Gestern Abend habe ich ein paar Stunden damit zugebracht zu versuchen meine D2X inkl. WT-2 dazu zu überreden Bilder wireless ans iPad zu schicken. Utopisch? Ein Ding der unmöglichkeit – und ein Tolles Beispiel dafür, wie sich “lückenhafte Unterstützung von Standards” in das Wort “totale inkompatibilität” übersetzen lässt.

Das Problem wird durch winzige Implementierungslücken bei beiden Produkten verursacht. Wenn man das iPad als Hotspot mit WEP oder ohne Verschlüsselung verwenden könnte oder das iPad Ad-Hoc Netze sauber unterstützen würde gäb es kein Problem. Ebensowenig, wenn der WT-2 WPA oder WPA2 Verschlüsselung könnte oder die neuere Version der Ad-Hoc-Spec implementiert hätte.

Die Software ShutterSnitch auf dem iPad oder auch FTP OnTheGo würden jedenfalls einwandfrei funktionieren. Wenn man nur die beiden Geräte dazu bringen könnte miteinander zu reden – ohne zusätzlichen WLAN Router!

Theoretisch kann Nikon’s WT-2 WLAN. Schaut man genauer hin kann er WLAN aber nur ein bischen. Kein Wunder – die Technik hat sich in der Zwischenzeit weiterentwickelt. Nikon hat per Firmware aber nicht nachgebessert. So unterstützt der WT-2 zwar sowohl Infrastruktur-Netze nach 802.11 b/g als auch Ad-Hoc-Verbindungen, jedoch nur mit den Verschlüsselungsarten “unverschlüsselt”, “WEP 64bit”. “WEP 128bit” und “TKIP”, nicht jedoch WPA oder WPA2.

Nachdem fast alle heutzutage betriebenen WLAN Hotspots aus Sicherheitsgründen nur noch mit WPA oder WPA2 Verschlüsselung arbeiten fällt die Option, den WT-2 in den heimischen WLAN-Hotspot einzuklinken und darüber mit dem iPad zu kommunizieren weg. Zumindest solange wie man keinen zweiten Hotspot aufsetzt oder das heimische WLAN-Netz durch WEP unsicherer macht. Die Infrastrukturvariante ist aber vor allem auch deshalb keine Option, weil man seinen Hotspot unterwegs selten mit dabei hat. Sicherlich – es gibt mobile Hotspots. Noch ein Gerät, dass aufgeladen werden muss. Noch ein Gerät das funktionieren muss. Noch ein Gerät das potentiell kaputtgehen kann. Und auch nur ein Workaround, eine Krücke, weil beide Hersteller, sowohl Apple als auch Nikon, bei ihren Produkten mist gebaut haben.

Theoretisch ist das iPad ein Tablet Computer. Theoretisch sollte das iPad auch WLAN können. Jedoch kann man das iPad nicht als Hotspot konfigurieren oder Ad-Hoc-Verbindungen zu Geräten aufbauen, die mit einer etwas älteren Version des Standards arbeiten. Was soll denn der Unsinn?!

Das iPhone kann immerhin seit IOS 4.3 auch als “Persönlicher Hotspot” betrieben werden. Wireless Tethering heisst das im Fachjargon. Wenn man nicht grade Telekom-Kunde ist, bei denen Tethering standardmässig erstmal verboten ist. Das iPad (ebenso wie das iPhone (2G) und iPhone 3G) kann das trotz gleichem IOS Versionsstand aber nicht.

Ein weiteres Problem beim Hotspot im iPhone ist, dass er nur mit WPA arbeitet und keine anderen Verschlüsselungsarten unterstützt. Man kann nicht mal einfach einen offenen WLAN-Hotspot ohne Verschlüsselung mit dem iPhone erstellen! Nichtmal WEP wird unterstützt. Was für eine grandiose halbe Sache!

Neben der Abhängigkeit ob der Netzbetreiber Tethering erlaubt ist also auch noch die implementierung der Standards bei Apple lückenhaft und trotz gleicher Betriebssystemversion auch noch gerätespezifisch. In Summe betrachtet macht dies das iPad für viele Zwecke unbrauchbar und verkompliziert das Handling enorm. Useability sieht jedenfalls anders aus.

iPad ist doof. Zu allem fähig, aber zu nix zu gebrauchen.

In der Folge habe ich beschlossen das iPad einfach für diesen Zweck wieder in die Ecke zu pfeffern und stattdessen meinen guten alten eeePC wieder aus der Mottenkiste zu kramen, wenn ich meine D2X mit WT-2 zur Bildübertragung benutzen will und keine Lust habe mein MacBook mitzuschleppen.

Hey Nikon – wenn ihr grad ein bischen Zeit habt baut doch bittschön mal WPA in den WT-2 ein!

Und Hey Apple – wenn ihr mal was richtig geiles machen wollt, dann baut mal einen standardkonformen Hotspot in euere eBookreadersoftware!

Danke.

Ein Gedanke zu “Zickenterror: D2X und iPad/iPhone

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