Video (h.264/MPEG-4 im MOV-Container).  Wie hoch die Bitrate sein wird und ob kontinuierliche Aufnahmen, die die maximale Dateigrösse übersteigen, möglich sein werden ist noch nicht klar. Und leider ist im Gehäuse nur ein Mono-Mikro verbaut, jedoch kann man über den Mic-Anschluss ein externes Stereomikro anschliessen. Auch ein zweiter Kartenslot für SD-Karten ist neu hinzugekommen. Der Belichtungsmesser ist jetzt der mit 91000 Pixeln statt dem alten mit 1005 Pixeln für eine noch genauere Belichtungsmessung.

Wie gut die Kartenfachklappe hält wird sich zeigen, sie sieht der alten, manchmal selbstöffnenden jedoch sehr ähnlich. Wo wir grade beim Gehäuse sind: Auch hier ist die D800 ein bischen besser geworden: Minimal kleiner, knapp 100g leichter. Der Sucher hat jetzt eine 100% Bildfeldabdeckung (statt 95% bei der D700). Beim Verschluss wirbt Nikon jetzt mit 200.000 Auslösungen statt mit 150.000 wie bei der D700.

Neben vielen kleinen und grossen Verbesserungen gab es auch ein paar kleine Verschlechterungen: Der AF/MF Umschalter ist jetzt nicht mehr der aus der D700 gewohnte mit drei Einstellungen (AF-S/AF-C/MF) sondern der einfachere, aus den kleineren Nikons gewohnte mit zwei Positionen (AF/MF). Das könnte ein Handlingnachteil werden. Auch die gewohnten EN-EL3e Akkus aus der D700 können nicht weiterverwendet werden, stattdessen muss man die aus der D7000 bekannten EN-EL15 Akkus kaufen, die jedoch statt wie in der D7000 für 1000 Bilder in der D800 “nur” für 850 Bilder gut sind. Ausserdem berägt die Serienbildgeschwindigkeit jetzt nur noch 4fps (FX) bzw. 5fps (DX) und 6fps im DX Modus mit Batteriegriff.

Die dickste Nachricht ist aber vermutlich die, dass ein 36 Megapixel Sensor in den Kameras werkelt. Die D800 und die D800E unterscheidet dabei lediglich, dass die D800E keinen AA-Filter (“Weichzeichnerfilter”) vor dem Sensor hat und stattdessen eine Moirékorrektur in der Software besitzt (lässt sich auch abschalten). Wie gut dieser Sensor im High-ISO Bereich ist muss sich noch zeigen. Wenn er auf den Niveau des Nex-7 Sensors ist sollte das aber kein Thema sein. Leider sind bisher noch keine High-ISO-Beispiele im Netz aufgetaucht.

Der Unterschied zwischen D800 und D800E JPEGs (Fine) sind ca. 10 MB. Also statt ungefähr 20MB rund 30MB. Was das für eure Bildbearbeitungshardware bedeutet ist klar, oder? Ab in den nächsten Applestore rennen und ne noch dickere Kiste anschaffen.

Als wären die 2900 EUR (D800) bzw. 3300 EUR (D800E) für die Cam noch nicht genug. Rechnet nochmal die gleiche Summe für neue Hardware und Backupmedien ein, falls ihr nicht schon über einen Rechner mit 16GB RAM und min. einem 2,7 GHz i7 Quadcore und mindestens 2 TB Festplatte verfügt…

Achja – und falls das ein odere andere Altobjektiv weiche Bilder an der neuen Kamera macht solltet ihr auch dafür noch ein bisschen Geld bereithalten um sie ggf. gegen eine neue Version auszutauschen. Nicht jedes Objektiv kommt mit den 36 MP klar…

Kurz: Nikon hat seinen Kunden mal wieder sehr gut zugehört und vieles ein bisschen besser gemacht, ein paar Sachen sogar deutlich besser – und leider auch ein paar Dinge etwas schlechter (AF-Umschalter…) oder gar nicht (Schwenk/Klappdisplay…).

Was mir auch noch nicht so ganz einleuchtet ist, warum Nikon nicht nur die D800E (also die Variante ohne AA-Filter) auf den Markt geworfen hat und wozu Nikon rund 300 EUR mehr für ein nichteingebautes Bauteil haben möchte. Aber vielleicht klären sich diese und andere Fragen auch noch irgendwann auf.

Im Prinzip ist die D800E die D700 die ich seinerzeit gerne gekauft hätte – also mit Quiet Mode, 100% Sucher und Video. Aber für 3k Euros und kein Klappdisplay? Ich denke so werden wir keine Freunde. Auch wenn die Auflösung und Bildqualität schon echt super ist.

Interessant dürften die D800er Sisters vermutlich für Leute sein, die viel Auflösung brauchen aber die hohen Investitionen für eine H3D-31 oder eine Pentax 645D scheuen oder die gleiche Auflösung in einem kompakteren und leichter transportierbaren Kameragehäuse haben wollen. Und gemessen am Preis einer 645D ist eine D800E auch gar nicht mehr so teuer…

Aber vielleicht bringt Nikon ja noch irgendwann eine D800s für 1800 EUR mit 16MP Sensor raus. Mal sehen. Bis dahin mach ich erstmal mit der D700 und der Nex-7 weiter. Ich könnte natürlich auch Nex und D700 verkaufen und mir vom Erlös eine D800E anschaffen, aber blöderweise kann eine D800 eine Nex auf Wanderungen nicht ersetzen.