Selbstbau-WLAN-Adapter ohne LötenNeulich bekam ich eine freundliche eMail eines Lesers, der den Artikel zum Thema “Bilder per WLAN auf einen Beamer senden” gelesen hatte und mich fragte ob ich eine Lösung kenne, wie man, ohne für jede Kamera einen dieser dreist-teuren original WLAN-Adapter anzuschaffen, die Kamera drahtlos fernsteuern kann.

Ich wies ihn auf den Artikel über den DIY-WLAN-Adapter eines Australiers hin, den er für seine Nikon gebaut hatte, jedoch stellte sich heraus, dass Löten nicht unbedingt jedermanns Sache ist. Meine auch nur manchmal.

Vor etwa einem Jahr hatte ich mir mal ein Wireless-USB Set von Hama gekauft, mit der Idee im Hinterkopf den Do-It-Yourself WLAN Adapter nachzubauen. Den Kram hatte ich dann jedoch in der Ecke liegen gelassen, weil ich mir keine Zeit nehmen wollte selber zu Löten und auch kurzfristig damals keinen passenden Akku auftreiben konnte.

Nach etwas Suchen habe ich kürzlich im Internet einen kompakten 4400mAh Akku mit USB-Ausgang erstanden. (Inzwischen gibts diese Akkus bestimmt auch etwas billiger?) Auch ein ca 10cm langes USB Stromkabel und ein normales USB-Kabel aus dem Lieferumfang einer portablen Festplatte fand ich in einer Schublade.

Wichtig: auf die Polung und den Durchmesser des Rundsteckers beim USB-Stromkabel achten!

Mit etwas Gaffa-Tape (Gewebeklebeband) und in Verbindung mit einer Somikon Blitzschiene aus dem Pearl-Katalog konnte ich mir auf diese Art ganz ohne Löten relativ flott, günstig und simpel einen WLAN Adapter bauen, der mit allen Kameras, die USB-Tethering unterstützen, anstandslos funktioniert, den ich am Stativgewinde meiner Kamera befestigen und darüber hinaus noch mit bis zu 480 Mbit/s die Daten hin und herschieben kann. Schneller als jeder 802.11b/g original WLAN-Adapter dies je könnte.

Kostentechnisch ist der Selbstbau-WLAN-Adapter den Originalen haushoch überlegen: zwischen 65 und 90 EUR kostet ein WUSB-Starterset, 6,90 die Blitzschiene, die Kabel liegen, sofern noch nicht vorhanden, pro Stück im 5 EUR Bereich und der Akku schliesslich schlägt mit ca. 15-45 EUR zu Buche. Für alles zusammen muss man mit rund 100-150 EUR rechnen.

Falls es jemand nachbauen möchte gibts nachfolgend die Beschreibung zum Nachlesen.

Eine Bitte an die Hersteller vorab…

Liebe Kamerahersteller, ich möchte euch gerne nochmal auffordern zukünftig WLAN zur Datenübertragung und Kamerafernsteuerung standardmässig in die Kameras zu integrieren. Die Bauteile sind nicht mehr teuer und sollten in einer Kamera der >2000 EUR Klasse eigentlich längst normal sein.

Jedes iPhone oder Androidding hat eine bessere Datenverbindung (Bluetooth, WLAN & 3G!) als eine handelsübliche DSLR aus aktueller Produktion! Also, liebe Ingenieure: Setzt euch bitte mal auf den Hosenboden und baut das in die nächste Kamerageneration ein. Oder gebt den bisher verfügbaren WLAN Adaptern realistischere Preisschilder. Eure unanständig teuren oder verkrüppelten (D3200) WLAN-Adapter könnt ihr jedenfalls behalten.

Kein Vorteil ohne Nachteil…

Die Selbststecklösung hat, das möchte ich keinesfalls verschweigen, auch ein paar Nachteile gegenüber den Originaladaptern:

– Wireless USB, obgleich ein offizieller Standard, funktioniert bisher nur unter Windows, mit Linux unter Umständen auch (habe ich jedoch noch nicht selbst getestet). Unter Mac OS muss man sich mit einer Windows-Installation in einer virtuellen Maschine (z.B.: VMWare oder Parallels) behelfen, aber dann läufts ebenfalls zufriedenstellend. Eine weitere Alternative mit der sich Mac-User behelfen können: Mittels Bootcamp Windows auf dem Mac installieren und damit booten.

– Der selbstbau WLAN-Adapter ist nicht Wasserdicht, vorausgesetzt man betreibt nicht Extraaufwand mit einem wasserdichten Gehäuse.

– Gleiches gilt für das Design: “Nicht schön, aber selten” ist das Credo, wiederum angenommen dass man sich kein formschönes Selbstbaugehäuse herstellt.

– Die Reichweite ist begrenzt. Laut Spezifikation funktionieren die WUSB-Adapter in einem Umkreis von “bis zu” 10m. In meinen Versuchen konnte ich mit Sichtkontakt zwischen den Antennen eine zufriedenstellende Performance nur bis maximal 5m erreichen. Sobald Wände dazwischen liegen verkürzt sich die maximale Übertragungsdistanz nochmal ganz erheblich. Bei 10m wird die Übertragungsgeschwindigkeit schon sehr langsam. Für Studiozwecke oder andere Anwendungsfälle, bei denen die Kamera nicht allzuweit vom Controlrechner entfernt sein muss ist diese Lösung allerdings vollkommen ausreichend.

Eine Reichweitensteigerung ist möglich, in dem man bei der Kamera auf einem per USB mit der Kamera verbundenen Windowsrechner (z.b. Eee PC, Windows Tablet o.ä.) eine Serversoftware laufen lässt und dann mittels mobilem WLAN Hotspot und Client Software für Android Phone/Tablet (z.B. Multican) oder iPhone/iPad (z.B.: DSLR Camera Remote) die Kommandos an die Kamera schickt. Das ist allerdings eine recht umständliche Lösung und nur in besonderen Einzelfällen ratsam.

Fernsteuerungssoftware

Nachdem Wireless-USB derzeit nur unter Windows und ggf. Linux läuft konzentriere ich mich in diesem Artikel auf Software, die für diese beiden Betriebssysteme geschrieben wurde. Das beste Fernsteuerungstool für den Mac (und derzeit leider nur für Nikon Kameras) ist wahrscheinlich die kostenlose Sofortbild-App. Sie hat aber nur Sinn, wenn man Kabelgebunden Fotografiert.

Canon DPP

Canon User sind, was die Software betrifft, immer schon im Vorteil gewesen, denn Canon liefert einen sehr guten RAW-Konverter mit Tethering Funktion seit Jahren kostenlos mit den meisten Kameras mit. Canon DPP bzw. das EOS Utility erlauben eine fernsteuerung sämtlicher für die Aufnahme wichtigen Parameter.

Nikons Camera Control Pro

Bei Nikon muss man sich die bei Canon kostenlos mitgelieferte Software zusätzlich kaufen. Für eine Vollversion von Camera Control Pro 2 sind aktuell knapp 150 EUR fällig. Ob die Software mit dem Wireless USB-Adapter zurecht kommt habe ich nicht getestet, sollte aber theoretisch kein Problem sein, da ja USB-Tethering von der Software unterstützt wird.

Breeze Systems NKRemote und DSLR Remote Pro

Für Nikon-Fotografen gibt es darüberhinaus eine ganze Reihe von Windows-Tools. Das Beste Drittanbieterprodukt in Sachen Preis/Leistung ist meiner Meinung nach die leider 175 USD teure “NKRemote” Software von BreezeSystems. Sie hat wenig Latenz beim Verstellen und Auslösen der Kameraparameter, überträgt das Liveview-Bild zügig und unterstützt auch Kontrast-AF, Wahl des Autofokusfeldes und Intervallaufnahmen, kurz: Lässt keine Wünsche offen. Für Canon User gibt es die gleiche Software, diese heisst “DSLR Remote Pro” und kostet ebenfalls 175 USD. Kostenlose, ernstzunehmende Alternativen für Nikon User sind DIYPhotobits “Camera Control” und DCamCapture.

DCamCapture…

…hat eine gewisse Latenz zwischen drücken des Auslösebuttons und der tatsächlichen Aufnahme und hat keine Möglichkeit Belichtungszeit, Blende oder ISO etc. zu verstellen oder zu fokussieren, bietet aber Liveview und ein ordentliches Windows-Interface sowie eine Intervallaufnahmefunktion, einen IPTC Editor und eine Videomitschnittmöglichkeit des Liveviewbildes. Unterstützt werden nur Nikon Kameras. Aber einem geschenkten Gaul…

Camera Control

hat ein, mit verlaub hässliches und nicht mehr Zeitgemässes Frontend, das aussieht wie eine Webseite aus den Geburtsjahren des Internet, bietet aber unter den kostenlosen Programmen die meisten Funktionen. Blende, Belichtungszeit, ISO, Belichtungskorrektur und Aufnahmeformat können eingestellt werden, die Verzögerung ist sehr gering und auch eine Intervalfunktion für Timelapseaufnahmen ist vorhanden. Leider kann Camera Control kein Liveview und man kann auch nicht die Autofokusfelder auswählen oder ferngesteuert fokussieren. Unterstützt werden wie bei der DCamCapture-Software nur Nikon Kameras.

Lightroom

Die Tetheringfunktion von LR3 und LR4 unterstützt viele verschiedene Kameramodelle, jedoch ist die Funktion stark eingeschränkt. Blende, Zeit und ISO werden zwar angezeigt, lassen sich aber nicht einstellen. Liveview wird nicht unterstützt, im Grunde genommen kann man mit der Tethering-Funktion nur Remote Auslösen. Mehr aber auch nicht.

Hardware für den Adapter

Teile vor dem Zusammenbau

Ich habe die Folgenden Teile für meinen Adapter verwendet:

Es gibt inzwischen mit Sicherheit günstigere Hardware, zum Beispiel das WUSB-Set von Olidata oder einen der vielen NoName Akkus inkl. Adapterkabel, allerdings weis ich nicht, ob diese Bauteile anschliessend miteinander funktionieren werden. Ausprobiert habe ich lediglich die oben genannten Teile. Die Verkabelung wird wie folgt vorgenommen:

Verkabelung

Anschliessend wird alles zusammen inkl. der Blitzschiene mit dem Klebeband umwickelt und lässt sich dann unter die Kamera schrauben. Beim verkleben darauf achten, dass kein Stecker herausrutscht und auch später nicht herausrutschen kann! Natürlich kann man die Kamera anschliessend nicht mehr auf einem Stativ befestigen.

Kamera mit Selbstbau-WLAN-Adapter

Der Client Adapter des WUSB-Sets wird in den Rechner gesteckt, die Software und Treiber werden installiert und dann kann es losgehen:

Selbstbau-Aktion abgeschlossen.

Der Zeitaufwand für den Zusammenbau beträgt inkl. Auspacken der Ware etwa 15 Minuten. Die Softwareinstallation etwa 5 Minuten bis eine Stunde, je nachdem wie schnell die Downloadgeschwindigkeit ist und wie gut man seinen Rechner kennt.

iPad, Shuttersnitch und WLAN-Hotspot
iPad, Shuttersnitch und WLAN-Hotspot

Neulich, es ist schon ein paar Monate her, erzählte ich einem befreundeten Fotografen von der Hochzeit eines Freundes und wie ich die Gäste dazu gebracht habe, sich selbst auf der Party zu fotografieren.

Die Idee war einfach: Ich hatte eine Nikon D2x mit WLAN-Adapter, genannt WT-2, einem Blitz und einem Tamron 17-50/2,8 vorkonfiguriert an prominenter Stelle im Saal platziert. Die Kamera sendete nun, sobald jemand ein Bild gemacht hatte das JPEG File direkt per WLAN auf den Beamer, der, wenn keine Fotos gemacht wurden, im Saal die Diashow mit Szenen aus dem Leben des Hochzeitspaars in einer Endlosschleife zeigte.

Ein kurzer Hinweis per Mikrophon genügte und die Nummer war geritzt – es klappte besser als erwartet. Jeder schnappte sich im laufe des Abends mal den unkaputtbaren Fotobackstein (“schliesslich hat man nicht alle Tage die Gelegenheit mal mit einem echten Profibrikett Fotos zu machen” usw…) und machte ein paar Schnappschüsse von der Party.

Und ich konnte mich entspannt zurücklehnen und den Abend einfach geniessen. :)

“Wie geht das noch von der Cam in Richtung iPad mit Software, quasi live?” schrieb mich der Fotofreund gestern an. Meine Antwort war etwas ausführlicher, sodass ich mir gedacht habe: Das könnte a) vielleicht auch andere interessieren und b) mach doch einen Blog-Artikel draus.

Und während ich diese Zeilen schreibe erreicht mich schon die nächste Anfrage eines Lesers, der den etwas älteren Artikel “Zickenterror” gelesen hatte.

Hier also nun eine etwas ausführlichere Einführung zu diesem Thema

Alle bis dato produzierten DSLR und Mirrorless-Kameras mit Ausnahme der Nikon Coolpix S51c haben eines gemeinsam: Sie können kein WLAN. Für manche Kameramodelle gibt es sogenannte “Wireless Transmitter”(Nikon) oder “Wireless File Transmitter”(Canon). Diese unterstützten jedoch meistens nur die Pro- oder SemiPro Gehäuse der Hersteller und sind extrem teuer. Die billige Alternative zum WLAN Versand von Bildern heisst “Eye-Fi” – eine SD-Card mit WLAN-Modul. Leider besitzen alle derzeit verfügbaren WLAN-Lösungen so ihre Tücken.

Die Spezial-WLAN-Adapter der Hersteller – Viele Nachteile, einige Vorteile.

Die Spezialhardware wie Nikons WT-Serie oder Canons WFT’s ist allerdings in der Regel nicht kompatibel zur nächsten Kamerageneration und exorbitant teuer im Vergleich zu einem handelsüblichen WLAN Stick. Eine löbliche Ausnahme macht hier der WT-4 von Nikon, der sowohl an der D300 als auch an D300s, D700, D3, D3x und D3s verwendet werden kann. Vermutlich wird er aber zur nächsten Kamerageneration bereits nicht mehr kompatibel sein. Schlimmer noch: die Firmware der älteren Adapter wie z.B. die des Nikon WT-2 (zur D2x und D2xs) wurde seit Jahren nicht mehr überarbeitet, was zur Folge hat das nur veraltete Verschlüsselungsalgorithmen verwendet werden können. Wer zwingend WPA oder WPA2 verwenden möchte guckt hier voll in die Röhre. Auch Übertragung nach den neueren 802.11g oder n Standards ist für diesen Adapter nicht verfügbar, was für heutige Verhältnisse zu extrem langsamem Datentransfer führt.

Die aktuellen Neupreise für diese Spezial-WLAN-Adapter liegen derzeit zwischen 450 und 800 EUR. Wenn man bedenkt, das WLAN in Computern, Tablets und Smartphones seit Jahren Standard ist, so ist das eigentlich eine Unverschämtheit. Vor allem bei Profikameras, die mehrere Tausend Euro kosten eigentlich nicht mehr Nachvollziehbar. “Abzocke” würden viele Fotografen vielleicht sagen. “Spezialanwendung” würden vermutlich die Kamerahersteller antworten.

Die Vorteile der Speziallösungen liegen in

  • der Verarbeitung,
  • der guten Sendeleistung,
  • der wetterfesten Abdichtung und
  • dem perfekt abgestimmten Zusammenspiel mit der Kamera.
  • Man kann mit dem WT-2 beispielsweise wählen welche Dateien übertragen werden sollen: Nur JPEGs oder nur die RAWs/TIFFs oder beide Dateitypen.
  • Eine Konfiguration der Übertragungsparameter ist auch vor Ort übers Kameramenü möglich
  • Auch kann man auswählen ob alle Bilder sofort automatisch übertragen werden sollen oder nur diejenigen, die zum Übertragen markiert wurden.
  • Übertragungen werden automatisch nochmal gestartet, sobald wieder eine WLAN-Verbindung zur Verfügung steht oder der Transfer aus einem anderen Grund nicht erfolgreich war.
  • Zum Teil ist auch eine Fernsteuerung der Kamera per WLAN von einem Computer aus möglich.

Es bietet sich für unseren Zweck an, kleine JPEGs zur direkten Übermittlung zu speichern und die RAWs für die Nachbearbeitung am Rechner auf der Karte zu belassen. Falls man den WLAN Uplink mal verlieren sollte sind die meisten Spezialadapter in der Lage die Bilder später zu übertragen, wenn die WLAN-Verbindung automatisch wieder hergestellt wurde.

Eye-Fi – die derzeit einzige günstige Alternative, aber längst nicht Perfekt.

Eine Eye-Fi SD-Karte hat ein paar Vorteile: Auch mit ihr kann man Bilder per WLAN übertragen. Fast jede Kamera mit SD- oder CF-Kartenslot wird unterstützt (CF mit nicht abschirmenden Kartenadapter). Alle gängigen WLAN Standards und Verschlüsselungsverfahren werden unterstützt. Und sie ist günstig! Gradezu Spottbillig, wenn man mit den Spezialadapterpreisen vergleicht: Ab ca. 50 EUR bekommt man das günstigste Eye-Fi Modell neu.

Nicht alles ist Rosa – denn die Eye-Fi hat auch ein paar gravierende Nachteile. Diese sind kurz zusammengefasst:

  • WLAN-Reichweite und -Geschwindigkeit abhängig vom Kameragehäuse.
  • Die Karte muss vorher an einem PC mit Internetanschluss und Spezial-Eye-Fi-Software eingerichtet werden, man kann also die Einstellungen auf der Karte in den meisten Kameras nicht einfach nach Bedarf vor Ort ändern sondern muss bereits vorher wissen, welche WLAN-Konfiguration on Location verfügbar ist.
  • Und die Eye-Fi kann nicht zwischen unterschiedlichen Dateitypen zur Übertragung unterscheiden – sie sendet entweder alle Bilder auf der Karte oder das Bild bzw. das Bilderpaar (falls RAW+JPEG aufgezeichnet werden), dass für den Versand markiert wurde.
  • Auch unterstützt sie nicht eine erneute Übertragung, falls die Verbindung mal verloren geht oder die Übertragung fehlschlägt.
  • Eine Fernsteuerung der Kamera über die Eye-Fi ist nicht möglich.

Erste Wahl in Sachen Useability sind also nach wie vor die herstellereigenen WLAN-Adapter.

Chinesische Firmen bauen doch sonst immer alles nach…

Nicht so in diesem Fall – Bis heute gibt es keinen billigen Nachbau der offiziellen WLAN-Adapter. Warum weis ich leider nicht. Evtl. liegt es daran, dass die Copyshops den Markt hier als nicht Massentauglich einschätzen. Nunja – so ist es nun einmal. Ich behaupte aber mal ganz frech, dass man in spätestens 5 Jahren keine Profikamera mehr ohne eingebauten drahtlosen Übertragungsweg wird verkaufen können.

Nun hat man sich also für einen WLAN Adapter entschieden.

Wie gehts jetzt weiter? Eigener mobiler Hotspot!

Damit ich ortsunabhängig bin und trotzdem vorher alles einrichten kann habe ich immer meine eigene WLAN-Infrastruktur dabei. Diese besteht für Präsentationszwecke aus einem mobilen, Akkubetriebenen Huawei 3g-UMTS-WLAN-Router für die Hosentasche, den man im Handyladen um die Ecke vertragsfrei für ca 99 EUR kaufen kann und der sich bequem über ein Webinterface vom iPad oder PC konfigurieren lässt. Bei bedarf kann man den Internetzugang über UMTS aktivieren. Ausserdem ein USB-Ladekabel.

Ich betreibe den mobilen Hotspot jedoch meist mit deaktiviertem 3G Internetzugang, dies verlängert die Akkulaufzeit unglaublich. Nur im WLAN-Hotspot Modus betrieben reicht eine Akkuladung ca. 6 Stunden, genug für eine Abendparty. Braucht man doch mal mehr Akkulaufzeit schliesst man den Huawei-Router einfach per USB an der nächsten Steckdose oder dem nächsten USB-Steckplatz an – oder man lädt den Akku mit einem mobilen USB-Akkuladegerät wieder auf.

Wer noch einen alten WLAN-DSL-Router herumliegen hat kann natürlich auch diesen vorkonfiguriert auf eine Veranstaltung mitnehmen – jedoch ist hierfür in der Regel eine Steckdose am Veranstaltungsort nötig. Praktischer und flexibler ist da der mobile Hotspot, den man einfach in der Hosentasche oder im Rucksack mit sich rumtragen kann.

Der Vorteil: Mit einem eigenen Hotspot der nur für den Zweck der Bildübertragung eingerichtet wird kann man auch mit der älteren WEP-48bit-Verschlüsselung arbeiten – oder sogar einen komplett offenen Hotspot betreiben ohne sich Sorgen um die langfristige Sicherheit des Hotspots machen zu müssen. So funktioniert dann auch die Kommunikation zwischen iPad und D2x/WT-2.

Zur Präsentation der Fotos und der Weiterverbreitung: Shuttersnitch – oder XnView!

Ich verwende auf dem iPad und iPhone die App “Shuttersnitch”. Dabei handelt es sich im wesentlichen um eine geschickte Kombination aus FTP-Server, cleverer Diashowsoftware, Exif-Viewer, programmierbarem Store-and-Forward-Proxy und Bildbetrachter. Einziger Nachteil: Videos können noch nicht wiedergegeben werden. Das Feature wurde aber im Shuttersnitch Forum bereits vor einiger Zeit gewünscht und wird vermutlich irgendwann kommen.

Die Software ist zwar mit 12,99 EUR für i-Verhältnisse relativ teuer, aber jeden Cent wert! Und absolut gesehen ist das nicht viel Geld für ein erstklassiges Stück Software wie dieses.

Zu den Key-Features gehören für mich die intelligente Diashow, die als Endlosschleife alle Bilder im Folder nacheinander anzeigt, wahlweise mit KenBurns-Effekt, Rahmen und Überblendungen.

Es wird, sobald ein neues Foto per FTP in der App eintrifft, sofort das neueste Bild angezeigt und anschliessend mit der Endlosschleife fortgefahren, in die dann auch das neue Bild automatisch aufgenommen wird. Richtig gut ist auch die Möglichkeit die Bilder von der App aus sofort an eine oder mehrere weitere Applikationen oder Server zu verteilen gelöst. Dazu gehört z.B. die Weiterleitung an Flickr, Facebook, Dropbox, Smugmug oder Zenfolio sowie an eMail-Empfänger und FTP-Server. Man kann über die sogenannten “Aktionen” die Bilder auch vor der Weiterleitung nochmal automatisch bearbeiten. Insgesamt also eine sehr durchdachte App.

XnView ist eine kostenlose Windows-Alternative. Der Bildbetrachter-Tausendsassa bietet die Möglichkeit Diashows mit Ordnerinhalten zu zeigen. Jedoch sind die Fähigkeiten bei weitem nicht so ausgeklügelt wie beim Shuttersnitch. So wird die Bilderliste des Ordners nur einmal pro Durchlauf neu geladen. Das heisst: unter Umständen muss man erst sämtliche im Ordner befindliche Dateien ansehen bevor das neue Bild einmal gezeigt wird. Auch die Weiterverteilungs- und automatisierten Bearbeitungsmöglichkeiten bietet XnView nicht oder nicht in dem Umfang wie der Snitch. Dennoch eine annehmbare kostenfreie Lösung.

Den FTP-Server muss man unter Windows allerdings selbst konfigurieren. Der Filezilla Server macht dies relativ einfach und ebenfalls für 0 EUR ohne weiteres Möglich.

Natürlich kann man sich den WLAN-Router auch sparen, wenn man seinen Laptop mitnimmt, jedoch ist die Konfiguration eines WLAN-Hotspots unter Windows ein echter, abendfüllender Krimi und nicht jeder hat die Zeit und die Lust sich damit rumzuärgern. Und auch die Reichweite ist in der Regel bei einem vernünftigen WLAN-Router etwas besser als beim Laptop.

Und wie kommen die Bilder nun auf den Beamer?

Ganz einfach: mittels der verfügbaren VGA, HDMI oder DVI Adapter für iPhone und iPad schliesst ihr das Gerät an einen Fernseher oder Beamer an und schon seht ihr die Ausgabe des Bildschirminhaltes oder wahlweise die Diashow im Vollbildmodus.

Falls ihr euren Laptop benutzt, sollte er einen HDMI oder DVI Ausgang besitzen, damit die Bildqualität nicht zu sehr leidet.

Das war’s.

Falls ihr andere Erfahrungen gemacht habt oder noch bessere Lösungen kennt: schreibt mir einfach.

Dessertbuffet
Dessertbuffet

“Wo sie schon mal da sind – könnten sie vielleicht noch ein paar Fotos von unserem Dessertbuffet machen?”. Klar kann ich. Aber das optimale Equipment für diesen Zweck ist mal wieder da wo es meistens ist: Daheim. Jedenfalls nicht dabei. Ich war ja auch nicht für Foodfotografie vor Ort sondern für eine Veranstaltungsdoku. Ausflüchte wollen die Leute die solche Fragen stellen in der Regel nicht hören. Noch dazu wenn man mit einer im Volksmund “Profikamera” genannten DSLR seine Bilder macht.

“Da kommen doch von ganz alleine gute Bilder heraus!” hört man immer wieder. Sicher. Denn mit dem Original Jamie Oliver Allzweckmesser kocht man ja auch sofort in der 4-Sterne-Klasse…

Was tun also mit meiner alten D2x mit Tamron 17-50/2,8, einem SB-800 und nichts ausser etwas Fotofachwissen und ein paar spontane Ideen? Untergehen und Schwanz einkneifen? Sicher nicht.

Obwohl man mit vernünftiger Lichtausstattung und Zeit noch ganz andere Sachen hinbekommen würde.

Also tat ich das, was ich in so einer Situation immer mache: Bilder machen. Vielleicht nicht besonders raffiniert ausgeleuchtet und drapiert, aber zumindest ansehnlich. Beispiel gefällig?

Das Dessertbuffet war übrigens – wie auch das Menü zuvor – einfach der Wahnsinn.

Gestern Abend habe ich ein paar Stunden damit zugebracht zu versuchen meine D2X inkl. WT-2 dazu zu überreden Bilder wireless ans iPad zu schicken. Utopisch? Ein Ding der unmöglichkeit – und ein Tolles Beispiel dafür, wie sich “lückenhafte Unterstützung von Standards” in das Wort “totale inkompatibilität” übersetzen lässt.

Das Problem wird durch winzige Implementierungslücken bei beiden Produkten verursacht. Wenn man das iPad als Hotspot mit WEP oder ohne Verschlüsselung verwenden könnte oder das iPad Ad-Hoc Netze sauber unterstützen würde gäb es kein Problem. Ebensowenig, wenn der WT-2 WPA oder WPA2 Verschlüsselung könnte oder die neuere Version der Ad-Hoc-Spec implementiert hätte.

Die Software ShutterSnitch auf dem iPad oder auch FTP OnTheGo würden jedenfalls einwandfrei funktionieren. Wenn man nur die beiden Geräte dazu bringen könnte miteinander zu reden – ohne zusätzlichen WLAN Router!

Theoretisch kann Nikon’s WT-2 WLAN. Schaut man genauer hin kann er WLAN aber nur ein bischen. Kein Wunder – die Technik hat sich in der Zwischenzeit weiterentwickelt. Nikon hat per Firmware aber nicht nachgebessert. So unterstützt der WT-2 zwar sowohl Infrastruktur-Netze nach 802.11 b/g als auch Ad-Hoc-Verbindungen, jedoch nur mit den Verschlüsselungsarten “unverschlüsselt”, “WEP 64bit”. “WEP 128bit” und “TKIP”, nicht jedoch WPA oder WPA2.

Nachdem fast alle heutzutage betriebenen WLAN Hotspots aus Sicherheitsgründen nur noch mit WPA oder WPA2 Verschlüsselung arbeiten fällt die Option, den WT-2 in den heimischen WLAN-Hotspot einzuklinken und darüber mit dem iPad zu kommunizieren weg. Zumindest solange wie man keinen zweiten Hotspot aufsetzt oder das heimische WLAN-Netz durch WEP unsicherer macht. Die Infrastrukturvariante ist aber vor allem auch deshalb keine Option, weil man seinen Hotspot unterwegs selten mit dabei hat. Sicherlich – es gibt mobile Hotspots. Noch ein Gerät, dass aufgeladen werden muss. Noch ein Gerät das funktionieren muss. Noch ein Gerät das potentiell kaputtgehen kann. Und auch nur ein Workaround, eine Krücke, weil beide Hersteller, sowohl Apple als auch Nikon, bei ihren Produkten mist gebaut haben.

Theoretisch ist das iPad ein Tablet Computer. Theoretisch sollte das iPad auch WLAN können. Jedoch kann man das iPad nicht als Hotspot konfigurieren oder Ad-Hoc-Verbindungen zu Geräten aufbauen, die mit einer etwas älteren Version des Standards arbeiten. Was soll denn der Unsinn?!

Das iPhone kann immerhin seit IOS 4.3 auch als “Persönlicher Hotspot” betrieben werden. Wireless Tethering heisst das im Fachjargon. Wenn man nicht grade Telekom-Kunde ist, bei denen Tethering standardmässig erstmal verboten ist. Das iPad (ebenso wie das iPhone (2G) und iPhone 3G) kann das trotz gleichem IOS Versionsstand aber nicht.

Ein weiteres Problem beim Hotspot im iPhone ist, dass er nur mit WPA arbeitet und keine anderen Verschlüsselungsarten unterstützt. Man kann nicht mal einfach einen offenen WLAN-Hotspot ohne Verschlüsselung mit dem iPhone erstellen! Nichtmal WEP wird unterstützt. Was für eine grandiose halbe Sache!

Neben der Abhängigkeit ob der Netzbetreiber Tethering erlaubt ist also auch noch die implementierung der Standards bei Apple lückenhaft und trotz gleicher Betriebssystemversion auch noch gerätespezifisch. In Summe betrachtet macht dies das iPad für viele Zwecke unbrauchbar und verkompliziert das Handling enorm. Useability sieht jedenfalls anders aus.

iPad ist doof. Zu allem fähig, aber zu nix zu gebrauchen.

In der Folge habe ich beschlossen das iPad einfach für diesen Zweck wieder in die Ecke zu pfeffern und stattdessen meinen guten alten eeePC wieder aus der Mottenkiste zu kramen, wenn ich meine D2X mit WT-2 zur Bildübertragung benutzen will und keine Lust habe mein MacBook mitzuschleppen.

Hey Nikon – wenn ihr grad ein bischen Zeit habt baut doch bittschön mal WPA in den WT-2 ein!

Und Hey Apple – wenn ihr mal was richtig geiles machen wollt, dann baut mal einen standardkonformen Hotspot in euere eBookreadersoftware!

Danke.

Alle Osternester ausgehoben.
Alle Osternester ausgehoben.

Ostern ist vorbei, der Magen grummelt noch ein wenig von den vielen dicken Schokoeiern am Wochenende…Zeit für einen neuen Blogeintrag.

Am Wochenende hab ich mal wieder meine D2x mit dem AF-S 17-55/2,8 ausgeführt. Irgenwie liegt mir dieser alte Profiziegelstein grade. Ich lege sie trotz ihres hohen Gewichts in letzter Zeit nur ungern aus der Hand. Es macht einfach Spass mit ihr zu Fotografieren.

Seit die neue Entrauschungsfunktion in Lightroom 3 hinzukam verwende ich die D2x sogar bis ISO 1600 ohne Bedenken, manchmal sogar bis ISO 3200. Das war nicht immer so – früher war für mich allerspätestens bei ISO 800 Schluss.

Immer wieder begeistert mich auch das Auflösungsvermögen des 12MP LBCAST-Sensors, der gestochen scharfe JPEGs und RAWs liefert und die Kodak artigen Farben hat, die ich so gerne mag.

Interessanterweise sind die verlustfrei komprimierten 14bit-RAWs der D700, die ja ebenfalls einen 12MP Sensor besitzt, etwa 6 MB kleiner als die unkomprimierten 12bit-RAWs aus der D2x. Die 12bit-21MP-RAWs der 5DII hingegen waren etwa 10 MB grösser als die aus der D700.

Ist mir heute beim Aufräumen der Festplatte mal so aufgefallen und hat nichts weiter zu bedeuten, aber vielleicht interessiert das ja irgendjemanden. :)

Seit ein paar Stunden sitze ich jetzt hier herum und sortiere Fotos von den letzten Wochenenden. Eine Schande, das! So schönes Wetter draussen und ich muss in Reichweite von Bett und Donnerbalken bleiben.

Nächstes Jahr werd ich ganz bestimmt weniger Eier essen. Wobei: die Champagnertrüffeleier von Lindt waren schon sehr lecker…