Kleinbild-SLR reloaded: Olympus OM-D E-M5

Olympus OM-D E-M5 in AktionVor einigen Wochen bekam eine gute Bekannte von mir ihre neue, silberne Olympus OM-D E-M5 geliefert. Einen Tag später traf ich sie zufällig (naja – ok: nicht ganz zufällig) im Park mit ihrem neuen Spielzeug. Eigentlich konnte ich es kaum erwarten sowohl meine Bekannte als auch ihr neues Knipsi mal (wieder) zu sehen.

Seitdem bin ich hin- und hergerissen, spiegellos wieder zurück zu Olympus zu Wechseln oder doch meine Nex-7 zu behalten, die mir bis jetzt schon so viel Freude bereitet hat (Sony-Schrottservice mal ausgenommen).

Keine einfache Entscheidung. Hätte ich nicht noch ein paar Fotojobs zu fotografieren dieses Jahr und somit keinen zweiten Nikon-Body gebraucht hätte ich sie evtl. einfach mal gekauft, die “OMG” (Oh My God) eine Weile ausprobiert und mich anschliessend für die Nex oder die Oly entschieden. Aber so wurde das leider nichts. Zum Glück gibts Freunde und Bekannte (inzwischen hat sich ein weiterer Freund eine OM-D zugelegt), bei denen man ab und zu mal ein bisschen die Cam ausprobieren darf. :)

Mein erster Eindruck? Schaut superschick aus, fast wie meine silberne Pentax MX damals. Sehr Flott in jeder Hinsicht, der eingebaute Elektronische Sucher begeistert und ist nochmal einen ganzen Tick besser und reaktionsschneller als der VF-2 von Olympus oder gar der eingebaute EVF der Nex-7.

Die Bildqualität ist deutlich besser als bei allen vorherigen Olympus mFT-Kameras. Sie fühlt sich ausgesprochen wertig und kompakt verarbeitet an und liegt trotz meiner nicht ganz kleinen Pranken ziemlich gut in der Hand. Alle bildwichtigen Bedienelemente sind vorhanden und leicht zugänglich, die Drehräder rasten definiert ein (klarer Vorteil gegenüber der Nex-7!), lediglich der Wiedergabe-Button ist etwas umständlich zu erreichen. Olympus konnte durch das zweite Rädchen auf der Kameraoberseite sogar auf diese blöde kombinierte Drehrad-Wippe verzichten, die mich immer so genervt hat. Der Akku hält ewig, da ist es zu verschmerzen, dass die E-M5 nicht mehr die guten alten BLS-1 Akkus aus der E-P-Serie unterstützt.

Richtig cool fand ich auch den s/w-dramatic-tone Filter. Manchmal steh ich auf so einen Unfug. Ehrlich! :)

Ja, was gibts sonst noch? Olympus hat es natürlich mal wieder nicht hinbekommen, den Blitz ins Gehäuse einzubauen (irgendwas hebt sich Olympus ja immer für die Zukunft auf), aber immerhin gehört ein taschentauglicher Aufsteckblitz zur E-M5 dazu, mit dem man auch andere Blitze fernsteuern kann. Das ist aber auch schon der einzige negative Kritikpunkt, den ich bisher entdecken konnte.

Ansonsten ist alles drin: EVF eingebaut, Klappdisplay dran, Videomodus drin, 16MP Auflösung, rauschverhalten bis ISO3200 akzeptabel, Farben toll und der Autofokus sehr flott (ich hatte den Eindruck: einen ganzen Tick flotter als bei der Nex-7).

Insgesamt die beste mFT Kamera, die man je kaufen konnte und für die man als Micro Four Thirds Fan, falls man denn zur Zeit noch eine bekommt, sicherlich gerne die happigen 1299 EUR (inkl. Kit) auf den Tisch legt. Das ist in etwa der Preis den man für eine E-3 ohne Spiegelsucher hätte zahlen müssen als sie rauskam – und genau in dieser Liga spielt die E-M5 auch.

Nebenbei bemerkt ist die OM-D die erste digitale Kamera, die dem alten, praktischen 70er Jahre Kleinbild-Spiegelreflex-Formfaktor wirklich folgt, sowohl vom Gewicht als auch von der Grösse her – obwohl sie weder Kleinbild noch Spiegelreflex ist.

Das macht diese kleine Knipse umso sympathischer.

Sofortbild-Tethering-App jetzt auch für D4/D800/D800E

Sofortbild App Update im AppStoreAls ich heute Morgen routinemässig nach Updates im App-Store gesucht habe fand ich die neue Version von Sofortbild, der kostenlosen Fernsteuerungssoftware für Nikon Kameras.

Sofortbild unterstützt jetzt auch die Nikon D4/D800/D800E. Dolle Sache. Leider immer noch kein Wireless-USB-Support (WUSB) für MacOS, insofern ist die App nur mit USB-Kabel benutzbar.

Neuigkeiten von der Sauter Hausmesse

Werbung für die Sauter Hausmesse auf deren WebseiteFreitag und Samstag war wieder einmal Hausmesse bei Foto Sauter in München. Alle namhaften Kamerahersteller waren vertreten. Auch HapaTeam und Kaiser Fototechnik hatten einen Stand und sogar Walimex war mit einem Koffer voll Objektiven dabei.

Nikon – wie gewohnt Top.

An den Ständen von Nikon im 1. Stock gabs einen Check & Clean Service, den ich auch gleich mal in Anspruch genommen habe. (Canon hatte auch so einen Tisch, aber der Nikon-Man war einfach freundlicher…). Danke!

Eine D800 war ebenso wie die D4 (die ich persönlich viel spannender finde als die 800…) am Stand vorhanden, auch einige Big Guns wie z.B. das AF-S 300/2,8 VR oder das 200-400/4 waren da. Die D4 hab ich mir kurz angesehen, vieles hat mir gut gefallen, manches nicht. Die Kamera macht nicht mehr so einen panzerstabilen Eindruck wie ihre Vorgänger. Das Auslösegeräusch ist  nicht mehr so hübsch wie bei der D3/s/x, der AF-Umschalter ist der gleiche wie bei der D800, also dieser AF/M-Schalter mit Funktionstaste – muss man mögen. Und ansonsten ist das Teil ein echter Profikracher. Wie nicht anders zu erwarten war. Sehr lecker.

Sony: Nett aber machtlos

Am Sonystand war eine erfreulich kompetente, freundliche Mitarbeiterin anwesend, mit der ich mich eine Weile unterhalten habe. Definitives rausgelassen hat sie nichts (logisch!). Aber an den entscheidenden Stellen nichts gesagt, dass hat sie. ;-) Ich denke wir bekommen im Laufe des Jahres noch ein hübsches 85/1,4er Zeiss für die Nex präsentiert. Und vermutlich auch die bereits kolportierte alpha 99, vermutlich mit Kleinbildsensor – Photokina heisst das Stichwort.

Vielleicht auch eine lichtstarke Normalbrennweite, aber wohl eher etwas später. Auch die Lieferengpässe vieler Nex-Objektive sollen wohl langsam der Geschichte angehören, Sony hatte wohl Probleme bei der Umstellung des Warenwirtschaftssystems (ist das die neue Ausrede, nachdem Thailand langsam in Vergessenheit gerät?). Warten wirs ab.

Meine Augenmuschel für die Nex-7 ist jedenfalls immer noch nirgendwo zu bekommen, angeblich weil alle Teile sofort dafür benutzt werden um neue Kameras zu bauen – echt cool wäre es gewesen, wenn man kurz unter den Tresen gegriffen hätte und einen Ersatz hervorgezaubert hätte, aber wir sind ja bei Sony…

Das Interessanteste war noch die Info, dass ein Firmwareupdate für die Nex-7, dass vermutlich auch das Magenta-Vignettierungsthema beheben soll, unmittelbar bevorsteht, jedenfalls nicht mehr lange auf sich warten lassen wird.

Genau genommen gabs am Sony Stand also wie gewohnt viele Ausreden und weiterhin keine Lösungen. Stattdessen die Frage ob ich nicht Lust hätte eine “Profi-DSLR” von Sony zu kaufen. “Sie glauben doch nicht im Ernst, dass ich mit ein paar tausend Euro in ein System wechsle, bei dem ich einen so miesen Service und so schlechte Teileverfügbarkeit bekomme wie bei Sony, oder?” “Ja – wir wissen, da müssen wir noch eine ganze Menge verbessern, wenn wir ins Profisegment einsteigen wollen…”. Na hoffentlich passiert das bald, denn den Ruf ruiniert man sich extrem schnell, baut ihn aber nur mühsam wieder auf. Die Vorschusslorbeeren hat Sony bei mir jedenfalls schon voll aufgebraucht.

Pentaxfan

Superlustig auch der Auftritt des Promoters am Pentax-Stand. Ein richtig enthusiastisch redender Fanboy war das, leider war er nicht in der Lage zu verstehen, warum Pentax unbedingt eine Kleinbild-DSLR bauen muss, auf die nicht nur das halbe Digitalfotonetz spätestens seit der istDS wartet – bzw. wenn das mit den Systemwechseln so weiter geht: gewartet hat.

Daß er bei mir nur ein müdes Lächeln auf die Frage erntete wie mir der neue K-01 Türstopper gefällt konnte er auch nicht begreifen. Wenn der Kerl denn nur mal eine Minute still zugehört hätte statt zu Quasseln, dann hätte er es vielleicht verstanden. Schade jedenfalls, dass der nette, freundliche Pentax-Promoter mit der James-Brown-Wuschelkopffrisur nicht mehr für Pentax unterwegs ist. Mit dem hatte man immer viel Spaß und er hat einen guten Eindruck für die Marke Pentax hinterlassen, auch wenns Produkttechnisch mal nicht so viel neues zu Erzählen gab.

Leicafreundlich

Bei Leica war ich auch kurz, das komplette Kamera-Lineup wurde auf echtem Holz präsentiert. Tolle Sache. Die M9-p ist schon ein Leckerbissen. Wenn, ja wenn da nicht… Aber eines Tages…!

Was mir jedenfalls extrem positiv aufgefallen ist: Leica hat diesen überheblichen Leica-Promoter von der letzten Hausmesse gegen einen sehr freundlichen, aufmerksamen und kompetenten Herrn, ich schätze er war um die Vierzig, ausgetauscht. Der andere war ja auch echt nicht zum Aushalten mit dem Unfug, den er da verzapft hat. Sehr schön – nächstes Mal schaue ich gerne wieder vorbei!

Fuji X-Pro 1zigartig

Bei Fuji am Stand gabs die X-Pro 1 zu befummeln, immerhin mit den 18er und dem 60er Objektiven, das 35er war ausverkauft und nichtmal der Standmitarbeiter konnte eines bekommen.

Ultrakurzfazit: Ich verstehe den Hype nicht. Der AF ist bestenfalls unterdurchschnittlich, der Sucher im Vergleich zur Olympus OM-D E-M5 und Sony Nex 7 ein gruseliger Peepshowsucher mit Gucklochfunktionalität. Allerdings finde ich das Hybrid-Thema nach wie vor spannend, mal sehen was Fuji da noch draus macht. Die 1600 EUR ist die X-Pro 1 meiner Meinung nach jedenfalls zurzeit so nicht Wert, und auch die Verarbeitung wirkt nicht so hochwertig, wie ich das erwartet hätte.

Olympusüberfüllt

Bei Olympus hätte ich fast auch noch vorbeigeschaut, doch leider war der Andrang wegen der OM-D E-M5 so gross, dass ich meine Fragen gestrichen habe. Wie ich später hörte, soll das Standpersonal wohl extrem unbegabt gewesen sein. Von daher war die Entscheidung wohl goldrichtig.

HapaTeamSynchron

Am HapaTeam Stand wurde ich dann noch auf ein Produkt aufmerksam gemacht, mit dem es sowohl möglich ist per Funk fernauszulösen (Sender in der Hand, Empfänger an der Kamera) als auch synchron auszulösen (Sender auf Blitzschuh löst Empfänger an anderer Kamera synchron aus) als auch Blitze funkgesteuert zu triggern (Sender auf Blitzschuh löst Blitz auf Empfänger aus). Ein paar andere Gimmicks waren neben den Standard-Gary-Fong-Dingeldongs im Gepäck: Ein Mikrofonmischpult mit Stativanschluss und ein Konkurrenzmikrofonprodukt zum Rode Stereo Video Mic zum Beispiel. Nett.

Hallo Herr Kaiser

Last but not least hatte der Herr von Kaiser Fototechnik zwar keine Lösung dafür, wie man die Sony Nex-7 per Funk auslösen könnte, war aber sehr freundlich und kompetent und gab mir die eMail-Adresse eines Technikers, mit dem ich das Thema mal besprechen kann, falls ich das wollen würde. Sehr nett.

Und was Sigma bei Tamron?

Bei Sigma gabs ein paar neue Nex und mFT Objektive zu begrabbeln, der Stand wie immer vorbildlich ausgestattet. Auch Tamron war da, aber dafür fehlte mir dann die Zeit.

Fazit

Insgesamt war die Foto Sauter Hausmesse mal wieder ein richtig schönes Erlebnis, quasi die “kleine Photokina” direkt vor der Haustür – Echt eine dolle Sache. Danke! Bitte weitermachen!

WLAN Adapter für fast jede Kamera – ganz ohne Löten

Selbstbau-WLAN-Adapter ohne LötenNeulich bekam ich eine freundliche eMail eines Lesers, der den Artikel zum Thema “Bilder per WLAN auf einen Beamer senden” gelesen hatte und mich fragte ob ich eine Lösung kenne, wie man, ohne für jede Kamera einen dieser dreist-teuren original WLAN-Adapter anzuschaffen, die Kamera drahtlos fernsteuern kann.

Ich wies ihn auf den Artikel über den DIY-WLAN-Adapter eines Australiers hin, den er für seine Nikon gebaut hatte, jedoch stellte sich heraus, dass Löten nicht unbedingt jedermanns Sache ist. Meine auch nur manchmal.

Vor etwa einem Jahr hatte ich mir mal ein Wireless-USB Set von Hama gekauft, mit der Idee im Hinterkopf den Do-It-Yourself WLAN Adapter nachzubauen. Den Kram hatte ich dann jedoch in der Ecke liegen gelassen, weil ich mir keine Zeit nehmen wollte selber zu Löten und auch kurzfristig damals keinen passenden Akku auftreiben konnte.

Nach etwas Suchen habe ich kürzlich im Internet einen kompakten 4400mAh Akku mit USB-Ausgang erstanden. (Inzwischen gibts diese Akkus bestimmt auch etwas billiger?) Auch ein ca 10cm langes USB Stromkabel und ein normales USB-Kabel aus dem Lieferumfang einer portablen Festplatte fand ich in einer Schublade.

Wichtig: auf die Polung und den Durchmesser des Rundsteckers beim USB-Stromkabel achten!

Mit etwas Gaffa-Tape (Gewebeklebeband) und in Verbindung mit einer Somikon Blitzschiene aus dem Pearl-Katalog konnte ich mir auf diese Art ganz ohne Löten relativ flott, günstig und simpel einen WLAN Adapter bauen, der mit allen Kameras, die USB-Tethering unterstützen, anstandslos funktioniert, den ich am Stativgewinde meiner Kamera befestigen und darüber hinaus noch mit bis zu 480 Mbit/s die Daten hin und herschieben kann. Schneller als jeder 802.11b/g original WLAN-Adapter dies je könnte.

Kostentechnisch ist der Selbstbau-WLAN-Adapter den Originalen haushoch überlegen: zwischen 65 und 90 EUR kostet ein WUSB-Starterset, 6,90 die Blitzschiene, die Kabel liegen, sofern noch nicht vorhanden, pro Stück im 5 EUR Bereich und der Akku schliesslich schlägt mit ca. 15-45 EUR zu Buche. Für alles zusammen muss man mit rund 100-150 EUR rechnen.

Falls es jemand nachbauen möchte gibts nachfolgend die Beschreibung zum Nachlesen.

Eine Bitte an die Hersteller vorab…

Liebe Kamerahersteller, ich möchte euch gerne nochmal auffordern zukünftig WLAN zur Datenübertragung und Kamerafernsteuerung standardmässig in die Kameras zu integrieren. Die Bauteile sind nicht mehr teuer und sollten in einer Kamera der >2000 EUR Klasse eigentlich längst normal sein.

Jedes iPhone oder Androidding hat eine bessere Datenverbindung (Bluetooth, WLAN & 3G!) als eine handelsübliche DSLR aus aktueller Produktion! Also, liebe Ingenieure: Setzt euch bitte mal auf den Hosenboden und baut das in die nächste Kamerageneration ein. Oder gebt den bisher verfügbaren WLAN Adaptern realistischere Preisschilder. Eure unanständig teuren oder verkrüppelten (D3200) WLAN-Adapter könnt ihr jedenfalls behalten.

Kein Vorteil ohne Nachteil…

Die Selbststecklösung hat, das möchte ich keinesfalls verschweigen, auch ein paar Nachteile gegenüber den Originaladaptern:

- Wireless USB, obgleich ein offizieller Standard, funktioniert bisher nur unter Windows, mit Linux unter Umständen auch (habe ich jedoch noch nicht selbst getestet). Unter Mac OS muss man sich mit einer Windows-Installation in einer virtuellen Maschine (z.B.: VMWare oder Parallels) behelfen, aber dann läufts ebenfalls zufriedenstellend. Eine weitere Alternative mit der sich Mac-User behelfen können: Mittels Bootcamp Windows auf dem Mac installieren und damit booten.

- Der selbstbau WLAN-Adapter ist nicht Wasserdicht, vorausgesetzt man betreibt nicht Extraaufwand mit einem wasserdichten Gehäuse.

- Gleiches gilt für das Design: “Nicht schön, aber selten” ist das Credo, wiederum angenommen dass man sich kein formschönes Selbstbaugehäuse herstellt.

- Die Reichweite ist begrenzt. Laut Spezifikation funktionieren die WUSB-Adapter in einem Umkreis von “bis zu” 10m. In meinen Versuchen konnte ich mit Sichtkontakt zwischen den Antennen eine zufriedenstellende Performance nur bis maximal 5m erreichen. Sobald Wände dazwischen liegen verkürzt sich die maximale Übertragungsdistanz nochmal ganz erheblich. Bei 10m wird die Übertragungsgeschwindigkeit schon sehr langsam. Für Studiozwecke oder andere Anwendungsfälle, bei denen die Kamera nicht allzuweit vom Controlrechner entfernt sein muss ist diese Lösung allerdings vollkommen ausreichend.

Eine Reichweitensteigerung ist möglich, in dem man bei der Kamera auf einem per USB mit der Kamera verbundenen Windowsrechner (z.b. Eee PC, Windows Tablet o.ä.) eine Serversoftware laufen lässt und dann mittels mobilem WLAN Hotspot und Client Software für Android Phone/Tablet (z.B. Multican) oder iPhone/iPad (z.B.: DSLR Camera Remote) die Kommandos an die Kamera schickt. Das ist allerdings eine recht umständliche Lösung und nur in besonderen Einzelfällen ratsam.

Fernsteuerungssoftware

Nachdem Wireless-USB derzeit nur unter Windows und ggf. Linux läuft konzentriere ich mich in diesem Artikel auf Software, die für diese beiden Betriebssysteme geschrieben wurde. Das beste Fernsteuerungstool für den Mac (und derzeit leider nur für Nikon Kameras) ist wahrscheinlich die kostenlose Sofortbild-App. Sie hat aber nur Sinn, wenn man Kabelgebunden Fotografiert.

Canon DPP

Canon User sind, was die Software betrifft, immer schon im Vorteil gewesen, denn Canon liefert einen sehr guten RAW-Konverter mit Tethering Funktion seit Jahren kostenlos mit den meisten Kameras mit. Canon DPP bzw. das EOS Utility erlauben eine fernsteuerung sämtlicher für die Aufnahme wichtigen Parameter.

Nikons Camera Control Pro

Bei Nikon muss man sich die bei Canon kostenlos mitgelieferte Software zusätzlich kaufen. Für eine Vollversion von Camera Control Pro 2 sind aktuell knapp 150 EUR fällig. Ob die Software mit dem Wireless USB-Adapter zurecht kommt habe ich nicht getestet, sollte aber theoretisch kein Problem sein, da ja USB-Tethering von der Software unterstützt wird.

Breeze Systems NKRemote und DSLR Remote Pro

Für Nikon-Fotografen gibt es darüberhinaus eine ganze Reihe von Windows-Tools. Das Beste Drittanbieterprodukt in Sachen Preis/Leistung ist meiner Meinung nach die leider 175 USD teure “NKRemote“ Software von BreezeSystems. Sie hat wenig Latenz beim Verstellen und Auslösen der Kameraparameter, überträgt das Liveview-Bild zügig und unterstützt auch Kontrast-AF, Wahl des Autofokusfeldes und Intervallaufnahmen, kurz: Lässt keine Wünsche offen. Für Canon User gibt es die gleiche Software, diese heisst “DSLR Remote Pro” und kostet ebenfalls 175 USD. Kostenlose, ernstzunehmende Alternativen für Nikon User sind DIYPhotobits “Camera Control” und DCamCapture.

DCamCapture…

…hat eine gewisse Latenz zwischen drücken des Auslösebuttons und der tatsächlichen Aufnahme und hat keine Möglichkeit Belichtungszeit, Blende oder ISO etc. zu verstellen oder zu fokussieren, bietet aber Liveview und ein ordentliches Windows-Interface sowie eine Intervallaufnahmefunktion, einen IPTC Editor und eine Videomitschnittmöglichkeit des Liveviewbildes. Unterstützt werden nur Nikon Kameras. Aber einem geschenkten Gaul…

Camera Control

hat ein, mit verlaub hässliches und nicht mehr Zeitgemässes Frontend, das aussieht wie eine Webseite aus den Geburtsjahren des Internet, bietet aber unter den kostenlosen Programmen die meisten Funktionen. Blende, Belichtungszeit, ISO, Belichtungskorrektur und Aufnahmeformat können eingestellt werden, die Verzögerung ist sehr gering und auch eine Intervalfunktion für Timelapseaufnahmen ist vorhanden. Leider kann Camera Control kein Liveview und man kann auch nicht die Autofokusfelder auswählen oder ferngesteuert fokussieren. Unterstützt werden wie bei der DCamCapture-Software nur Nikon Kameras.

Lightroom

Die Tetheringfunktion von LR3 und LR4 unterstützt viele verschiedene Kameramodelle, jedoch ist die Funktion stark eingeschränkt. Blende, Zeit und ISO werden zwar angezeigt, lassen sich aber nicht einstellen. Liveview wird nicht unterstützt, im Grunde genommen kann man mit der Tethering-Funktion nur Remote Auslösen. Mehr aber auch nicht.

Hardware für den Adapter

Teile vor dem Zusammenbau

Ich habe die Folgenden Teile für meinen Adapter verwendet:

Es gibt inzwischen mit Sicherheit günstigere Hardware, zum Beispiel das WUSB-Set von Olidata oder einen der vielen NoName Akkus inkl. Adapterkabel, allerdings weis ich nicht, ob diese Bauteile anschliessend miteinander funktionieren werden. Ausprobiert habe ich lediglich die oben genannten Teile. Die Verkabelung wird wie folgt vorgenommen:

Verkabelung

Anschliessend wird alles zusammen inkl. der Blitzschiene mit dem Klebeband umwickelt und lässt sich dann unter die Kamera schrauben. Beim verkleben darauf achten, dass kein Stecker herausrutscht und auch später nicht herausrutschen kann! Natürlich kann man die Kamera anschliessend nicht mehr auf einem Stativ befestigen.

Kamera mit Selbstbau-WLAN-Adapter

Der Client Adapter des WUSB-Sets wird in den Rechner gesteckt, die Software und Treiber werden installiert und dann kann es losgehen:

Selbstbau-Aktion abgeschlossen.

Der Zeitaufwand für den Zusammenbau beträgt inkl. Auspacken der Ware etwa 15 Minuten. Die Softwareinstallation etwa 5 Minuten bis eine Stunde, je nachdem wie schnell die Downloadgeschwindigkeit ist und wie gut man seinen Rechner kennt.

Tadaa wird immer besser!

Tadaa ScreenshotSeit dem kauf von Instagram durch Facebook bin ich wegen Datenschutzbedenken auf die App “Tadaa!” umgestiegen.

Anfangs gab es durch den massenhaften Zulauf zwar noch Performanceprobleme, diese gehören aber inzwischen der Vergangenheit an, das Tadaa-Team hat einen ausgezeichneten Job gemacht!

Ich mag die Einstellungsmöglichkeiten, Filter und Bearbeitungsfunktionen der App – und seit neuestem gibts auch ein iPad-Taugliches Webinterface (siehe Screenshot). Extrem gelungen!

Was ich immer noch etwas zu kompliziert gelöst finde ist, ein Foto hochzuladen, hierzu muss ich drei Mal klicken bevor ich endlich im Fotoordner angekommen bin um ein Bild auszuwählen. Ich finde es auch etwas umständlich zwei Klicks zu benötigen um einfach nur ein “Thumbs up!” für ein Bild geben zu können. Und mir fehlt weiterhin die Cross-posting Möglichkeit zu Flickr, SmugMug & Co. Aber das kommt ja vielleicht noch?

Ansonsten echt Top, was die Hamburger Jungs von der Menschmaschine GmbH da gebaut haben! Weiter so!